Auch nach der Ukraine-Kehrtwende kann sich Europa auf Trump nicht verlassen
Vorerst hat sich beim US-Präsidenten nur die Tonalität gegenüber Moskau geändert. Das ist positiv, aber seine Sprunghaftigkeit bleibt bestehen
In der Tat waren es erstaunliche Erklärungen, die Donald Trump am Montag im Oval Office zum Krieg in der Ukraine und zur Rolle Wladimir Putins abgegeben hatte. Von seinem Amtskollegen sei er enttäuscht, schilderte der US-Präsident seine persönliche Stimmungslage. Dieser gebe sich in Telefonaten mit ihm sehr nett, bringe aber kurz danach viele Menschen um. Tausende Opfer, jede Woche, Soldaten wie Zivilisten. Der Herrscher im Kreml wolle keinen Frieden.
Die Welt sollte glauben, Trump sei richtiggehend zerknirscht angesichts der Tatsache, dass Putin die Angriffe und Zerstörungswut gegen die Ukraine seit Monaten verstärkt. Beim Amtsantritt im Jänner hatte der Patriarch im Weißen Haus noch gehofft, dieser werde sich wie auf Knopfdruck zu einer Friedensvereinbarung bereiterklären. Von einem Ende des Krieges "binnen 24 Stunden" ist längst keine Rede mehr. Beim Nato-Gipfel in Den Haag räumte der Dealmaker ein, dass der Ukrainekrieg viel komplexer ist als von ihm behauptet.
Gutes Geschäft
Nun ging Trump aber in zwei Punkten noch deutlich weiter. Er kündigte an, dass er von seiner bisherigen Position abrücke, der Ukraine keine zusätzlichen Waffen zu liefern als die, die unter seinem Vorgänger Joe Biden bereits vereinbart waren. Jetzt gilt: Die USA wollen Kyjiw so rasch wie möglich mehrere Raketenabwehrsysteme des Typs Patriot und auch Raketen liefern. Allerdings: Bezahlen sollen das die europäischen Partner in der Nato, nicht die USA. Deutschland und Norwegen haben das bereits zugesagt. Das Bündnis soll es formell abwickeln. Für die USA wäre das ein gutes Geschäft.
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Vorerst hat sich beim US-Präsidenten nur die Tonalität gegenüber Moskau geändert. Das ist positiv, aber seine Sprunghaftigkeit bleibt bestehen
In der Tat waren es erstaunliche Erklärungen, die Donald Trump am Montag im Oval Office zum Krieg in der Ukraine und zur Rolle Wladimir Putins abgegeben hatte. Von seinem Amtskollegen sei er enttäuscht, schilderte der US-Präsident seine persönliche Stimmungslage. Dieser gebe sich in Telefonaten mit ihm sehr nett, bringe aber kurz danach viele Menschen um. Tausende Opfer, jede Woche, Soldaten wie Zivilisten. Der Herrscher im Kreml wolle keinen Frieden.
Die Welt sollte glauben, Trump sei richtiggehend zerknirscht angesichts der Tatsache, dass Putin die Angriffe und Zerstörungswut gegen die Ukraine seit Monaten verstärkt. Beim Amtsantritt im Jänner hatte der Patriarch im Weißen Haus noch gehofft, dieser werde sich wie auf Knopfdruck zu einer Friedensvereinbarung bereiterklären. Von einem Ende des Krieges "binnen 24 Stunden" ist längst keine Rede mehr. Beim Nato-Gipfel in Den Haag räumte der Dealmaker ein, dass der Ukrainekrieg viel komplexer ist als von ihm behauptet.
Gutes Geschäft
Nun ging Trump aber in zwei Punkten noch deutlich weiter. Er kündigte an, dass er von seiner bisherigen Position abrücke, der Ukraine keine zusätzlichen Waffen zu liefern als die, die unter seinem Vorgänger Joe Biden bereits vereinbart waren. Jetzt gilt: Die USA wollen Kyjiw so rasch wie möglich mehrere Raketenabwehrsysteme des Typs Patriot und auch Raketen liefern. Allerdings: Bezahlen sollen das die europäischen Partner in der Nato, nicht die USA. Deutschland und Norwegen haben das bereits zugesagt. Das Bündnis soll es formell abwickeln. Für die USA wäre das ein gutes Geschäft.
Auch nach der Ukraine-Kehrtwende kann sich Europa auf Trump nicht verlassen
Vorerst hat sich beim US-Präsidenten nur die Tonalität gegenüber Moskau geändert. Das ist positiv, aber seine Sprunghaftigkeit bleibt bestehen