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Nachrichten Russland

Bericht: Putin bittet Oligarchen um Spenden
Der russische Präsident Wladimir Putin drängt Medienberichten zufolge Oligarchen zu Beiträgen für den angeschlagenen Staatshaushalt. Damit sollen die Staatsfinanzen angesichts der hohen Kosten für den Krieg in der Ukraine stabilisiert werden, wie die „Financial Times“ und das Onlineportal The Bell unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen heute berichteten.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies diese Darstellung zurück. Vielmehr habe einer der Geschäftsleute bei einem Treffen selbst vorgeschlagen, Geld an den Staat zu spenden. Putin habe diese Initiative begrüßt, aber nicht selbst um Zahlungen gebeten.

Russlands Wirtschaft ist mit westlichen Sanktionen belegt. Der Staatshaushalt leidet unter sinkenden Einnahmen aus Öl- und Gasexporten sowie einer schwächelnden Konjunktur, die die Steuereinnahmen aus anderen Wirtschaftsbereichen schmälert. Die Regierung hat deshalb bereits die Mehrwertsteuer angehoben.

Die Konjunkturaussichten trüben sich ein, obwohl die Kriegswirtschaft auf Hochtouren läuft. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum in Russland von 0,6 Prozent, nach 1,0 Prozent im Vorjahr.

 
Irische Tonerde für Putins Raketen – Europas Raffinerie liefert
An der windigen Westküste Irlands steht eine Anlage, die in Europa kaum jemand kennt und deren Bedeutung doch kaum überschätzt werden kann. Aughinish Alumina in der Grafschaft Limerick ist die größte Tonerde-Raffinerie der Europäischen Union. Dort wird aus Bauxit jene Tonerde gewonnen, ohne die Aluminium nicht hergestellt werden kann. Aluminium wiederum ist nicht irgendein Industriemetall. Es steckt in Flugzeugen, Drohnen, Raketen, Fahrzeugen und Waffensystemen. Es ist leicht, widerstandsfähig, korrosionsbeständig und militärisch hoch relevant. Genau deshalb hat die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten selbst dazu aufgerufen, Tonerde als strategisch wichtigen Stoff zu lagern. Umso gravierender ist, was neue Recherchen jetzt offenlegen. Denn ein großer Teil der irischen Exporte landet nicht in europäischen Reserven, sondern in Russland. Und dort führt die Spur weiter in die Lieferketten jener Firmen, die Putins Krieg gegen die Ukraine am Laufen halten.

Die Abläufe sind in ihrer Schlichtheit erschreckend. Bauxit aus Guinea und dem brasilianischen Amazonasgebiet wird per Frachtschiff nach Irland gebracht. In Aughinish wird das Gestein unter Hitze, Druck und mit Natronlauge zu Tonerde verarbeitet. Diese Tonerde wird anschließend an russische Aluminiumhütten geliefert, die dem Konzern Rusal gehören. Rusal ist einer der größten Aluminiumproduzenten der Welt und in Russland zentral für Verteidigung, Transport, Bau und Elektroindustrie. Seit 2023 ging mehr als die Hälfte der Tonerde-Exporte aus Aughinish an russische Schmelzwerke. Besonders wichtig waren dabei die Hütten in Krasnojarsk und Sajanogorsk in Sibirien. Allein im Jahr 2024 soll die irische Raffinerie rund die Hälfte ihrer gesamten Jahresproduktion, im Wert von etwa 400 Millionen Dollar, an diese beiden Standorte geliefert haben. Das entsprach fast 40 Prozent aller Tonerde-Importe dieser Werke.

 
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Ukrainische Drohnen haben die dritte Nacht in Folge das Ölterminal Ust-Luga bei St. Petersburg angegriffen. Das Terminal ist fast vollständig zerstört und kann nicht mehr für Ölverladungen genutzt werden. Es ist unklar, wie lange die Reparaturen dauern werden. Nicht nur die Tanks, sondern auch die Pumpen und der Pier sind zerstört. Der Brand lässt sich nicht löschen; man kann nur abwarten, bis es von selbst erlischt. Das Ölterminal Ust-Luga ist ein wichtiger russischer Ölexporthafen. Hervorragende Operation, bravo!
 
