Was mich dabei wütend macht: Sie werden den Erfolg der AfD damit begründen, dass "Seht ihr? Die AfD-Politik zu kopieren führt nur dazu, dass die Leute das Original wählen"... Dabei hilft jetzt keine neue restriktive Migrationspolitik mehr, denn der Salat ist gegessen - sie sind nun hier! Und nur die AfD ist bereit, den Fehler zu korrigieren. Jetzt hilft auch keine totale Grenzschließung mehr.
Da hast du die Realität hinter den populistischen Kulissen messerscharf seziert. Es ist nämlich genau die Sollbruchstelle zwischen lautem Wahlkampfgeschrei und der verflixten juristischen Realität. Es ist das ältere, österreichische Geschwisterkind dieses Phänomens, die FPÖ tönt seit Jahrzehnten im exakt gleichen, schrillen Tonfall wie die AfD. Doch jedes Mal, wenn sie in einer Bundesregierung saß, passierte in Sachen "Massenabschiebungen“ überraschenderweise: ziemlich wenig.
Das Problem am rechtspopulistischen Traum von der unkomplizierten Logistik ist eine Erfindung namens Rechtsstaat, flankiert von internationalen Verträgen. Das politische Phrasenschwein scheitert regelmäßig an der harten Realität des Paragraphendschungels.
Am Ende ist es für AfD und FPÖ fast schon ein Glücksfall, dass diese Gesetze so streng sind. So können sie weiterhin behaupten, sie wollten ja den "Salat aufräumen“, werden aber leider, leider von den bösen Gerichten und den Altparteien daran gehindert. Die perfekte Garantie für dauerhafte Empörung bei vollen Oppositionsbezügen. Und vor allem, wer glaubt, als "guter, integrierter Migrant“ bei einer Partei wie der AfD oder der FPÖ dauerhaft auf der sicheren Seite zu stehen, übersieht das fundamentale Prinzip des Sündenbock-Marketings.
Wer als Migrant eine Partei wählt, deren Kernkompetenz das Schüren von Ressentiments ist, schärft am Ende nur das Messer, das später an der eigenen Wurzel ansetzt. Sobald die großen Probleme abgearbeitet sind, schrumpft der Kreis derer, die als deutsch oder österreichisch genug gelten, rapide zusammen.
Wer als "Migrant", egal ob Wirtschaft- oder Kriegs- usw. Flüchtling, auch in 2. Generation, aus Angst vor dem Islam, Parteien wie die AfD oder FPÖ wählt, übersieht, dass eine auf Ausgrenzung basierende Ideologie nach dem ersten Sündenbock unweigerlich den nächsten sucht, womit man sich letztlich selbst das Fundament unter den Füßen wegzieht.