Anklage wegen Vergewaltigung gegen Schweizer Politiker – während das Opfer gegen die eigene Abschiebung kämpft
Ein ehemaliger SVP-Politiker soll zwei Frauen und eine Minderjährige mehr als 180 Mal betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt haben. Das Migrationsamt veranlasste die Wegweisung von Mutter und Tochter
Es ist ein Martyrium, das laut Anklageschrift insgesamt drei Betroffene über Jahre hinweg erleiden mussten: Zwischen Dezember 2008 und August 2021 soll Patrick Frei, ehemaliger SVP-Politiker aus dem Kanton Aargau, seine damalige Frau 140 Mal betäubt und sexuell missbraucht sowie die Taten gefilmt haben. Das berichtet der SRF.
Etwa ein Jahr nach der Trennung von seiner Ehefrau, im Sommer 2022, zog die Polin Iwona L. mit ihrer Tochter bei ihm ein. Innerhalb eines Jahres soll es dort vor allem gegenüber der damals 14-Jährigen zu insgesamt 44 Übergriffen gekommen sein – bis Iwona L. ihn erwischt und die Polizei ruft. Er wird im Herbst 2023 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Auch die Tochter von Iwona L. soll betäubt worden sein, auch diese Taten soll er gefilmt haben: Die Staatsanwaltschaft habe laut Tagesanzeiger Videos und Bilder von dutzenden, oft schweren Übergriffen gesichert.
Frei bestreitet seinen Verteidigern zufolge "wesentliche Teile der gegen ihn erhobenen Vorwürfe", für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Versuchter Mord
Der heute 57-Jährige ist neben Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Schändung und sexueller Handlungen mit Kindern auch wegen versuchten Mordes angeklagt: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm laut SRF vor, die Opfer mit den eingesetzten Sedierungsmitteln in akute Lebensgefahr gebracht zu haben. Einem rechtsmedizinischen Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft zufolge, aus dem der Tagesanzeiger zitierte, habe die damals 14-Jährige bei einem Übergriff kurz vor dem Erstickungstod gestanden.
Bis zu seiner Verhaftung 2023 saß Frei für die Schweizerische Volkspartei (SVP) als Abgeordneter im Kantonsparlament. Der Rechts-außen-Politiker machte "ausländische Beschuldigte" für einen Anstieg der Gewalt verantwortlich und unterzeichnete kurz vor seiner Festnahme noch einen Vorstoß für ein härteres Vorgehen gegen pädokriminelle Straftäter.
Ein ehemaliger SVP-Politiker soll zwei Frauen und eine Minderjährige mehr als 180 Mal betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt haben. Das Migrationsamt veranlasste die Wegweisung von Mutter und Tochter
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