Experte zeigt auf: „Der Irankrieg kam für Russland genau zum richtigen Zeitpunkt“
Der Irankrieg bringt die Welt an den Rand einer Wirtschaftskrise. Für Russland aber hätte der Zeitpunkt seines Beginns besser gar nicht sein können, erklärt Vasily Astrov vom Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) im Gespräch mit der „“Presse“. Drei Tage davor nämlich hatte die Regierung bereits einen heiklen Plan gefasst.

Des einen Leid, des anderen Freud. So ist es oft in Kriegen. Und so ist es auch beim Irankrieg. Während nämlich die Welt in eine Wirtschaftskrise zu schlittern droht, bringt die Eskalation im Nahen Osten Russland gleich mehrere Vorteile. Neben dem Effekt, dass die Weltaufmerksamkeit vom Ukrainekrieg abgelenkt ist, bekommt Russland finanziell eine Verschnaufpause. „Durch den hohen Ölpreis verdient Russland jetzt natürlich viel viel mehr als noch vor einem Monat“, sagt Vasily Astrov, Russland-Experte am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), im Podcast der „Presse“. “Der Irankrieg kam für Russland genau zum richtigen Zeitpunkt“.

„50 Milliarden - das ist nicht wenig“
Die Wirtschaftszahlen in den ersten beiden Monaten des Jahres hatten bereits eine Rezession angedeutet, das Geld im Budget war knapp geworden. „Aus russischer Sicht war die Situation wirklich besorgniserregend“, sagt Astrov. Mit den jetzigen Zusatzeinnahmen könne der Staat die Löcher im Budget stopfen.

Dass Russland sich nach Berechnung der Kyiv School of Economics über ein Steuerplus von von 151 Milliarden Dollar werde freuen können und damit die Kriegsausgaben des gesamten Jahres decken könne, falls der Irankrieg über sechs Monate lang anhalte, hält Astrov für heillos überzogen. „Ich glaube, die Schätzung ist ca. ums Dreifache übertrieben...Aber natürlich, 50 Milliarden sind 50 Milliarden – das ist nicht wenig“. Wohlgemerkt, falls der Irankrieg sechs Monate anhalte.

 
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In der Nacht wurden die Raffinerie Slavneft-Yanos in Jaroslawl und das Sprengstoffwerk Promsintez in Tschapajewsk erfolgreich angegriffen. Das Werk wurde mit einer Flamingo-Rakete getroffen.

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Während der Sowjetzeit, von den 1920er Jahren bis zum Zusammenbruch der UdSSR, wurden im Chemiewerk in Tschapajewsk chemische Waffen hergestellt.
 
Duma-Abgeordnete bekommen bei US-Besuch Trump-Socken
Bei ihrem ersten Besuch in den USA seit mehr als zehn Jahren haben russische Abgeordnete Socken mit einem Bildnis des US-Präsidenten Donald Trump geschenkt bekommen.

Das Treffen auf Einladung der Kongressabgeordneten Anna Paulina Luna sei ein Fortschritt, wenn auch noch keine vollwertige Wiederaufnahme der Kontakte, sagte der Duma-Abgeordnete der Kreml-Partei Geeintes Russland, Wjatscheslaw Nikonow, gestern.

Ausnahmegenehmigungen für russische Abgeordnete
Die russischen Abgeordneten hatten demnach ungeachtet geltender Sanktionen wegen des Krieges gegen die Ukraine Ausnahmegenehmigungen für die Reise erhalten. Trumps Regierung habe grünes Licht für diesen Dialog gegeben, wenngleich die Reise offiziell einen privaten Charakter gehabt habe, berichtete die Moskauer Zeitung „Kommersant“. Im Kreml war von einem „historischen Besuch“ die Rede.

