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Nachrichten aus Afrika

RSF-Miliz kündigt einseitige Waffenruhe im Sudan an
Die RSF-Miliz hat gestern einseitig eine dreimonatige Waffenruhe im Sudan ausgerufen. „In Reaktion auf die internationalen Bemühungen, besonders auf Initiative von US-Präsident Donald Trump und der Vermittler hin, verkünden wir eine humanitäre Waffenruhe, die eine Einstellung der Kampfhandlungen für drei Monate vorsieht“, sagte RSF-Anführer Mohamed Hamdan Daglo. Die mit der RSF verfeindete sudanesische Armee hatte am Wochenende einen internationalen Waffenruhevorschlag abgelehnt.

Seit Monaten gibt es Bemühungen, ein Friedensabkommen für den Sudan zu erzielen – bisher ohne Erfolg. Der sudanesische Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan hatte einen von den USA, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten ausgearbeiteten Vorschlag für eine Waffenruhe als „schlechtesten bisher“ abgewiesen. Er warf den Vermittlern vor, aufgrund der Teilnahme der Vereinigten Arabischen Emirate, denen regelmäßig vorgeworfen wird, die RSF-Miliz zu unterstützen, „voreingenommen“ zu sein.

Waffenruhevorschlag abgelehnt
Der jüngste Vorschlag der internationalen Vermittler sah laut Burhan vor, „die Armee abzuschaffen, Sicherheitsbehörden aufzulösen und die Miliz dort zu behalten, wo sie sich befinden.“ Im September hatte die von der Armee kontrollierte sudanesische Regierung bereits einen Waffenruhevorschlag abgelehnt, der den Ausschluss der Armee und der RSF-Miliz aus der Politik vorsah.

 
Südafrika: Welle der Gewalt an Migranten (Videobericht im Link)
In Südafrika sind zuletzt vermehrt Gewalttaten in Verbindung mit Fremdenfeindlichkeit bekanntgeworden. Aufgeheizt wird die feindselige Stimmung durch eine rechtsextreme Bürgerwehr, die zunehmend die Straßen dominiert.

 
Nigeria: Sicherheitsnotstand nach Entführungen
Nach mehreren aufsehenerregenden Entführungsfällen im Land hat Nigerias Präsident Bola Tinubu einen landesweiten Sicherheitsnotstand ausgerufen. „Dies ist ein nationaler Notstand, und wir reagieren darauf mit dem Einsatz von mehr Sicherheitskräften vor Ort, insbesondere in Gebieten mit Sicherheitsproblemen“, sagte Tinubu gestern.

Tinubu fügte an, Polizei und Armee seien durch die Notstandserklärung befugt, zusätzliches Personal zu rekrutieren. Alleine die Polizei werde 20.000 zusätzliche Mitglieder einstellen und so ihren Personalstand auf insgesamt 50.000 Kräfte erhöhen. Dem Inlandsgeheimdienst sei zudem die Entsendung von Spezialkräften erlaubt worden, um „Terroristen und Banditen“ in den Wäldern des Landes aufzuspüren.

 
Nigeria, das Land der verschwundenen Kinder
Mehr als 300 Kinder sind verschleppt worden – nicht der erste derartige Fall. Während die Regierung die religiöse Dimension herunterspielt, warnen Kirchenvertreter

Als Ezekiel Dachomo vor einigen Tagen sein Handy einschaltete, war seine wichtigste Waffe plötzlich verschwunden. "Sie haben mich gelöscht", sagt der Pastor am Telefon. Sein Facebook-Konto mit fast 100.000 Followern – einfach deaktiviert. Kurz darauf verschwand auch sein Instagram-Profil. Er habe gegen die Nutzungsrichtlinien verstoßen.

Dachomo zeigte auf seinen Kanälen seit Jahren vor allem eines: verwackelte Videos von Massenbeerdigungen in seinem nigerianischen Bundesstaat Plateau, Körper unter weißen Leichentüchern und Predigten, in denen der 63-Jährige die "Auslöschung der Christen" beklagt. Genau diese Clips machten ihn zur Symbolfigur – und brachten wohl sogar Donald Trump dazu, Nigeria vor einigen Wochen mit einem Militäreinsatz zu drohen.

