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Nachrichten aus Europa

Explosion an US-Botschaft in Oslo – Eingang beschädigt und glücklicherweise nur leicht Verletzte
Eine Explosion erschütterte das Gelände nahe der US-Botschaft in Oslo. Zunächst war von einem lauten Knall in unmittelbarer Nähe die Rede. Inzwischen bestätigte Oslos Polizeichef Michael Dellemyr, dass der konsularische Eingang beschädigt wurde und es zu leichten Verletzungen kam. Die Polizei steht nach eigenen Angaben im direkten Austausch mit der Botschaft. Weitere schwerere Verletzte seien bislang nicht gemeldet worden. Details zur Ursache oder zu möglichen Hintergründen wurden zunächst nicht veröffentlicht. Der Vorfall ereignet sich in einer Phase wachsender internationaler Spannungen. Sicherheitsbehörden reagierten umgehend, das Gebiet wurde abgesperrt. Noch ist unklar, ob es sich um einen gezielten Angriff oder einen anderen Auslöser handelt. Fest steht: Selbst in Nordeuropa erreicht die aktuelle Eskalation nun symbolträchtige Orte.

 
Der Krieg trifft Europa hart, die EU-Staaten müssen Farbe bekennen
Die Europäische Union ist beim Appeasement mit dem Iran gescheitert, wie zuvor schon in Libyen, Syrien oder Gaza. Die Folgen der Krisen und Kriege sind umso dramatischer

Am Beispiel Deutschland kann gezeigt werden, warum Europa auch beim Irankrieg wieder einmal unvorbereitet und ratlos in eine tiefe Krise stürzt. Es zaudert. Allzu viele möchten den Kopf am liebsten in den Sand stecken. Das ist verständlich, aber eine Selbsttäuschung. Mit jedem weiteren Kriegstag wird deutlicher, dass nicht nur die Menschen am Persischen Golf, sondern ebenso die Europäer von den Folgen voll getroffen werden. Die Energiepreise steigen bereits enorm, globale Lieferketten leiden. Das ist nur ein Vorspiel auf den nächsten Wirtschaftseinbruch.

Ob es wieder eine Welle von Millionen Flüchtlingen Richtung Europa geben wird, wie 2015 und 2022 nach den Eskalationen in Syrien und in der Ukraine, ist noch offen. Aber so wie die Dinge liegen, wäre Hoffnung auf ein Wunder fahrlässig. Die uneinigen Deutschen wie auch die wenig vereinten Europäer müssen sich wohl bald entscheiden, auf welcher Seite sie im Konflikt stehen: Alliierte können nicht gegen das Mullahregime sein, gleichzeitig aber auch gegen die USA und Israel.

 
Recherchen belegen: Wenn russisches Öl „georgisch“ wird und in der EU landet – Der Fall Kulevi
Im Januar 2026 exportierte Georgien angeblich eigene Erdölprodukte im Wert von 56 Millionen Dollar. Ein Anstieg um 3300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erdölprodukte rückten damit auf Platz zwei der georgischen Exportstatistik. Ein Land ohne nennenswerte eigene Förderung, ohne gewachsene Raffineriekapazitäten – und plötzlich ein Schwergewicht im Ölgeschäft.

Die Erklärung lautet offiziell: das neue Raffinerieprojekt in Kulevi am Schwarzen Meer. Dort, auf dem Gelände eines Terminals der aserbaidschanischen SOCAR, nahm im Oktober 2025 erstmals ein Tanker Rohöl auf. Die Betreiberfirma heißt Black Sea Petroleum. Eigentümerin ist Maka Asatiani, in den Nullerjahren bekannt als Model und Society-Persönlichkeit, Tochter des Fußballers Kacha Asatiani, frühere Ehefrau von Merab Schordania, später verheiratet mit dem russischstämmigen Geschäftsmann Kote Gogelia.

