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Nachrichten aus Afrika

Plötzlich ist der Sahel wieder auf Trumps Radar
Die US-Regierung zeigte lange kaum Interesse an Mali, Burkina Faso und Niger. Dass islamistische Terroristen dort an Einfluss gewinnen, verändert die Lage.

Es war ein ungewöhnlicher Gast, den Malis Außenminister kürzlich in Bamako empfing. Nick Checker, der Leiter des US-Büros für Afrikaangelegenheiten, nahm neben dem Minister auf einem Ledersofa Platz. Er sei gekommen, um „den Respekt der Vereinigten Staaten für die Souveränität Malis und ihren Wunsch nach einer Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen sowie die Überwindung politischer Fehltritte zu bekräftigen“, teilte sein Büro vorab mit.

Um welche Fehltritte es sich handelte, blieb unklar, aber man sei auf die „Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen Regierungen der Region, darunter Burkina Faso und Niger, in Bezug auf gemeinsame Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen“ gespannt, hieß es weiter.

Seit den Putschen in den vergangenen Jahren haben die neuen Machthaber in den drei Sahel-Staaten Mali, Burkina Faso und Niger kaum eine Gelegenheit ausgelassen, um Frankreich und den ganzen Westen der Bevormundung und des Neokolonialismus zu bezichtigen. 2024 beendete die Militärregierung in Niger ein Abkommen über die Sicherheitskooperation mit den USA, denen sie eine „herablassende Haltung“ vorwarf. Das führte zum Abzug von 1000 amerikanischen Soldaten. Die dortige amerikanische Drohnenbasis wurde den nigrischen Streitkräften übergeben.


 
Kommission: Gewalt im Sudan deutet auf Völkermord hin
Die Gewalttaten der Miliz RSF im Sudan deuten nach Ansicht einer internationalen Untersuchungskommission auf Völkermord hin. Zu den Merkmalen zählten willkürliche Tötungen einer ethnischen Gruppe, das Verursachen von körperlichem und seelischem Leid sowie das Schaffen von Lebensbedingungen mit dem Ziel der Vernichtung der Menschen, bilanzierte die von den Vereinten Nationen eingesetzte unabhängige Kommission heute.

Die um die Großstadt al-Faschir in der sudanesischen Region Norddarfur begangenen Verbrechen seien keine willkürlichen Kriegsausbrüche gewesen, sagte Mohamed Chande Othman, Vorsitzender der Untersuchungskommission zum Sudan. „Sie waren Teil einer geplanten und organisierten Operation, die die Merkmale eines Völkermords aufweist.“

18-monatige Belagerung
Der Einnahme von al-Faschir sei eine 18-monatige Belagerung vorausgegangen, die die Bevölkerung systematisch durch Hunger, Entbehrung, Traumatisierung und Gefangenschaft geschwächt habe.

Die gezielte Vergewaltigung und Verfolgung von Frauen und Mädchen der afrikanischen Volksgruppen Zaghawa und Fur, während Frauen, die als Araberinnen wahrgenommen würden, oft verschont blieben, unterstreiche den diskriminierenden und zerstörerischen Zweck dieser Gewalt, hieß es.

 
Wie jetzt? Nichts zu essen für Somalia durch Erdogan und seine Militär, nur Waffen und vielleicht die Unterstützung der Terroristen?
Ernährungskrise in Somalia verschärft sich
In Somalia hat sich die Zahl der Menschen, die unter akuter Nahrungsknappheit leiden, innerhalb eines Jahres auf 6,5 Millionen Menschen verdoppelt. Das geht aus neuen Zahlen des IPC (Integrated Food Security Classification) hervor. Die Initiative beobachtet Nahrungskrisen weltweit.

Rund 1,8 Millionen somalischer Kinder sind dem Bericht zufolge von akuter Unterernährung bedroht. Somalia hat etwa 19 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Zu der Verschlechterung der Ernährungslage haben anhaltende Dürre und steigende Lebensmittelpreise beigetragen. Hinzu kommt die Unsicherheit in großen Teilen des Landes, in denen die islamistische Terrormiliz al-Schabab aktiv ist.

Gleichzeitig gebe es enorme Finanzierungslücken für Nothilfemaßnahmen, warnte der Landesdirektor der Welthungerhilfe für Somalia, Alexander Fenwick. Somalia stehe vor einer sich zuspitzenden Hungerkrise. Das Land am Horn von Afrika ist stark von den Folgen der Klimakrise betroffen und hatte erst 2022 eine schwere Dürre erlebt.