In evangelikalen Kreisen in den USA, einem Kern der Wählerbasis des US-Präsidenten, werden Dachomos Videos jedenfalls wie Beweisstücke herumgereicht. Dieser vermutet, dass Sympathisanten der Täter, aber auch Mitarbeiter der nigerianischen Regierung seine Accounts systematisch gemeldet hätten. "Auch andere, die dazu gepostet haben, haben ihre Profile verloren", sagt er. Nun arbeite er an einer Website, um die Videos aus Nigeria weiter verbreiten zu können.

Auch Muslime unter Opfern
Seine Behauptung einer staatlich geduldeten Verfolgung von Christen in Nigeria ist umstritten. Die Regierung weist dies vehement zurück und betont zu Recht, dass auch viele Muslime zu den Opfern der zahlreichen Angriffe bewaffneter Gruppen im Zentrum des Landes gehören. Dort geht der christlich geprägte Süden in den überwiegend muslimischen Norden über.

 
Sechs UNO-Soldaten bei Drohnenangriff im Sudan getötet
Bei einem Drohnenangriff im Sudan sind gestern sechs Blauhelmsoldaten aus Bangladesch getötet worden. Wie die UNO-Friedenstruppe UNIFSA mitteilte, wurden sechs weitere Soldaten verletzt, als ihr Stützpunkt in Kadugli, der Hauptstadt des Bundesstaates Süd-Kordofan, von einer Drohne angegriffen wurde. Vier der sechs Verletzten erlitten demnach schwere Verletzungen. Alle Toten und Verletzten stammen demnach aus Bangladesch.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte den „entsetzlichen“ Angriff und sprach von einem möglichen Kriegsverbrechen. Angriffe auf Friedenstruppen seien „nicht zu rechtfertigen“. Bangladeschs Interims-Regierungschef Muhammad Yunus, der von sechs Toten und acht Verletzten sprach, reagierte entsetzt und bat die UNO, seinen Landsleuten die notwendige Hilfe zukommen zu lassen.

 
Neue Berichte über Sudan
Systematische Gräueltaten auf beiden Seiten
In mehr als zwei Jahren Bürgerkrieg haben die Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) weite Teile des Landes verwüstet, Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht, geschätzte 150.000 Zivilisten und Zivilistinnen wurden getötet. Aktuelle Recherchen untermauern nun den Vorwurf systematischer Gräueltaten – begangen von beiden Seiten.

Die Zivilbevölkerung sei „inmitten intensiver Kämpfe gefangen, während Städte und Regionen zwischen den beiden Seiten hin und her wechseln“, heißt es in einem am Dienstag von CNN veröffentlichten Bericht. Dokumentiert worden seien dabei Gräueltaten durch die SAF.

Nach monatelanger, zusammen mit dem Investigativportal Lighthouse Reports durchgeführter Recherche habe man demnach etliche Beweise gefunden, dass die sudanesische Armee im Bundesstaat al-Dschasira Zivilisten systematisch aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit ins Visier genommen hat. Ein BBC-Bericht legt indes nahe, dass die RSF bei und nach ihrem Einmarsch in die Stadt al-Faschir im Bundesstaat Dafur weit brutaler vorgegangen sind als bisher vermutet.

Zehntausende Tote allein in al-Faschir befürchtet

 
Über 1.000 Zivilisten getötet: UNO-Bericht zu Massaker im Sudan
Im Sudan hat die Miliz Rapid Support Forces (RSF) bei ihrer dreitägigen Offensive auf das Flüchtlingslager Samsam im Frühjahr nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 1.013 Zivilisten getötet. Im neuen Bericht des UNO-Büros für Menschenrechte heißt es weiter, durch den Angriff vom 11. bis 13. April seien mehr als 400.000 Bewohner des Lagers aufs Neue vertrieben worden.

Den seit April 2023 andauernden Krieg im Sudan, in dem sich die sudanesische Armee und die RSF gegenüberstehen, bezeichnen die Vereinten Nationen als größte humanitäre Krise der Welt. Zwölf Millionen Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, jeder zweite Einwohner des nordostafrikanischen Landes ist von Hunger bedroht.

