Die Frau, die keiner mehr loswird
Mette Frederiksen hat es noch einmal geschafft. Nach einer ungewöhnlich langen und zähen Regierungsbildung bleibt die dänische Ministerpräsidentin im Amt und stellt damit die Weichen für etwas, das vor wenigen Monaten noch deutlich unsicherer wirkte. Sollte sie diese Amtszeit beenden, könnte sie zur am längsten regierenden dänischen Regierungschefin seit dem Zweiten Weltkrieg werden. Der Weg dorthin war alles andere als souverän. Bei der Wahl im März erzielten ihre Sozialdemokraten das schlechteste Ergebnis seit rund hundert Jahren und kamen nur noch auf 22 Prozent. Ihre persönliche Beliebtheit sinkt seit Monaten. Viele Wähler beschreiben sie inzwischen als distanziert oder selbstsicher bis an die Grenze zur Arroganz. Trotzdem blieb am Ende kaum jemand übrig, der das Land führen konnte. Mehr als ein Dutzend Parteien zog ins Parlament ein und über Wochen gelang es niemandem, eine tragfähige Mehrheit zu organisieren. Erst nach langen Gesprächen zwischen linken Parteien und moderaten Kräften entstand am Montagabend eine neue Regierung. Frederiksen reiste anschließend nach Odense und informierte König Frederik X. persönlich. Der Monarch und Königin Mary befanden sich auf der königlichen Yacht Dannebrog im Hafen, als die neue Regierung offiziell bestätigt wurde.
Frederiksen erklärte später, man lebe im besten Land der Welt und diese Lösung habe gelingen müssen. International ist sie längst deutlich sichtbarer als im eigenen Land. Vor allem ihr Widerstand gegen Donald Trumps Forderungen rund um Grönland hat ihr in Europa Aufmerksamkeit gebracht. Dänemark gehört mit nur sechs Millionen Einwohnern nicht zu den großen Staaten des Kontinents, besitzt mit Grönland aber eines der strategisch wichtigsten Gebiete der Arktis. Während andere Regierungen vorsichtiger formulierten, blieb Frederiksen bei ihrer Linie und verweigerte jede Bereitschaft, die Insel aus der Hand zu geben. Gleichzeitig baute sie Dänemarks Rolle in der Nato aus und unterstützte die Ukraine militärisch deutlich stärker, als es viele dem Land zugetraut hätten. Innenpolitisch dürfte die neue Regierung stärker auf Umweltpolitik setzen, was besonders die große dänische Schweineindustrie unter Druck bringen könnte. Beobachter gehen außerdem davon aus, dass Frederiksen diese Amtszeit nutzen könnte, um sich für eine internationale Rolle in Stellung zu bringen. In Kopenhagen bleibt sie umstritten. In Europa bleibt sie gefragt.
Mette Frederiksen hat es noch einmal geschafft. Nach einer ungewöhnlich langen und zähen Regierungsbildung bleibt die dänische Ministerpräsidentin im Amt und stellt damit die Weichen für etwas, das vor wenigen Monaten noch deutlich unsicherer wirkte. Sollte sie diese Amtszeit beenden, könnte sie zur am längsten regierenden dänischen Regierungschefin seit dem Zweiten Weltkrieg werden. Der Weg dorthin war alles andere als souverän. Bei der Wahl im März erzielten ihre Sozialdemokraten das schlechteste Ergebnis seit rund hundert Jahren und kamen nur noch auf 22 Prozent. Ihre persönliche Beliebtheit sinkt seit Monaten. Viele Wähler beschreiben sie inzwischen als distanziert oder selbstsicher bis an die Grenze zur Arroganz. Trotzdem blieb am Ende kaum jemand übrig, der das Land führen konnte. Mehr als ein Dutzend Parteien zog ins Parlament ein und über Wochen gelang es niemandem, eine tragfähige Mehrheit zu organisieren. Erst nach langen Gesprächen zwischen linken Parteien und moderaten Kräften entstand am Montagabend eine neue Regierung. Frederiksen reiste anschließend nach Odense und informierte König Frederik X. persönlich. Der Monarch und Königin Mary befanden sich auf der königlichen Yacht Dannebrog im Hafen, als die neue Regierung offiziell bestätigt wurde.
Frederiksen erklärte später, man lebe im besten Land der Welt und diese Lösung habe gelingen müssen. International ist sie längst deutlich sichtbarer als im eigenen Land. Vor allem ihr Widerstand gegen Donald Trumps Forderungen rund um Grönland hat ihr in Europa Aufmerksamkeit gebracht. Dänemark gehört mit nur sechs Millionen Einwohnern nicht zu den großen Staaten des Kontinents, besitzt mit Grönland aber eines der strategisch wichtigsten Gebiete der Arktis. Während andere Regierungen vorsichtiger formulierten, blieb Frederiksen bei ihrer Linie und verweigerte jede Bereitschaft, die Insel aus der Hand zu geben. Gleichzeitig baute sie Dänemarks Rolle in der Nato aus und unterstützte die Ukraine militärisch deutlich stärker, als es viele dem Land zugetraut hätten. Innenpolitisch dürfte die neue Regierung stärker auf Umweltpolitik setzen, was besonders die große dänische Schweineindustrie unter Druck bringen könnte. Beobachter gehen außerdem davon aus, dass Frederiksen diese Amtszeit nutzen könnte, um sich für eine internationale Rolle in Stellung zu bringen. In Kopenhagen bleibt sie umstritten. In Europa bleibt sie gefragt.
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