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Nachrichten aus Österreich

Erinnerungen an den 13. März 1938
Vom Anschluss, Kindertransport, Verlust der Eltern und der Rückkehr nach Wien: Die Geschichte meiner Eltern in Bruchstücken

Das Opernkino zeigte am 13. März 1938 den Film "Hoheit flirtet" mit Sonja Henie und Tyrone Power. Das habe ich mir notiert, als ich für den Roman über die Kindheit meiner Mutter recherchierte. Ich versuchte mir den Weg vorzustellen, den die Gruppe von Buben und Mädchen genommen haben musste, als sie vom evangelischen Waisenhaus in der Hamburger Straße zum Hotel Imperial geführt wurden, um den Führer zu begrüßen. Der Naschmarkt war am Sonntag geschlossen, da gab es nicht viel zu sehen. Am Opernkino mussten sie vorbeigekommen sein. Nach einem ungewöhnlich warmen Monatsbeginn war es wieder kalt geworden. Am Morgen hatte es noch geschneit, am Nachmittag gab es frostigen Sonnenschein. Die Mäntel der Waisenhauskinder waren so dünn, dass man durch den Stoff durchsehen konnte.

Die Eltern meiner Mutter sind beide früh verstorben, der Vater an den Spätfolgen einer Kriegsverletzung, die Mutter an den Folgen einer unsachgemäß durchgeführten illegalen Abtreibung. So erlebten meine Mutter und ihre große Schwester Ossi die Zeit vor und nach dem "Anschluss" im Waisenhaus. Meine Mutter hat ihre Erinnerungen nie aufgeschrieben, obwohl sie es sich immer wieder vorgenommen hatte. Nach ihrem sechzigsten Geburtstag habe ich sie in einer Reihe von Interviews auf Tonband aufgezeichnet und dann transkribiert.

 
IHS-Chef gegen voreilige Eingriffe der Politik
IHS-Direktor Holger Bonin hat sich in der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag gegen voreilige Eingriffe der Politik in die hohen Spritpreise ausgesprochen. Schließlich bedarf es zuerst einer Analyse der genauen Gründe für den Preisanstieg. Was es aber zweifellos brauche, sei weniger Abhängigkeit – und einen Ausbau erneuerbarer Energien.

Der Spritpreis spiele in der Lebenswirklichkeit vieler Menschen eine „ganz wichtige“ Rolle. Steige dieser, steige folglich auch der Druck auf die Politik einzugreifen, erklärte Bonin. Der Preis sei maßgeblich vom Weltgeschehen abhängig, schließlich seien Öl und Gas nach wie vor „wichtige Schmiermittel dieser Weltwirtschaft“. Und würden zugleich auch erfolgreich als geopolitische Waffe eingesetzt werden.

Der Ukraine-Krieg sei der erste große Preisschock gewesen, der Iran-Krieg nun der zweite. „Wir sind etwas unabhängiger geworden. Die Elektromobilität ist ein gewisser Entlastungsfaktor natürlich, aber offensichtlich sind wir eben noch nicht unabhängig genug“, konstatierte der Experte.

 
Ich glaube, der Attentäter war ein Kroate und die Opfer 2 Afghanen
Amoklauf angekündigt
Nach Messerattacke in Linz mit einem Toten: Täter einvernommen und geständig
Ein 34-Jähriger kündigte gegenüber seiner Frau an, Amok laufen zu wollen. Wenig später kam es in der Linzer Innenstadt zu einer Messerattacke – ein Mann starb, ein weiterer wurde schwer verletzt

Ein tödlicher Messerangriff hat am Samstagabend die Linzer Innenstadt erschüttert. Ein 34-jähriger Kroate griff in der Bismarckstraße zwei junge Männer mit einem Küchemesser an. Ein 26-jähriger Afghane erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen, ein 24-jähriger Landsmann wurde schwer verletzt, befindet sich jedoch außer Lebensgefahr.

Nach Angaben der Polizei hatte der Täter zuvor gegenüber seiner Frau angekündigt, dass er Amok laufen und gesagt, dass er sich danach selbst das Leben nehmen werde. Die Frau alarmierte daraufhin die Polizei, die eine Fahndung einleitete. Noch während der Suche nach dem 34-Jährigen langte aber kurz vor 18 Uhr schon ein Notruf ein, dass in der Linzer Innenstadt jemand niedergestochen worden sei.

Der Tat vorausgegangen ist eine kleine Auseinandersetzung auf der Straße. Der Mann soll zunächst in der Bismarckstraße einen ihm unbekannten Autofahrer angepöbelt haben. Drei Afghanen, die sich in der Nähe aufgehalten hatten, griffen in die Situation ein und wiesen den Mann zurecht. Anschließend entfernten sich die Männer und gingen in einen Barbershop in der Nähe.

