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Nachrichten aus dem Rest der Welt

Öl, Gas und Transit
Kostbare Rohstoffe, kurzer Handelsweg: Was hinter dem Run auf die Arktis steckt
Über das Nordpolarmeer lassen sich Güter zwischen Asien und Europa doppelt so schnell verschiffen wie bisher. Lange war das eine Träumerei – doch das ändert sich gerade

Am 15. August legte das chinesische Containerschiff "Dubai Tower" am Hafen Ningbo an der Ostküste des Landes in Richtung Nordpolarmeer ab. Eine Woche später machte sich die südkoreanische "PanStar Acro" auf die Reise in die eisigen Gewässer. Es sind beileibe nicht die ersten Schiffe, die sich ihren Weg durch die arktischen Gewässer bahnen. Und doch ist diesmal etwas anders. Die Reedereien erproben etwas, das den globalen Schiffsverkehr langfristig mächtig umkrempeln könnte: den kommerziellen Betrieb, potenziell über mehrere Monate im Jahr.

Die Arktis erwärmt sich dreimal schneller als der globale Durchschnitt, die dicken Eisschichten schmelzen – wodurch die schiffbare Saison im Nordpolarmeer immer länger wird. Was bislang vornehmlich für die regionale Wirtschaft von Bedeutung war, drängt zusehends auf die Agenda mächtiger Weltregionen. China träumt von einer "Polaren Seidenstraße", Frächter von einer Halbierung der Transportdauer zwischen Asien und Europa von über 40 Tagen auf 20. Zumal im Nahen Osten und damit an wichtigen Handelswegen wie der Straße von Hormus und dem Roten Meer (Richtung Suezkanal) nach wie vor Krieg herrscht.

 
Rettungseinsatz nach Sturzflut in Nepal wegen drohender neuer Überflutungen ausgesetzt
Der See, der sich durch die Flut gebildet hat, ist offenbar bereits übergegangen, wodurch der Wasserpegel im Fluss steigt. Einheimische flüchten auf umliegende Hügel. Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens 472 gestiegen

Peking/Kathmandu – Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und der autonomen Region Tibet in China wurde ein Rettungseinsatz im Zentrum des Katastrophengebiets wegen der Gefahr einer erneuten Überflutung unterbrochen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet davon, dass Einheimische bereits auf umliegende Hügel flüchten.

Beamte im nepalesischen Distrikt Rasuwa haben demnach eine Meldung erhalten, wonach der See, der sich nach der Sturzflut gebildet hatte, über die Ufer getreten sei. "Wir können sehen, dass der Wasserstand im Fluss steigt", sagte ein Beamter gegenüber Reuters. Es sei unklar, wie hoch der Wasserstand derzeit sei.

Steigende Todesopfer
Die Zahl der Todesopfer ist zuletzt weiter gestiegen. Mittlerweile seien 469 Todesopfer in Nepal registriert, teilte die nepalesische Polizei am Freitag mit. Die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer in China und Nepal liegt bei 472, nachdem die Volksrepublik bisher drei Leichenfunde vermeldet hatte.

 
Tibet-Nepal-Flut
Chinas Zensur lässt Ausmaß im Dunkeln
In Nepal und Tibet wurde am Freitag das Ausmaß der Verwüstung nach der verheerenden Sturzflut immer deutlicher. Während in Nepal jedoch die Nachrichten ein eindeutiges Bild zeigen, tappt man in China aufgrund der strengen Nachrichtenkontrolle des Landes eher weitgehend im Dunkeln. Das liegt vor allem an Tibet, das eine autonome Region Chinas ist und das am strengsten kontrollierte Gebiet der Volksrepublik darstellt.

Die strenge Kontrolle Chinas sieht man auch am Beispiel der Todeszahlen. Während in Nepal am Freitag bereits rund 600 Tote gemeldet wurden, sprach die Volksrepublik China offiziell von lediglich sieben Toten – obwohl in den Dörfern rund um den Grenzübergang Gyiron in Tibet mehrere tausend Menschen leben und die Zahl wohl viel höher ausfallen dürfte. Auch China-Korrespondentin Alexandra Siebenhofer wies am Freitag im Ö1-Mittagsjournal auf die schwierige Nachrichtenlage hin.

Die Kontrolle der Nachrichten macht sich in Tibet, das in den 1950er Jahren unter chinesische Kontrolle gebracht wurde, besonders bemerkbar, handelt es sich dabei um das sensibelste und am strengsten kontrollierte Gebiet der Volksrepublik. Proteste werden von chinesischen Behörden niedergeschlagen, internationale Medien dürfen die Region nur im Rahmen streng inszenierter Regierungstouren besuchen.

