Hut ab vor dieser meisterhaften Geschichtsstunde! Knezevic hat die Weltordnung endlich mathematisch präzise entschlüsselt: In seiner Realität wurden im Westbalkan der 1990er Jahre offensichtlich ausschließlich Serben umgebracht und die Kroaten (und alle anderen Nachbarn) haben die Jahre wahrscheinlich mit Däumchen drehen verbracht. Dass die serbische Führung unter Milosevic, dem Schlächter vom Balkan, damals mit Panzern und Artillerie "Bruderliebe“ in ganz Kroatien und Bosnien verteilt hat (man denke nur an das völlig friedliche Vukovar oder Dubrovnik), war vermutlich nur ein logistischer Irrtum des Reisebüros.
Die Logik ist einfach bestechend, wenn kroatische Politiker heute Entschädigungen fordern, ist das "politisches Urinieren“. Wenn man selbst aber jahrzehntelang jede eigene Verantwortung für Kriegsverbrechen, Vertreibungen und Aggressionen unter den Teppich kehrt, ist das einfach nur "Brüderlichkeit“. Ein genialer Trick, welchen sich auch die Hand Gottes ab und zu bedient. Warum sollte man sich auch mit lästigen historischen Fakten belasten, wenn man stattdessen so wunderbare Verschwörungen über Babynahrung, Kredithaie und den Geheimdienst basteln kann?
Besonders rührend ist das Gejammer über das abgewiesene "Serbien siegt!“-Transparent. Da reisen Menschen völlig selbstlos mit politischen Kampfbegriffen im Gepäck in ein Nachbarland, und der dortige Grenzschutz hat doch tatsächlich die Unverschämtheit, keine Rosen zu streuen! Unerhört. Aber zum Glück erinnert uns Knezevic daran, dass serbische und montenegrinische Gesichter "Teile desselben Antlitzes“ sind – ein Antlitz, das wegguckt, sobald die Sprache auf die eigenen historischen Fehler kommt. Kennt man ja auch von Kommentaren der Hand Gottes, da sind dann alle Nazis, Ustascha oder sonstiger Abschaum und die Cetniks als verkannte Helden hochgelobt.
Die Logik ist einfach bestechend, wenn kroatische Politiker heute Entschädigungen fordern, ist das "politisches Urinieren“. Wenn man selbst aber jahrzehntelang jede eigene Verantwortung für Kriegsverbrechen, Vertreibungen und Aggressionen unter den Teppich kehrt, ist das einfach nur "Brüderlichkeit“. Ein genialer Trick, welchen sich auch die Hand Gottes ab und zu bedient. Warum sollte man sich auch mit lästigen historischen Fakten belasten, wenn man stattdessen so wunderbare Verschwörungen über Babynahrung, Kredithaie und den Geheimdienst basteln kann?
Besonders rührend ist das Gejammer über das abgewiesene "Serbien siegt!“-Transparent. Da reisen Menschen völlig selbstlos mit politischen Kampfbegriffen im Gepäck in ein Nachbarland, und der dortige Grenzschutz hat doch tatsächlich die Unverschämtheit, keine Rosen zu streuen! Unerhört. Aber zum Glück erinnert uns Knezevic daran, dass serbische und montenegrinische Gesichter "Teile desselben Antlitzes“ sind – ein Antlitz, das wegguckt, sobald die Sprache auf die eigenen historischen Fehler kommt. Kennt man ja auch von Kommentaren der Hand Gottes, da sind dann alle Nazis, Ustascha oder sonstiger Abschaum und die Cetniks als verkannte Helden hochgelobt.
