Wie sehr die ukrainischen Angriffe den russischen Ölsektor treffen – und warum Putin sich nun an Deutschland rächt
Mit den Drohnenattacken auf russische Ölexportanlagen will die Ukraine Putin eine wichtige Finanzquelle für den Ukraine-Krieg abdrehen. Der Kreml spürt das allerdings bislang kaum. Doch indem er ab 1. Mai die Öllieferungen nach Deutschland einstellt, will er Berlin auf seine Seite in dieser Eskalationsphase zwingen.
Der Iran-Krieg bringt mit seinen Auswirkungen auf den globalen Rohstoffhandel nicht nur die Weltwirtschaft zunehmend in Bedrängnis. Er hat auch im Ukraine-Krieg die Karten neu gemischt und diesen teilweise zu einem Rohstoffkrieg verändert. Da nämlich Russland durch die stark gestiegenen Preise für Erdöl, Erdgas und andere Rohstoffe als großer Profiteur gilt, versucht Kiew seit Wochen, die diesbezüglichen russischen Anlagen, insbesondere die Exportinfrastruktur, mit Drohnen zu treffen. In erster Linie geht es um den Ölsektor, sprich Raffinerien und Anlagen in den wichtigen Häfen Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee. Es ist ein Wettrennen zweier Kriegsparteien – mit zuletzt neuen Wendungen.
Doch wie sehen die Zahlen in diesem Wettstreit aus? Wie die Nachrichtenagentur Reuters vor zweieinhalb Wochen kalkulierte, werde der russische Staat im April, wo der 73-prozentige Preissprung auf russisches Öl vom März steuerlich erstmals schlagend wird, diese Steuereinnahmen auf 700 Milliarden Rubel (9,3 Milliarden Dollar) verdoppeln können. Die Ölsteuereinnahmen machen etwa ein Viertel der gesamten Budgeteinnahmen aus und tragen somit auch wesentlich zum Kriegsbudget bei.
Die ukrainischen Erfolge wiederum bezifferte Präsident Wolodymyr Selenskyj dieser Tage selbst: Aufgrund der ukrainischen Angriffe würden sich Russlands Einnahmenverluste allein im März „schätzungsweise auf mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar“ belaufen, sagte er in einer Videoansprache am 19. April. „Wir setzen diese Arbeit im April fort.“
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Mit den Drohnenattacken auf russische Ölexportanlagen will die Ukraine Putin eine wichtige Finanzquelle für den Ukraine-Krieg abdrehen. Der Kreml spürt das allerdings bislang kaum. Doch indem er ab 1. Mai die Öllieferungen nach Deutschland einstellt, will er Berlin auf seine Seite in dieser Eskalationsphase zwingen.
Der Iran-Krieg bringt mit seinen Auswirkungen auf den globalen Rohstoffhandel nicht nur die Weltwirtschaft zunehmend in Bedrängnis. Er hat auch im Ukraine-Krieg die Karten neu gemischt und diesen teilweise zu einem Rohstoffkrieg verändert. Da nämlich Russland durch die stark gestiegenen Preise für Erdöl, Erdgas und andere Rohstoffe als großer Profiteur gilt, versucht Kiew seit Wochen, die diesbezüglichen russischen Anlagen, insbesondere die Exportinfrastruktur, mit Drohnen zu treffen. In erster Linie geht es um den Ölsektor, sprich Raffinerien und Anlagen in den wichtigen Häfen Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee. Es ist ein Wettrennen zweier Kriegsparteien – mit zuletzt neuen Wendungen.
Doch wie sehen die Zahlen in diesem Wettstreit aus? Wie die Nachrichtenagentur Reuters vor zweieinhalb Wochen kalkulierte, werde der russische Staat im April, wo der 73-prozentige Preissprung auf russisches Öl vom März steuerlich erstmals schlagend wird, diese Steuereinnahmen auf 700 Milliarden Rubel (9,3 Milliarden Dollar) verdoppeln können. Die Ölsteuereinnahmen machen etwa ein Viertel der gesamten Budgeteinnahmen aus und tragen somit auch wesentlich zum Kriegsbudget bei.
Die ukrainischen Erfolge wiederum bezifferte Präsident Wolodymyr Selenskyj dieser Tage selbst: Aufgrund der ukrainischen Angriffe würden sich Russlands Einnahmenverluste allein im März „schätzungsweise auf mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar“ belaufen, sagte er in einer Videoansprache am 19. April. „Wir setzen diese Arbeit im April fort.“
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Mit Drohnenattacken auf Ölanlagen will Kiew Putin eine Finanzquelle für den Krieg abdrehen. Der Kreml spürt das bislang kaum. Und rächt sich an Deutschland.