Der Bericht des UNO-Büros für Menschenrechte listet Tötungen, Vergewaltigungen und andere Formen sexueller Gewalt, Folter und Entführungen während der dreitägigen Offensive auf das Lager auf. Es handle sich um ein konstantes Muster „schwerer Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und massiver Verletzungen der Menschenrechte“.

 
Genozid in Nigeria?:
„Jeder wird angegriffen, egal ob Christ oder Muslim“
Wer in Nigeria zum Adventsgottesdienst geht, ist extrem mutig. Am ersten Advent Ende November sind in dem Bundesstaat Kogi ein Pfarrer, seine Frau und mehrere Kirchengänger in die Gewalt bewaffneter Männer gekommen. Am zweiten Advent sind die Frau eines Priesters und ein weiterer Christ im davon südlichen Anambra-Bundesstaat am frühen Morgen erschossen worden, als sie sich für der Messe versammelten. Ein anderer Priester wurde entführt und die Kirche in Brand gesetzt.

Am dritten Advent sind 13 Gläubige aus einer Kirche heraus entführt worden, wieder in Kogi. Für den vierten Adventssonntag gab es zunächst keine Berichte. Laut einer Untersuchung der nigerianischen Organisation „Intersociety“ werden seit 2009 jedes Jahr in Nigeria durchschnittlich 1200 Kirchen angegriffen – das sind umgerechnet etwa drei am Tag.

Es ist also lange her, dass die Weihnachtszeit für Christen in dem mit 230 Millionen Menschen bevölkerungsreichsten Land Afrikas friedlich oder gar besinnlich war. Auch Bischof Wilfred Chikpa Anagbe erinnert sich an einen mehrtägigen Überfall auf eine christliche Gemeinde im Dezember vor zwei Jahren und einen Angriff auf eine Kirche mit mehreren Toten an Heiligabend. Anagbe ist Bischof von Makurdi, der Hauptstadt des an Kogi grenzenden Benue-Bundesstaates. Er sagt: „Sie nehmen Christen ins Visier.“


 
Russische Paramilitärs rund um Wahlen in Zentralafrika aktiv
Vor den Wahlen in der Zentralafrikanischen Republik haben russische Paramilitärs angekündigt, „jegliche Provokationen abzuwehren“. Bedrohungen der Wahlen nehme die Officers’ Union for International Security (OUIS) „äußerst ernst“, sagte gestern der Chef der Gruppe, Alexander Iwanow.

Seine Gruppe arbeite dafür, dass die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am Sonntag in einer „friedlichen und sicheren Weise“ abliefen.

OUIS gilt als Tarnname für die Wagner-Gruppe. Der von der EU und den USA mit Sanktionen belegte Iwanow behauptet, seine Organisation habe keine Verbindungen zu Wagner, die OUIS beschäftige aber „sehr erfahrene“ Wagner-Kämpfer.

Auf Wunsch des Präsidenten aktiv
Die paramilitärische Wagner-Gruppe war in mehreren afrikanischen Ländern im Einsatz. Nach dem Tod ihres Chefs Jewgeni Prigoschin, der im August 2023 nach einem Putschversuch bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben kam, wurde die Gruppe jedoch aufgelöst und neu organisiert.

 
Trump: USA greifen IS-Miliz in Nigeria an
Die USA haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordwesten Nigerias geflogen. „Heute Nacht haben die Vereinigten Staaten auf meine Anweisung als Oberbefehlshaber hin einen mächtigen und tödlichen Schlag gegen den IS-Terroristenabschaum im Nordwesten Nigerias ausgeführt“, schrieb Trump auf der von ihm mitgegründeten Plattform Truth Social.

Die Gruppe von IS-Kämpfern habe „vor allem unschuldige Christen ins Visier genommen und brutal getötet, in ⁠einem Ausmaß, wie man es seit vielen Jahren, ja sogar Jahrhunderten nicht mehr gesehen hat“, schrieb Trump weiter. Der Militärschlag sei auf Bitten der nigerianischen Behörden erfolgt, sagte ein US-Regierungsvertreter. Demnach wurden bei dem Einsatz im Bundesstaat Sokoto mehrere IS-Kämpfer getötet. Weitere Einzelheiten zu dem Einsatz oder eine Stellungnahme der nigerianischen Regierung ⁠lagen zunächst nicht vor.


Friedenspräsident, danke für die Bestätigung

:maga:
 
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