Zwei Jahre danach
Bebengebiet als „weltgrößte Baustelle“
Am 6. Februar 2023 hat die verheerendste Naturkatastrophe seit Jahrhunderten Teile der Türkei und Syriens heimgesucht. Durch zwei schwere Erdbeben starben rund 60.000 Menschen, Millionen wurden obdachlos. Ein Neustart ist schwer, viele Bebenopfer warten noch immer in Containern auf ein neues Zuhause. Hunderttausende Wohnungen entstehen derzeit auf der „größten Baustelle der Welt“. Wer sie bekommt, entscheidet das Schicksal.
Die Beben waren für die gesamte Region eine historische Zäsur – es gibt nur ein Davor und ein Danach. Am Donnerstag begeht die Türkei das Gedenken an die 53.725 Todesopfer im Land, im benachbarten Syrien waren es noch einmal rund 6.000. Das erste Beben überraschte die Menschen um 4.17 Uhr im Schlaf, es folgten ein weiterer starker Erdstoß und etliche Nachbeben. Das Ausmaß der Katastrophe zeigte sich erst nach und nach in den darauffolgenden Wochen.
Die Menschen gruben mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln nach Verschütteten, mit Besteck, Stöcken und den bloßen Händen. Erst zwei Wochen nach den Beben gab man die Suche nach Überlebenden auf.
Jene, die überlebt haben, hatten Angehörige verloren und fast alle in der Region ihr Obdach: Laut dem Türkischen Katastrophenschutz (AFAD) stürzten durch die Erdstöße 39.000 Gebäude komplett ein, weitere 200.000 wurden schwer beschädigt. Fast zwei Millionen Menschen verloren ihr Zuhause.
Am 6. Februar 2023 hat die verheerendste Naturkatastrophe seit Jahrhunderten Teile der Türkei und Syriens heimgesucht. Durch zwei schwere Erdbeben starben rund 60.000 Menschen, Millionen wurden obdachlos. Ein Neustart ist schwer, viele Bebenopfer warten noch immer in Containern auf ein neues...
orf.at
Südosttürkei
Zwei Jahre nach dem Erdbeben in der Türkei ist vom Wiederaufbau wenig zu sehen
Staatschef Erdoğan wollte sich vor den Wahlen als "starker Führer" präsentieren, doch noch immer leben viele Familien in Containern – die Verzweiflung wächst
"Innerhalb eines Jahres" hatte Präsident Recep Tayyip Erdoğan nur wenige Tage nach dem "Jahrhundertbeben" im Südosten der Türkei und im Norden Syriens getönt, "innerhalb eines Jahres werden wir hier alles wieder aufbauen".
Am 6. Februar 2023 wurden die Türkei und Nordsyrien von einem der schlimmsten je in dieser Region registrierten Erdbeben getroffen. Bei einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala stürzten nach offiziellen Angaben in der Türkei 39.000 Gebäude ein, weitere 200.000 wurden schwer beschädigt. Allein in der Türkei starben 54.000 Menschen, in Syrien mindestens 6000. Das Beben betraf insgesamt sechs Provinzen in der Türkei, rund zwei Millionen Menschen wurden obdachlos – mitten im Winter.
"Starker Führer"
Als Erdoğan vom schnellen Wiederaufbau sprach, lagen die meisten Toten noch unter den Trümmern oder waren noch gar nicht identifiziert. Doch da nur drei Monate nach dem Erdbeben die Präsidentschaftswahl stattfinden sollte, wollte sich Erdoğan als "starker Führer" präsentieren, der die Probleme löst.
Staatschef Erdoğan wollte sich vor den Wahlen als "starker Führer" präsentieren, doch noch immer leben viele Familien in Containern – die Verzweiflung wächst
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