 
Tibet-Nepal-Flut
Helfer aus Ausland in Katastrophengebiet
In einem Wettlauf mit der Zeit sind die Rettungs- und Bergungseinsätze nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und Tibet am Samstag weitergegangen. Zur Unterstützung sind mittlerweile erste Helfer aus dem Ausland im Flutkatastrophengebiet in Nepal eingetroffen. Ein Rettungsteam aus Indien sei angekommen, sagte der nepalesische Außenminister Shishir Khanal in Kathmandu.

Ein weiteres Team aus China werde demnächst erwartet. Nepal bat um gezielte ausländische Hilfe, Außenminister Shisir Khanal zufolge benötigt Kathmandu spezialisierte Unterstützung, etwa bei der Bergung von in Tunneln eingeschlossenen Menschen, der Wiederherstellung von Verkehrsverbindungen sowie bei der Identifizierung und Aufbewahrung der Toten.

Man habe die Nachbarländer Indien und China bereits um Behelfsbrücken gebeten. Khanal präzisierte damit eine frühere Aussage seines Ministeriums vom Freitag, wonach Nepal die Rettungsarbeiten allein bewältigen könne. Für die allgemeinen Such- und Rettungsarbeiten, die von nepalesischen Kräften geleistet würden, sei keine weitere Hilfe nötig, sagte Khanal.

 
Russland ist eingeladen, Südafrika und die kritische Presse nicht: Trump baut sich seine eigene G20
Ein Gastgeber, der die Gästeliste selbst schreibt, verwandelt einen Gipfel in ein Heimspiel. Das Treffen der G20-Finanzminister in Asheville in North Carolina geriet am Montag durcheinander, als Russlands Finanzminister Anton Siluanow überraschend im Saal saß, zum ersten Mal seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022. Die Einladung kam von der Regierung Trump, angekündigt hatte sie niemand, und der Widerspruch aus Europa folgte umgehend. Den Urheber des Angriffs an den Tisch zu bitten, macht die Sitzordnung zur Ansage. Was sonst noch fehlt und wer dabei ist, verrät den Rest der Botschaft.

Am schärfsten fiel die Antwort aus Berlin. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil wies Siluanow in einer frühen Sitzung wegen des Krieges zurecht, verlangte dessen Ende und sagte der Ukraine, die persönlich nicht vertreten war, weitere Unterstützung zu. Den Russen hier zu empfangen, sende ein Zeichen, das er beunruhigend finde, erklärte Klingbeil. Er hätte sich von der amerikanischen Seite die klare Haltung gewünscht, dass dieser Gast kein gewöhnlicher sei. Ein Vizekanzler, der den Gast des Gastgebers öffentlich rügt, sagt viel über den Riss zwischen Washington und seinen ältesten Verbündeten.

Die Europäer ließen es nicht bei Worten. Deutschland und andere drohten, das übliche Gruppenfoto der Minister zu verweigern, sollte Siluanow darauf erscheinen. Die Drohung wirkte, das Bild entstand ohne ihn und mit den Europäern. Ein kaltes Verhältnis ist der Russe von solchen Treffen gewohnt: 2022 verließ die damalige US-Finanzministerin Janet Yellen eine G20-Runde am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds, als der zugeschaltete Siluanow zu sprechen begann. 2023 stellte sie in Indien russische Ministeriumsvertreter zur Rede und gab ihnen die Schuld an den Toten in der Ukraine und den Schäden für die Weltwirtschaft. Was unter der Vorgängerin der Auszug aus dem Saal war, ist heute die Einladung hinein.

 
China, Russland und Indien rücken zusammen – und Washington steht mit am Tisch, obwohl es nicht eingeladen ist
In Kirgistan treffen sich an diesem Montag die Staatschefs Chinas, Russlands und Indiens mit weiteren Regierungschefs zur Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die längst auch als Gegengewicht zum weltweiten Einfluss der Vereinigten Staaten verstanden wird. Wladimir Putin nutzte den Auftakt sofort für getrennte Gespräche mit Chinas Präsident Xi Jinping und Indiens Premierminister Narendra Modi.

Am Dienstag soll auch Irans Präsident Massud Peseschkian mit Putin zusammentreffen, wenn die offiziellen Sitzungen beginnen. Dass ausgerechnet Moskau und Teheran diesen Kreis derzeit besonders brauchen, liegt auf der Hand. Russland führt seit viereinhalb Jahren seinen Krieg gegen die Ukraine, Iran befindet sich seit einem halben Jahr im Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel. Beide Regierungen suchen deshalb engeren Kontakt zu Staaten, die sich den politischen Vorgaben Washingtons nicht ohne Weiteres unterordnen.