„Als Vertreter der beiden größten Atommächte der Welt sind wir unseren Bürgern einen offenen Dialog, neue Ideen und eine offene Kommunikation schuldig“, schrieb die Republikanerin Luna bei X. Die Politikerin aus Florida ist als Unterstützerin von Trump und Kritikerin der US-Hilfen für die Ukraine bekannt.

 
Moskau weist erneut britischen Diplomaten aus
Russland hat erneut einen britischen Diplomaten unter dem Vorwurf angeblicher Spionage ausgewiesen. Das teilte der Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau heute mit. Der Mann im Rang eines zweiten Sekretärs müsse Russland binnen zwei Wochen verlassen. Schon im März hatte Moskau einem britischen Diplomaten die Akkreditierung entzogen, also die offizielle Arbeitserlaubnis.

Das britische Außenministerium wies die Vorwürfe als „völligen Unsinn“ zurück. „Russland verfolgt eine zunehmend aggressive und koordinierte Kampagne der Schikane gegen britische Diplomaten“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur PA zufolge.

 
Netz unter Kontrolle – Russland baut Zensur aus, Nutzer weichen aus
Mehrfach hatten wir darüber bereits berichtet. Russland verschärft den Zugriff auf das Internet und geht dabei systematisch vor. Neue Gesetze erlauben es den Behörden, mobile Datenverbindungen ohne Begründung abzuschalten. Parallel entstehen sogenannte White Lists mit erlaubten Seiten und Apps, während ein großer Teil populärer Angebote, vor allem aus dem Ausland, blockiert bleibt. Wer außerhalb dieser Auswahl liegt, verschwindet aus dem Zugriff. Technisch setzt der Staat auf umfassende Kontrolle. Jeder Anbieter muss Systeme installieren, die Datenströme analysieren und Verbindungen gezielt kappen. Diese Deep Packet Inspection wird weiter ausgebaut, mit dem Ziel, den gesamten Datenverkehr zu überwachen. Gleichzeitig werden Verbindungen gezielt verlangsamt, sodass Dienste scheinbar nicht mehr funktionieren. Selbst globale Infrastruktur wie Cloudflare wird so eingeschränkt, dass Seiten nur noch teilweise laden.

Hinzu kommt ein wachsendes System zur Identifizierung einzelner Nutzer. Geplant ist eine Datenbank mit Gerätekennungen, die es ermöglichen könnte, gezielt SIM-Karten zu sperren. Auch Suchanfragen geraten in den Fokus. Wer Inhalte sucht, die als extremistisch gelten, riskiert Strafen. Kontrolle verschiebt sich damit vom Zugang zum Verhalten. Die Reaktion in der Bevölkerung ist deutlich. Millionen greifen zu VPN-Diensten, um Sperren zu umgehen. Doch auch hier zieht der Staat nach, blockiert Hunderte Anbieter, entfernt Apps aus Stores und investiert in Technik, die solche Verbindungen erkennt und unterbindet. Selbst Anleitungen zur Nutzung werden aus dem Netz gedrängt.

Gleichzeitig entstehen neue Wege. Protokolle wie VLESS werden stark nachgefragt, ebenso dezentrale Netzwerke, die ohne klassische Infrastruktur auskommen. Messenger-Dienste könnten diese Technologien künftig integrieren und damit neue Umgehungsrouten schaffen. Doch der Zugang wird schwieriger. Am Ende zeichnet sich eine Entwicklung ab, bei der nicht alle gleichermaßen mithalten können. Wer technisch versiert ist, findet Wege. Viele andere greifen auf das zurück, was erreichbar bleibt. Und das sind zunehmend staatlich kontrollierte Angebote.

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Soll man mit den Russen reden?
Ein übel verunglücktes französisches Fernsehinterview mit Russlands Außenminister illustriert, welche Herausforderungen die lauter werdenden Rufe nach „Gesprächskanälen“ der EU mit Moskau mit sich bringen.