 
Start-ups von Frauen bekommen in Österreich fast kein Geld – was ist da los?
Nur 0,3 Prozent des Risikokapitals gehen an rein weibliche Gründerinnenteams. Eine neue Studie zeigt, dass die Schieflage immer größer wird

Das große Geld für Innovationen sehen in Österreich fast ausschließlich Männer. Denn während der Finanzierungsmarkt für Start-ups insgesamt stark schrumpft, zeigt die Verteilung der knappen Mittel immer deutlicher: Gründerinnen sind in Finanzierungsrunden mit Investorinnen und Investoren selten.

Und bei der Geldverteilung spielen rein weibliche Teams praktisch keine Rolle. Das belegen die diesjährigen Zahlen des "Female Start-up Funding Index Österreich 2025". Die Analyse berücksichtigt Start-ups mit Sitz in Österreich, die im Zeitraum Jänner bis Dezember 2025 eine Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Untersuchung von der Unternehmensberatung Ernst&Young Österreich, gemeinsam mit der Organisation zur Förderung von Gründerinnen, Female Founders, und dem auf Frauenteams spezialisierte Venture-Capital-Fonds Fund F zeigt eine starke Konzentration des investierten Kapitals: 93 Prozent des Finanzierungsvolumens gingen an rein männliche Gründungsteams, 6,7 Prozent an gemischte Teams – und nur 0,3 Prozent an rein weibliche Teams.

 
Druck auf Qualitätsmedien
Die ORF-Affäre darf nicht zum Einfallstor für undemokratische Kräfte werden

In den USA sind die kritischen Medien einem massiven Angriff von zwei Seiten ausgesetzt: superreiche rechte Oligarchen, die sich bei Medien einkaufen und sie auf (Trump-)Kurs bringen – und damit in harmonischer Zusammenarbeit mit Knebelungsversuchen der Regierung Trump.

Das kann, leicht abgewandelt, auch bei uns passieren. Der jüngste ORF-Skandal könnte da ein Ansatzpunkt sein.

Die letzten Entwicklungen: Der amerikanische Kriegsminister Peter Hegseth, ein früherer Moderator beim rechten Fox News-Sender, sagte angesichts der kritischen Berichterstattung über den Iran-Krieg, er könne es kaum erwarten, bis der Trump-freundliche Oligarch David Ellison den Sender CNN übernimmt. Der besitzt auch den großen TV-Sender CBS und arbeitet fest daran, ihn auf Trump-Kurs zu bringen. Der Besitzer der Washington Post, Jeff Bezos, verfolgt einen konservativen Kurs.

Zuletzt drohte der von Trump eingesetzte Chef der US-Rundfunkbehörde, die TV-Sender könnten ihre Lizenzen verlieren, wenn sie weiter kritisch über den Iran-Krieg berichten.

Die traurige Affäre um den Rücktritt des ORF-Generaldirektors Roland Weißmann birgt die mittelfristige Möglichkeit, dass auch bei uns der kritische Journalismus entscheidend beeinträchtigt wird. Vorweg: Der ORF ist offenbar eine ziemliche Schlangengrube und er ist auch parteipolitisch beeinflusst. Trotzdem halten die dortigen Journalisten in den Nachrichtensendungen, den Diskussionsformaten und den Magazinen eine qualitätsvolle, maßvoll kritische Berichterstattung aufrecht.

 
Koalition einigt sich auf Spritpreisbremse für Österreich
ÖVP hatte für eine Senkung der Steuern auf Mineralöl, SPÖ für eine Begrenzung der Margen plädiert. Nun soll beides kommen. Preise sollen laut politischen Vorstellungen um zehn Cent sinken

Etwa drei Wochen nach Kriegsbeginn und nach mehreren turbulenten Handelstagen an den internationalen Rohölbörsen haben sich die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und Neos auf die Ausgestaltung einer Preisbremse bei Sprit verständigt. In der vergangenen Woche war ein erster Grundsatzbeschluss gefallen, wonach die Regierung Übergewinne als Folge des Krieges im Mineralölsektor abschöpfen will. Das sollte sowohl den Staat als auch die Mineralölwirtschaft betreffen.

Nun dürfte es eine Verständigung dazu geben, wie die Preisbremse ausgestaltet sein soll und wann sie aktiviert werden kannn.

Am Tisch lagen zwei Optionen: SPÖ-Chef Andreas Babler und das SPÖ-geführte Finanzministerium hatten sich für eine Begrenzung der Margen der Industrie wie in Kroatien ausgesprochen. Dort legt die Regierung per Dekret alle zwei Wochen einen Höchstpreis für Benzin und Diesel an den Tankstellen fest (nicht für Premiumkraftstoffe). Die ÖVP hatte dafür plädiert, Mehreinnahmen aus der Umsatzsteuer in eine Senkung der Mineralölsteuer zu stecken.

Zehn Cent weniger

 
AI sieht antimuslimischen Rassismus in Österreich
Amnesty International (AI) Österreich kritisiert „vorherrschenden antimuslimischen Rassismus in Österreich“. Trotz Empfehlungen internationaler Experten und Expertinnen habe Österreich keinen ganzheitlichen Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus einschließlich des antimuslimischen Rassismus verabschiedet, teilte die Nichtregierungsorganisation mit.

