Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten aus Zypern

Nur ein Paar Punkte, wo ich als Zypriote etwas anderer Meinung bin :)


Politische Ausrichtung:
Zypern ist eine Demokratie (lat.: Republik)
- ein westlicher Staat
- Teil der EU


Das erste ist umstritten, je nach Demokratie-Definition. Das zweite würde ich nicht sagen, westlich ist nach meinem Verständnis Zypern nicht. Das dritte stimmt (leider) schon.

Historie:
Auf Zypern leben mind. seit ca. 5000 Jahren Griechen.


Also nach meinen Wissen, erst seit ca. 3500 Jahren. Die eigentliche "autochthone" Bevölkerung sind die Eteozyprioten, die vermutlich kleinasiatischer-semitischer Herkunft sind, schrittweise aber auch die griechische Sprache übernommen haben, spätestens seit dem 3. Jahrhundert vor Christi.

Musik, Sprache:
Die Musik Zyperns ist allen griechisch-pontischen Musikrichtungen (Pontos = Meer), wozu auch die Musik aus Smyrna / Izmir zählt, gleich. Das basische Organ ist die Lyra. Die Sprache ist überwiegend die, welche auch auf anderen Inseln der Ägäis üblich ist.

Ich würde eher sagen, dass die wichtigsten Musik-Instrumente die Geige und das Laouto sind.

Tatsächlich ist aber die Musik ähnlich zu anderen griechischen Inseln. Die Sprache ist vor allem ähnlich zu dieser in Dodekanes und Chios, wobei wir schon einen ziemlich anderen Wortschatz haben. Vielleicht hatten das die Dodekanesier auch, schrittweise aber durch den Einfluss des griechischen Staates verloren. Wir haben viele türkische und lateinische, aber auch einige arabische Wörter in unserem Dialekt.


 
Die Zyprioten moslemischen Glaubens sprechen ihre Ethnische Sprache,und die ist komischerweise türkisch,somit kannst du nicht von einer Ethnie sprechen.

Nicht zu 100% eigentlich. Ein wichtiger Anteil der muslimischen Zyprioten waren griechisch-sprachig, obwohl nicht die Mehrheit. Erst in den letzten Paar Generationen hat sich Türkisch als Muttersprache bei fast allen Muslimen durchgesetzt. In Jalousa (Yenierenköy) sollen trotzdem sogar die jungen Leute immer noch Griechisch können.

Natürlich muss man dazu sagen, als Griechen haben sich diese griechisch-sprachigen Muslimen nie gefühlt (ob sie sich als Türken sehen, ist eine andere nicht so einfache Frage, aber sicher mehr türkisch als griechisch).
 
Nicht zu 100% eigentlich. Ein wichtiger Anteil der muslimischen Zyprioten waren griechisch-sprachig, obwohl nicht die Mehrheit. Erst in den letzten Paar Generationen hat sich Türkisch als Muttersprache bei fast allen Muslimen durchgesetzt. In Jalousa (Yenierenköy) sollen trotzdem sogar die jungen Leute immer noch Griechisch können.

Natürlich muss man dazu sagen, als Griechen haben sich diese griechisch-sprachigen Muslimen nie gefühlt (ob sie sich als Türken sehen, ist eine andere nicht so einfache Frage, aber sicher mehr türkisch als griechisch).

Natürlich wäre es auch mein größter Wunsch das die Menschen friedlich miteinander leben,es funken aber immer wieder irgendwelche Nationalisten dazwischen und es kommt zum Blutvergießen.
Man kann die Dinge die nicht allzu lange her sind einfach so vergessen,das braucht Zeit,die Wunden sind immer noch nicht verheilt.
Es muss alles getan werden damit keine unschuldigen Menschen wegen nichts und wieder nichts ihr leben lassen,leider ist eine zwei Staaten Lösung aus meiner Sicht das einzig richtige.
Die Religionszugehörigkeit bedeutet gleich Ethnie,das ist die Realität..
 
Nicht zu 100% eigentlich. Ein wichtiger Anteil der muslimischen Zyprioten waren griechisch-sprachig, obwohl nicht die Mehrheit. Erst in den letzten Paar Generationen hat sich Türkisch als Muttersprache bei fast allen Muslimen durchgesetzt. In Jalousa (Yenierenköy) sollen trotzdem sogar die jungen Leute immer noch Griechisch können.

Natürlich muss man dazu sagen, als Griechen haben sich diese griechisch-sprachigen Muslimen nie gefühlt (ob sie sich als Türken sehen, ist eine andere nicht so einfache Frage, aber sicher mehr türkisch als griechisch).

Vielleicht fühlen sie sich ja als Marsianer. :lol: Immer diese Relativierungsversuche bei dir...
 
Natürlich wäre es auch mein größter Wunsch das die Menschen friedlich miteinander leben,es funken aber immer wieder irgendwelche Nationalisten dazwischen und es kommt zum Blutvergießen.
Man kann die Dinge die nicht allzu lange her sind einfach so vergessen,das braucht Zeit,die Wunden sind immer noch nicht verheilt.
Es muss alles getan werden damit keine unschuldigen Menschen wegen nichts und wieder nichts ihr leben lassen,leider ist eine zwei Staaten Lösung aus meiner Sicht das einzig richtige.
Die Religionszugehörigkeit bedeutet gleich Ethnie,das ist die Realität..