Gogelia gilt als eigentlicher Kopf hinter dem Projekt. In Russland war er Gründer von „Nefteresurs“ und „Arctic Bunker“, Unternehmen im Bereich Treibstofftransport. Und ausgerechnet „Russneft“, gegründet von Michail Guzerijew, lieferte im Oktober 2025 als erste Firma Rohöl nach Kulevi.

 
Waffenimporte europäischer Staaten haben sich mehr als verdreifacht
Deutschland hat China überholt und wird der viertgrößte Waffenexporteur. Fast zehn Prozent der Waffenimporte weltweit entfallen auf die Ukraine.
Europäische Staaten haben ihre Waffenimporte in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht und sind damit die weltweit größte Empfängerregion geworden. Das teilte das Stockholmer Sipri-Institut für Sicherheits- und Friedensforschung mit. Das Gesamtvolumen der Importe zwischen 2021 und 2025 liegt demnach 210 Prozent über dem Wert der Jahre von 2016 bis 2020. Insgesamt seien in den vergangenen fünf Jahren 33 Prozent der weltweit gehandelten schweren Waffen in europäische Staaten geliefert worden.

Hinter der Ukraine waren in den vergangenen fünf Jahren Polen und Großbritannien die größten Waffenimporteure in Europa. Mit 48 Prozent stammte laut Sipri fast die Hälfte der gelieferten Waffen aus den USA. Mit großem Abstand folgen Deutschland (7,1 Prozent) und Frankreich (6,2 Prozent).

Den deutlichen Anstieg der Nachfrage in Europa begründete das Stockholmer Institut mit der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland. Zusätzlich verstärkt werde diese durch Unsicherheiten hinsichtlich der Unterstützung der europäischen Staaten durch die USA.

Kampfjets und Flugabwehrsysteme kommen vor allem aus den USA
"Die Lieferungen an die Ukraine seit 2022 sind der offensichtlichste Faktor", sagte Sipri-Forscher Mathew George. Aber auch die meisten anderen europäischen Staaten hätten begonnen, deutlich mehr Waffen zu importieren, "um ihre militärischen Fähigkeiten angesichts der wahrgenommenen wachsenden Bedrohung durch Russland zu stärken".

 
Parlament ebnet Weg für Abschiebezentren in Drittländern
Der Innenausschuss im EU-Parlament hat den Weg für Abschiebezentren in Drittländern geebnet. Konservative und Rechtsaußen-Abgeordnete stimmten gestern in Straßburg für ein Maßnahmenpaket, das die Einwanderungspolitik der EU deutlich verschärfen würde. Das EU-Parlament könnte nun bereits am Donnerstag über den Text abstimmen.

Drastische Strafen vorgesehen
Die Maßnahmen würden es EU-Ländern erlauben, Abschiebezentren außerhalb der EU einzurichten, in die Menschen abgeschoben werden könnten, deren Asylanträge abgewiesen wurden. Zudem sieht es schwerere Strafen für diejenigen vor, die sich weigern, die EU zu verlassen – von Einreiseverboten bis zur Inhaftierung.

Bei der gestrigen Abstimmung handelt es sich um die Parlamentsposition, anhand derer die Verhandlungen mit den EU-Ländern geführt werden sollen. Sie ist das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen der konservativen Parlamentsgruppe EVP mit den Rechtsaußen-Fraktionen. Damit umgehen die Konservativen einen Kompromiss mit Sozialdemokraten und Liberalen.

Menschenrechtsgruppen kritisieren die neue Migrationspolitik und befürchten systematische Menschenrechtsverletzungen.

Wien unterstützt Reform
Von den 27 EU-Ländern stehen vor allem Frankreich und Spanien der Reform skeptisch gegenüber. Zu den Befürwortern gehören unter anderem die nordischen Länder, Österreich und Deutschland. Berlin treibt zusammen mit vier anderen Ländern bereits die Planungen für Abschiebezentren in Drittländern voran.