In einem Pressegespräch sagte die Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, Shoura Hashemi, gestern, dass Österreich und andere Länder Europas Gefahr liefen, Antisemitismus zu instrumentalisieren und zu politisieren.

Die Gleichsetzung von Kritik am israelischen Staat mit Antisemitismus führe zu Verletzungen der Meinungsäußerungsfreiheit und einer Einschränkung des Handlungsspielraums für eine kritische Zivilgesellschaft, so Hashemi. Sie sagte, dass die „Grenze zwischen Kritik und Antisemitismus verwischt“ und „sehr vage formuliert“ sei.

Hass auf eine Gruppe wird auf andere verschoben
Dabei würden österreichische Politiker und Politikerinnen Antisemitismus häufig als ein überwiegend „importiertes“ Phänomen charakterisieren. „Diese falsche Darstellung verschleiert einerseits Österreichs eigenen tief verwurzelten Antisemitismus und seine Rolle im Holocaust. Andererseits stigmatisieren sie dadurch muslimische und/oder arabische Menschen in Österreich, indem sie sich auf negative Stereotype stützen und ausschließende Narrative schüren“, so AI.

Dabei drohe die Gefahr, dass die Diskriminierung einer Gruppe mit der einer anderen ersetzt wird – das schüre weiter Hass, statt Antisemitismus zu verringern.

AI: Rassistische Vorfälle nehmen zu
Seit dem Massaker der palästinensischen Terrororganisation Hamas in Israel im Oktober 2023 würden zivilgesellschaftliche Organisationen zudem berichten, dass rassistische Vorfälle im ganzen Land zugenommen hätten, darunter Fälle von antimuslimischem Rassismus und Antisemitismus.

 
Viel spricht gegen die Spritpreisbremse. Dass sie kommt, ist dennoch richtig
Die Koalition muss aber dringend hohe Erwartungen bremsen. Sollte etwas schiefgehen, wird der Regierung niemand beispringen

Die Kunst in der Politik besteht manchmal darin, aus zwei schlechten Optionen die weniger schlechte auszuwählen. In genau solch einer Situation befindet sich die österreichische Regierung aktuell. Als Folge des Krieges im Iran steigen die Energiepreise sprunghaft an. Bei Gas ist das noch kein akutes Problem, weil die Heizsaison gerade hinter uns liegt. Bei Benzin und Diesel schon: Super hat sich seit Kriegsbeginn um 25 Cent, Diesel sogar um mehr als 40 Cent verteuert.

ÖVP, SPÖ und Neos hatten nun die Wahl. Entweder in die Preise eingreifen oder die Teuerung ungebremst durchrauschen lassen. Die Regierung hat sich richtig entschieden: Sie versucht den Eingriff, trotz aller damit verbundenen Nachteile.

Und diese gibt es zuhauf. Das Problem beim Anstieg der Spritpreise ist nicht, dass für einzelne Autofahrer oder Unternehmen Tanken teurer geworden ist. Niemand hat ein Anrecht auf günstigen Treibstoff, zumal die Abhängigkeit von fossilen Energien das eigentliche Problem hier ist. Allein im Vorjahr hat Österreich Erdöl im Wert von 5,6 Milliarden Euro im Ausland eingekauft. Fast alles davon landet im Verkehrssektor. Ein Anstieg der Ölpreise um zehn Prozent kostet uns also übers Jahr gerechnet fast 600 Millionen Euro mehr. Alles Geld, das nicht für die heimischen Schulen und die Forschung zur Verfügung steht, sondern in Kasachstan oder Saudi-Arabien landet.

 
Die Würdigung eines NS-Gendarms in der Steiermark ist verstörend
Wenn man Polizisten ehren will, die vor 1945 dienten, kann man jene auswählen, die im Widerstand waren – und nicht einen, der für ein Mörderregime arbeitete

War es Dilettantismus oder pure Absicht? Sicher ist: In der Oststeiermark wurden am 17. März die Grenzen des Sag- und Machbaren verschoben. Ein Gendarm, der 1943 von unbekannten Tätern getötet wurde, wurde 83 Jahre später mit einem Gedenkstein gewürdigt.

Vom offiziellen Termin mit Lokalpolitikern, Landespolizeidirektion, Kameradschaftsbund und Priester distanziert sich das Innenministerium nun und verlangt zu Recht eine Kontextualisierung des Gedenksteins.

Unerhörte Kontinuitäten
Am Stein wird mit keinem Wort die mörderische Diktatur, welcher der Mann diente, benannt. Aber auf dem Rednerpult auf der Feier stand unter dem Bild heutiger Polizeibeamter zu lesen: "Der Steiermark verbunden. Ihrer Bevölkerung verpflichtet."

Doch der geehrte Gendarm arbeitete im "Gau Steiermark". Der historische Bruch, der Neubeginn in der Zweiten Republik, verschwimmt hier in unerhörten Kontinuitäten, die durch die Würdigung hergestellt wurden.

 
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