Ich sehe wirklich nicht, wie eine Zwei-Staaten-Lösung mit weniger Blutvergießen verbunden wäre. Gewaltbereite Nationalisten gibt es in Zypern eher wenig, und diese werden auch mit zwei Staaten auch genau so gut Gewalttaten machen. Wenn überhaupt, wird durch die Zwei-Staaten-Lösung das Gewaltpotential erhöht, weil die Vorurteile größer sein werden.


Vielleicht fühlen sie sich ja als Marsianer. :lol: Immer diese Relativierungsversuche bei dir...

Ich will nichts relativieren, ich wollte nur ein Paar Dinge über die Identitäten in Zypern klarer machen :). Viele haben den Eindruck, dass die muslimischen Zyprioten sich generell als Türken fühlen, und die orthodoxen Zyprioten als Griechen. So einfach ist es aber nicht, wenn das uns gefällt oder nicht. Wobei, ob die muslimischen Zyprioten sich als Türken fühlen, hängt nicht so viel von der Muttersprache, sondern von der politischen Einstellung ab.
 
Energie-Allianz schliesst Türkei aus

Erdgasstreit im Mittelmeer

Marco Kauffmann Bossart, Istanbul 1.12.2014, 05:30 Uhr

Zypern prüft den Bau einer Erdgaspipeline nach Ägypten und stimmt sich in der Energiepolitik auch mit weiteren Mittelmeerländern ab. Die Türkei fühlt sich ausgeschlossen und will selber Bohrungen durchführen.

Noch am vergangenen Wochenende gab sich US-Vizepräsident Joe Biden in Istanbul überzeugt, die Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer würden dereinst die Anrainerstaaten zusammenrücken lassen und die Energiesicherheit Europas erhöhen. Bidens Zuversicht wurde innerhalb weniger Tage von der Realität überholt: Am Dienstag vereinbarten Zypern und Ägypten, die Machbarkeit einer Unterwasserpipeline zwischen dem zypriotischen Erdgasfeld «Aphrodite» und dem nordafrikanischen Land zu untersuchen. Die türkische Regierung reagierte gereizt. Man werde «nicht erlauben», dass sich die Republik Zypern wie ein Monopolist verhalte und die Ausbeutung von Bodenschätzen vorantreibe, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu.
...
Allerdings insistiert die Türkei, die Griechischzyprioten repräsentierten nicht die gesamte Insel. Die Ausbeutung der Bodenschätze müsse Teil der Gespräche über eine Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Insel sein. Andernfalls würden die Interessen der Türkischzyprioten verletzt. Die «Türkische Republik Nordzypern» wird bis anhin einzig von Ankara offiziell anerkannt.

1.18435507.1417367387.jpg

Ankaras Verhältnis zu Tel Aviv und Kairo ist wegen politischer Spannungen stark unterkühlt. Dass der Norden und der Süden Zyperns beim Abbau der Bodenschätze zusammenspannen würden, scheint derzeitig wenig realistisch.
...
Energie-Allianz schliesst Türkei aus: Erdgasstreit im Mittelmeer - Wirtschaft Nachrichten - NZZ.ch

Auch nicht gerade friedensfördernd, oder???
 
Energie-Allianz schliesst Türkei aus

Erdgasstreit im Mittelmeer

Marco Kauffmann Bossart, Istanbul 1.12.2014, 05:30 Uhr

Zypern prüft den Bau einer Erdgaspipeline nach Ägypten und stimmt sich in der Energiepolitik auch mit weiteren Mittelmeerländern ab. Die Türkei fühlt sich ausgeschlossen und will selber Bohrungen durchführen.

Noch am vergangenen Wochenende gab sich US-Vizepräsident Joe Biden in Istanbul überzeugt, die Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer würden dereinst die Anrainerstaaten zusammenrücken lassen und die Energiesicherheit Europas erhöhen. Bidens Zuversicht wurde innerhalb weniger Tage von der Realität überholt: Am Dienstag vereinbarten Zypern und Ägypten, die Machbarkeit einer Unterwasserpipeline zwischen dem zypriotischen Erdgasfeld «Aphrodite» und dem nordafrikanischen Land zu untersuchen. Die türkische Regierung reagierte gereizt. Man werde «nicht erlauben», dass sich die Republik Zypern wie ein Monopolist verhalte und die Ausbeutung von Bodenschätzen vorantreibe, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu.
...
Allerdings insistiert die Türkei, die Griechischzyprioten repräsentierten nicht die gesamte Insel. Die Ausbeutung der Bodenschätze müsse Teil der Gespräche über eine Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Insel sein. Andernfalls würden die Interessen der Türkischzyprioten verletzt. Die «Türkische Republik Nordzypern» wird bis anhin einzig von Ankara offiziell anerkannt.

1.18435507.1417367387.jpg

Ankaras Verhältnis zu Tel Aviv und Kairo ist wegen politischer Spannungen stark unterkühlt. Dass der Norden und der Süden Zyperns beim Abbau der Bodenschätze zusammenspannen würden, scheint derzeitig wenig realistisch.
...
Energie-Allianz schliesst Türkei aus: Erdgasstreit im Mittelmeer - Wirtschaft Nachrichten - NZZ.ch

Auch nicht gerade friedensfördernd, oder???

Ja, das ist die Politik der Türkei, natürlich ist diese nicht friedensfördernd, siehe die illegale Besetzung Nordzyperns.
 
Zurück
Oben