 
Energie ohne Wende: Europas ungestillte Sucht nach Öl und Gas
Der Anteil von erneuerbarer Energie steigt, doch die Abhängigkeit der EU-Staaten von fossilen Brennstoffen – insbesondere aus Drittstaaten – nimmt kaum ab.

Die EU hat es tatsächlich geschafft, sich in der Energiebeschaffung neu aufzustellen. Seit Beginn des russischen Ukraine-Feldzuges 2022 sank bis auf wenige Ausnahmen (Ungarn und Slowakei) der Import von russischem Öl und Gas auf ein Minimum. Ende 2021 war Russland noch der dominierende Zulieferer gewesen, heute sind es die USA und Norwegen. Doch „REPowerEU“, wie das Projekt 2022 von der EU-Kommission benannt wurde, war nur ein Teilerfolg. Denn die geplante gleichzeitige Umstellung auf erneuerbare Energieträger ist nicht im gewünschten Ausmaß geglückt. Die Energiewende, die Teil des Green Deals war, muss auf die lange Bank geschoben werden. Und das im doppelten Sinne: Denn zum einen sinkt der CO2-Ausstoß aus genutzter Energie nicht in ausreichendem Maße, zum anderen bleibt eine unabhängige Energieversorgung ein Wunschtraum.

Die Öl-Einfuhren sanken laut Eurostat-Zahlen von 2022 bis zum dritten Quartal 2025 nur geringfügig von rund 39,9 Mio. Tonnen pro Monat auf 36 Mio., der Import von Gas ging ebenfalls in kleinem Ausmaß zurück. Hier wurde Pipeline-Gas vor allem durch Flüssiggas (LNG) ersetzt. Der Import von LNG stieg von 7,6 Millionen Tonnen pro Monat im Jahr 2022 auf 8,4 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr.

 
Militärexperte Feichtinger: "Im Bereich der Verteidigung sind wir blank"
Bei einem längeren Krieg im Iran wäre Europa in der Ukraine noch mehr gefordert, sagt Militärstratege Walter Feichtinger. In Österreichs Neutralität sieht er "keinen Mehrwert"

Walter Feichtinger ist nicht nur viel befragter Erklärer zum Iran-Krieg. Er war auch Vizevorsitzender der Wehrdienstkommission – und jahrzehntelang hoher Offizier im Bundesheer. Dort pensioniert, muss sich Feichtinger kein Blatt mehr vor den Mund nehmen – was er ausgiebig nützt: Den Umgang der heimischen Politik mit Verteidigungsfragen kritisiert er scharf. Österreichs Auslegung der Neutralität sei "weder logisch noch stringent".

STANDARD: Herr Feichtinger, welche Auswirkungen hat der Iran-Krieg auf Österreich?

Feichtinger: Aktuell ist noch unklar, wie es im Iran ausgeht. Aber derzeit sehe ich zwei mögliche Szenarien: Ein rasches Ende, also innerhalb der nächsten drei Wochen, hätte wohl keine wesentlichen Auswirkungen auf Österreich und Europa. Wenn es länger dauert, wäre es vor allem energiepolitisch deutlich schwieriger, weil dann mit keinem schnellen Abkühlen der Energiepreise zu rechnen wäre. Sicherheitspolitisch erwarte ich keine wesentlichen Auswirkungen. Mit einer Ausnahme: dass die Ukraine dann noch mehr an Unterstützung der USA verlieren würde – und Europa voll einspringen müsste.

STANDARD: Womit rechnen Sie?

Feichtinger: Ich rechne derzeit mit Szenario eins: Intensive Kriegsführung für vielleicht noch drei Wochen. Danach absinken auf ein kontrollierbares Niveau, wo es vielleicht noch kleinere Gefechtshandlungen innerhalb des Iran geben könnte. Aber wo die Gefahr für die arabischen Staaten stark nachlässt bis verschwindet, weil das iranische Angriffspotenzial so stark geschwächt wurde, dass es nicht mehr wirklich wirksam werden kann. Entscheidend ist die Passierbarkeit der Straße von Hormus.

