Erdogan: "Wir brauchen die EU-Mitgliedschaft nicht mehr"
Ankara wäre aber "glücklich", so Erdogan bei der Eröffnung der Parlamentssitzung, zur Zukunft der EU beizutragen. Die Türkei selbst, sei aber auch ohne Mitgliedschaft erfolgreich.
01.10.2017 um 14:50
Die Türkei strebt nach den Worten ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan keinen Beitritt zur Europäischen Union mehr an. "Wir brauchen die EU-Mitgliedschaft nicht mehr", sagte Erdogan am Sonntag bei der feierlichen Eröffnung der jährlichen Sitzung des Parlaments in Ankara. Wenn aber die EU einen "großen Sprung nach vorne machen" wolle, müsse sie die Türkei als Vollmitglied aufnehmen.
"Wir werden nicht diejenigen sein, die aufgeben", betonte Erdogan. Ankara wäre nämlich "glücklich", zur Zukunft der EU beizutragen, weil die türkische EU-Mitgliedschaft der Union eine "wirtschaftliche und kulturelle Expansion" ermöglichen würde. Für die Türkei selbst spiele es hingegen keine Rolle, ob sie EU-Mitglied sei oder nicht. "Wir werden dann halt so weiter machen wie gewohnt", erläuterte der wegen seiner autoritären Amtsführung umstrittene Präsident laut türkischen Medienberichten.
(APA/Reuters)
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Danke, Herr Erdogan. Wir wollen aber trotzdem versuchen einen "großen Sprung nach vorne zu machen", auch ohne Türkei.
Man kann das Kapitel "EU/Türkei nun beruhigt abschließen. Niemand will das mehr. Gehen wir zur Tagesordnung über.
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Nochmal zum Thema "Sprung nach vorne":
Dschihad statt Evolutionstheorie: Türkische Regierung ändert Lehrpläne
19.09.2017, 10:26 | 01:27 Min. |
FOCUS Online/Wochit
Am 18.09. hat in der Türkei das neue Schuljahr begonnen. Es wird das letzte Jahr sein, in dem die Schüler im Biologieunterricht etwas über Darwins Evolutionstheorie lernen, denn die Regierung hat neue Lehrpläne für das kommende Jahr angekündigt.
Insgesamt sollen mehr als 170 Themen, die auf den Schullehrplänen stehen, überarbeitet werden. Die neuen Schwerpunkte lassen den Verdacht zu, dass Erdogan sich in den Schulen eine neue Wählergeneration heranziehen lassen will. So soll künftig „Heimatliebe“ unterrichtet werden. Viele Menschen protestieren gegen die geplanten Änderungen.
Besonders umstritten ist, dass im Religionsunterricht künftig intensiv das Thema „Dschihad“ behandelt werden soll.
Erdogan und Bildungsminister Ismet Yilmaz wehren sich mit Verweis auf die eigentliche Bedeutung des Wortes Dschihad gegen Kritik. Radikale Islamisten hätten den Begriff für sich vereinnahmt, man wolle dafür werben, dem Wort seine eigentliche Bedeutung zurückzugeben. Dschihad wird oft als „heiliger Krieg“ übersetzt, meint aber auch das persönliche Streben, schlechte Neigungen zu überwinden und das Bemühen eines Muslims, ein besserer Gläubiger und Mensch zu werden.
Auch dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk soll künftig weniger Unterrichtszeit eingeräumt werden. Atatürk hatte die strikte Trennung von Staat und Religion in der Türkei eingeführt und sich für ein säkulares Bildungssystem eingesetzt. Die neuen Lehrpläne gelten vielen als deutliches Zeichen dafür, dass Staatspräsident Erdogan die Türkei zu einem muslimischen Staat umbauen will.
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… und die Erde ist wieder eine Scheibe. :weise: