Bart und Umwege: Russlands Merkblatt gegen den eigenen Tod
Bevor der Offizier morgens losfährt, geht er in die Hocke und leuchtet unter das eigene Auto. Radkästen und Unterboden, die Stellen, an denen eine Ladung klebt. Es ist kein Einfall eines Ängstlichen, es ist Dienstvorschrift. Russlands Verteidigungsministerium verteilt unter Soldaten und Zivilbeschäftigten ein Papier für den Fall eines drohenden Anschlags. Das Papier heißt Standardunterweisung für den Bediensteten und seine Angehörigen zum Verhalten bei Hinweisen auf ein geplantes Attentat, gestützt auf die Erfahrung der Sicherheitsbehörden. Adressat ist, wer beim Ministerium oder der Rosgwardija arbeitet und eine Todesdrohung ukrainischer Dienste erhalten hat.
Der Feind, so das Papier, lese die Namen aus offenen Quellen und Messenger-Diensten, präge sich Wohnort und Tagesablauf ein und suche sich dann die Methode. Also solle der Bedienstete verschwinden, ohne den Ort zu wechseln. Keine Spur mehr in den sozialen Netzwerken, neue Nummer, neues Telefon, Anrufe nur von bekannten Nummern. Jeden Tag ein anderer Weg, und weg mit allem, was den Standort verrät, bis zur Smartwatch und zum Schrittzähler. Wer ihm zweimal begegnet oder ihn und seinen Wagen fotografiert, ist verdächtig. Und das Gesicht soll ein anderes werden, Brille und Bart, dazu eine fremde Frisur und andere Kleidung, damit der General im Spiegel jemand anderes wird.
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Das Dokument warnt russische Soldaten und ihre Familien vor gezielten Anschlägen durch ukrainische Geheimdienste und empfiehlt umfangreiche Schutzmaßnahmen. Dazu gehören häufig wechselnde Fahr- und Arbeitswege, das Meiden fester Routinen, die Kontrolle von Wohnung und Fahrzeug auf Sprengsätze, Vorsicht bei Paketen und Lieferdiensten sowie der Verzicht auf Ortungsdienste und soziale Netzwerke. Außerdem wird geraten, persönliche Daten zu entfernen, das äußere Erscheinungsbild zu verändern, nur bekannte Anrufer anzunehmen und Familienangehörige ebenfalls auf mögliche Anschläge vorzubereiten.
Bevor der Offizier morgens losfährt, geht er in die Hocke und leuchtet unter das eigene Auto. Radkästen und Unterboden, die Stellen, an denen eine Ladung klebt. Es ist kein Einfall eines Ängstlichen, es ist Dienstvorschrift. Russlands Verteidigungsministerium verteilt unter Soldaten und...
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