 
Razzien gegen rechtsextremen Verlag in drei Ländern
Rechtsextreme Propaganda und Verdacht auf Volksverhetzung: In mehreren deutschen Bundesländern sowie in Polen und Spanien hat es heute Razzien gegen den rechtsextremen Verlag Der Schelm gegeben.

Dieser soll unter anderem Publikationen mit antisemitischen und volksverhetzenden Inhalten vertreiben. Darunter seien auch Schriften, in denen der Holocaust geleugnet wird, berichteten die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg in Deutschland.

Gegen acht Beschuldigte wird der Mitteilung zufolge ermittelt, insbesondere wegen des Verdachts der – gemeinschaftlich begangenen – Volksverhetzung in mindestens 488 Fällen. Im Fokus der Behörden stehe dabei ein 61-Jähriger, der derzeit in Russland vermutet wird. Festgenommen wurde niemand, wie eine LKA-Sprecherin sagte. Der Verlag äußerte sich auf Anfrage nicht.

Nazi-Material sichergestellt
Polizeieinsätze gab es den Angaben zufolge in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Laut Mitteilung wurden insgesamt zehn Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht sowie vier weitere Räumlichkeiten in Spanien und Polen. Dabei seien NS-Devotionalien, Propagandamaterialien, Druckerzeugnisse, elektronische Datenträger und andere Beweismittel sichergestellt worden.

Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) fanden die Durchsuchungen in Deutschland in Leipzig, Pforzheim, Neuenbürg, Bottrop, Schönwald und Wertheim statt. Von den Behörden gibt es dafür bisher keine Bestätigung.

 
EU will Fachkräfte vom Balkan: Neue Job-Plattform geplant
Die EU will den Fachkräftemangel mit einer digitalen Plattform bekämpfen – doch der Plan hat eine Kehrseite, die vor allem den Westbalkan treffen könnte.

Das Europäische Parlament hat grünes Licht für die Einrichtung einer neuen digitalen Vermittlungsplattform gegeben, die Arbeitgeber aus EU-Mitgliedstaaten mit Arbeitskräften aus Drittstaaten zusammenbringen soll. Unter dem Namen EU Talent Pool soll das System gezielt dort Abhilfe schaffen, wo europäische Unternehmen händeringend nach Personal suchen. Die Abstimmung fiel deutlich aus: 414 Abgeordnete stimmten dafür, 182 dagegen, 21 enthielten sich.

Dennoch regt sich Widerstand – ein Teil des Parlaments befürchtet, dass die Plattform die Zuwanderung in die EU weiter ankurbeln könnte, was in zahlreichen Mitgliedstaaten ohnehin schon politisch heiß diskutiert wird. Andere Stimmen warnen vor dem sogenannten Braindrain: Qualifizierte Fachkräfte könnten aus Ländern abwandern, die selbst unter Personalmangel leiden – etwa medizinisches Personal vom Westbalkan oder aus afrikanischen Staaten.

Digitales Matching-System
Technisch funktioniert die Plattform als zentrale Online-Schnittstelle: Unternehmen aus EU-Ländern können offene Stellen inserieren, während Bewerberinnen und Bewerber aus Drittstaaten Profile mit Angaben zu Ausbildung, Berufserfahrung, Kompetenzen und Sprachkenntnissen anlegen. Ein digitales Matching-System soll Angebot und Nachfrage auf Basis der jeweiligen Arbeitsmarktbedürfnisse zusammenführen. Die Nutzung ist für beide Seiten kostenlos, die Teilnahme der Mitgliedstaaten bleibt freiwillig.

Wichtig dabei: Weder eine Registrierung noch eine Auswahl über die Plattform ersetzt das reguläre nationale Verfahren zur Erlangung eines Arbeitsvisums oder einer Aufenthaltsgenehmigung. Wer über den EU Talent Pool eine Stelle findet, muss den üblichen Behördenweg im jeweiligen Zielland trotzdem gehen.

 
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