 
Massengräber nach Rebellenabzug in DR Kongo entdeckt
In der Stadt Uvira im Osten der Demokratischen Republik (DR) Kongo sind nach dem Abzug der Rebellengruppe AFC/M23 zwei Massengräber mit insgesamt mindestens 172 Leichen gefunden worden. Das teilte der von der Regierung in Kinshasa eingesetzte Gouverneur der Provinz Südkivu, Jean-Jacques Purusi, gestern mit. Die Gräber in den Stadtteilen Kilomoni und Kavimvira enthielten demzufolge 31 beziehungsweise 141 Leichen.

Die Rebellen hatten Uvira, einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt am Tanganjikasee nahe der Grenze zu Burundi, im Dezember kurzzeitig eingenommen. Sie zogen sich nach einer Woche auf Druck der USA zurück.

Rebellen weisen Verantwortung zurück
Die AFC/M23 wies eine Verantwortung für die Taten zurück. Ein Sprecher der Gruppe, Lawrence Kanyuka, sagte, er habe während der Zeit der Gruppe in Uvira nichts von Massengräbern gewusst. Er warf der Regierung vor, Propaganda zu verbreiten, um den Ruf der Rebellen zu schädigen.

Ein lokaler Menschenrechtsaktivist, Mashauri Mwindule, sagte, dass auch in Kabimba, einem acht Kilometer von Uvira entfernten Dorf, weitere Gräber gefunden worden seien. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hatte bereits im Dezember berichtet, dass Kämpfer der M23 in Uvira standrechtliche Hinrichtungen vorgenommen hätten.

 
UNO: Dutzende Zivilisten bei Angriffen im Südsudan getötet
Bei Angriffen im Südsudan sind UNO-Angaben zufolge Dutzende Menschen getötet worden. Bei Angriffen von Bewaffneten auf die Ortschaft Abiemnom nahe der Grenze zum Sudan seien innerhalb von 48 Stunden „Dutzende Zivilisten und mehrere örtliche Beamte“ getötet und 23 weitere Menschen verletzt worden, erklärte die UNO-Mission UNMISS gestern.

Die Blauhelmsoldaten der UNO-Mission böten derzeit über 1.000 Menschen vorübergehenden Schutz in ihrem Stützpunkt. „Ich fordere alle Beteiligten auf, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen und einen konstruktiven Dialog aufzunehmen“, erklärte UNMISS-Chefin Anita Kiki Gbeho.

Der Südsudan ist das jüngste Land der Welt und hatte sich 2011 vom Sudan abgespaltet. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage im Land zunehmend verschlechtert, nachdem der Konflikt zwischen Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und Unterstützern des Ende März festgenommenen Vizepräsidenten Riek Machar wieder aufgeflammt war.

Ein 2018 geschlossenes Friedensabkommen, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg mit rund 400.000 Todesopfern beendet hatte, war vor wenigen Wochen gescheitert. Seitdem kam es erneut zu zahlreichen gewaltsamen Zusammenstößen.

 
Reich an Rohstoffen
Neues Epizentrum im Sudan-Krieg
Für die von Gewalt, Hunger und Vertreibung gezeichnete Zivilbevölkerung im Sudan gibt es auch nach fast drei Jahren Bürgerkrieg keine Verschnaufpause: Das Epizentrum der Kämpfe hat sich in den vergangenen Wochen zunehmend in die zentralsudanesische Region Kordofan verlagert. Erst am Wochenende wurden dort bei Drohnenangriffen Dutzende Tote gemeldet. Das Gebiet ist reich an Öl und Gold und von großer strategischer Bedeutung.

Die UNO und auch NGOs sind angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen der regulären sudanesischen Armee und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) alarmiert. In Kordofan, das sich in einen Nord-, Süd- und Westteil gliedert, kommt es beinahe täglich zu tödlichen Drohnenangriffen. Getroffen wurden zuletzt etwa Gesundheitseinrichtungen, Hilfskonvois, Wohngebiete und Märkte.

Allein am Wochenende starben nach Angaben aus Krankenhauskreisen mindestens 33 Menschen infolge von Angriffen auf Märkte in den Ortschaften Abu Zabad und Wad Banda in Westkordofan. Zu den Angriffen bekannte sich niemand. Die Armee dementierte eine Verstrickung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP vehement.

„Kämpfe und Hunger nirgendwo so schlimm“
Dass Kordofan heftig umkämpft ist, hat mit seiner strategisch bedeutenden Lage zu tun: Das Gebiet diene als „zentrale Achse“ zwischen der westlichen Region Darfur und der Hauptstadt Khartum, schrieb die BBC in einer Analyse. Darfur wird von den RSF kontrolliert, Khartum dagegen vom Militär.

 
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