China bietet dafür wirtschaftliches Gewicht, Indien eine Bedeutung, die weit über die Region hinausreicht. Gerade Neu-Delhi macht das Treffen unbequem für die Vereinigten Staaten, denn Indien lässt sich nicht sauber einem Lager zuordnen und entscheidet selbst, mit wem es Geschäfte macht und an welchem Tisch es sitzt. Während Washington mit Zöllen, Sanktionen und militärischem Druck versucht, seinen Einfluss zu behaupten, sitzen in Kirgistan Staaten zusammen, die genau diesen Einfluss begrenzen wollen oder zumindest nicht bereit sind, ihn als selbstverständlich hinzunehmen.

Putin bekommt damit internationale Kontakte, die seine westliche Isolation sichtbar begrenzen, und Iran findet Gesprächspartner außerhalb Europas und Nordamerikas. Xi wiederum empfängt zwei große Staaten, deren Verhältnis zu Washington schwieriger geworden ist. Es ist kein Treffen alter Freunde, die plötzlich dieselbe Weltanschauung entdeckt hätten. Es sind Regierungen mit eigenen Interessen, die feststellen, dass ihnen eines gemeinsam nützt: weniger Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Washington ist nicht im Saal. Seine Politik sitzt trotzdem auf fast jedem Stuhl mit.

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Frage: Was war der Gedanke dahinter, die Russen zum G20-Treffen in Asheville einzuladen? - Trump: „Wir kommen gern mit allen gut aus.“ -
Anmerkung: Außer mit Kanada, Mexiko, der Europäischen Union, Südkorea und einigen anderen langjährigen Verbündeten

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Verbot von „Killerrobotern“: UNO erzielt Fortschritte
Bei ihren Bemühungen um eine Einschränkung autonomer Waffensysteme – bekannt auch als „Killerroboter“ – hat die UNO einen ersten Erfolg erzielt. Nach jahrelanger Diskussion einigten sich in Genf knapp 130 Staaten auf eine Definition der Waffen, wie der niederländische Außenminister Tom Berendsen gestern mitteilte.

„Während sich die Militärtechnologie rasant weiterentwickelt, markiert das einen wichtigen Schritt bei der Regulierung dieser Systeme“, schrieb er im Onlinedienst X. Das verabschiedete Dokument wurde allerdings nicht veröffentlicht. Bei der Konferenz in Genf war über die Konvention über bestimmte konventionelle Waffen (CCW) diskutiert worden.

 
Migration
Erste globale Daten über Alter und Bildung
Wie viele Menschen in Ländern zu- und abwandern, ist recht gut bekannt. Die globalen Migrationsdaten liefern aber keine Informationen über Alter oder Bildung von Migrantinnen und Migranten. Genau das untersuchte nun ein Forschungsteam erstmals weltweit.

Für Länder, die um qualifizierte Arbeitskräfte konkurrieren und mit einer alternden Bevölkerung zu kämpfen haben, werde es immer wichtiger zu verstehen, Personen welchen Alters und mit welcher Bildung ein- bzw. auswandern, heißt es in einer Aussendung des in Laxenburg (NÖ) ansässigen Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA). Doch Daten zu internationalen Migrationsströmen nach Alter, Geschlecht und Bildung seien rar, schreiben Dilek Yildiz und Guy Abel vom IIASA und dem Wittgenstein-Zentrum für Demografie und Globales Humankapital in ihrer Arbeit.

Im Fachjournal „Scientific Data“ liefern sie einen ersten globalen Datensatz über Alter, Geschlecht und Bildungsstand der Einwanderer für 199 Länder über die Jahre 1990 bis 2020.

Volkszählungsdaten und KI als Basis
Die beiden haben in ihrer Studie die Alters- und Bildungszusammensetzung von männlichen und weiblichen Einwanderern für 199 Länder über sechs Fünfjahreszeiträume von 1990 bis 2020 abgeschätzt. Sie nutzten dazu Stichproben aus Volkszählungen aus 74 Ländern und einem als „Superlearning“ bezeichneten maschinellen Lernansatz.

„Zu wissen, wie viele Menschen migrieren, erzählt uns nur einen Teil der Geschichte. Alter und Bildungsstand spielen eine enorme Rolle für das Verständnis, wie Migration die Bevölkerungsstruktur und die Verteilung von Qualifikationen zwischen den Ländern verändert. Der Datensatz vermittelt uns ein viel klareres Bild davon, wer zu uns kommt und wie sich dies im Laufe der Zeit verändert hat“, so Yildiz in der Aussendung.

Anteil hochgebildeter Einwanderer in Europa am höchsten
Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil von Personen mit Hochschulbildung in den Einwanderungsströmen in allen Regionen der Welt gestiegen ist. Europa weist dabei den höchsten Anteil an Einwanderern mit Sekundar- oder Hochschulbildung auf. Die Forschenden stellten außerdem fest, dass Männer und Frauen, die in dasselbe Land einwandern, in Bezug auf Alter und Bildung tendenziell ähnlich sind.

 
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