„Eine der größten Lügen, die wir uns selbst erzählen, ist, dass jeder die Wahrheit will.“ Diese harten Worte stammen von Peter Pomerantsev, einem der klügsten Analysten der russischen Desinformationspolitik. Ich musste an ihn denken, als ich gestern Abend die Meldung las, dass der Kreml mit einem Interview von Außenminister Sergej Lawrow im französischen Fernsehen groben Unfug treibt.

Vorige Woche sprach Léa Salamé, die Anchor-Woman der Abendnachrichten des öffentlich-rechtlichen Senders France 2, eine Stunde lang mit Lawrow. Doch auf dem offiziellen YouTube-Kanal des russischen Außenministeriums wurde eine schwer manipulierte und sinnentstellte Version des Gesprächs veröffentlicht. Mehrere Passagen Salamés wurden gezielt falsch auf Russisch übersetzt, um den Eindruck zu erwecken, dass sie Lawrows Aussagen über den Irankrieg und vor allem den Krieg in der Ukraine unterstütze. Weglassungen und Hinzufügungen in der Übersetzung wurden systematisch eingeflochten. Das Ganze ging übrigens technisch auf ganz einfache, altmodische Weise, ganz ohne Künstliche Intelligenz. So einfach hatten es Salamé und France 2 dem zynischen Altmeister Lawrow und seinen Propagandisten gemacht.

Interviews als Rohstoff für Propaganda
Um die Wahrheit, um eine wahrhafte Darstellung und Infragestellung der russischen imperialistischen Kriegspolitik, ging es Lawrow natürlich nicht. Er wusste: in dem Moment, wo ein westliches Medium mit Renommee ihm das Wort gibt, schnappt die Falle zu. Dann bestimmt er, welche Richtung das Gespräch nimmt. Und wenn die ihm nicht gefällt, sorgt die Nachbearbeitung im Kreml dafür, dass die erwünschte manipulative Wirkung entsteht.

Es ist erschütternd, dass sich Salamé und France 2 haben hereinlegen lassen. Zumal ihr Lebensgefährte, der sozialdemokratische Europaabgeordnete Raphaël Glucksmann, ein ebenso kluger Kenner wie scharfzüngiger Kritiker des russischen Neoimperialismus ist. Mit ein wenig Sarkasmus kann man wenigstens festhalten: Im Haushalt Salamé-Glucksmann steht die Brandmauer zwischen ihrem und seinem Job felsenfest.

 
Ein Gift, viele Spuren, russische Labore, deutsche Lieferketten und widersprüchliche Aussagen im Fall Nawalny
Fünf europäische Staaten kommen Mitte Februar 2026 zu einem Ergebnis, das kaum Raum für Zweifel lässt. Schweden, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die Niederlande erklären gemeinsam, dass in biologischen Proben von Alexej Nawalny ein Stoff nachgewiesen wurde, der zu den tödlichsten Giften überhaupt gehört. Nach ihren Angaben wurde ein Stoff nachgewiesen, der Epibatidin zugeordnet wird. Mehrere Labore, unabhängig voneinander, gleiche Feststellung. Damit verschiebt sich die Frage weg vom Ob hin zum Wie und vor allem zum Wer.

Die Spur führt in Einrichtungen, die bereits zuvor im Zusammenhang mit chemischen Waffen standen. Mitarbeiter des staatlichen Forschungsinstituts GosNIIOChT und des Wissenschaftszentrums Signal werden in diesem Zusammenhang immer wieder genannt. Dort wurde auch bereits Nowitschok hergestellt, jenes Nervengift, das 2020 gegen Nawalny eingesetzt wurde und zuvor im Fall Skripal und anderen Vergiftungen eine Rolle spielte. Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen liefern Hinweise darauf, wie gearbeitet wurde. Sie zeigen Methoden, Reaktionswege, eingesetzte Stoffe. Und sie zeigen Namen.

 
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