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Nachrichten Russland

Kohl zu Dieseldeal: „Putin kann Kriegskassen auffüllen“
Die ORF-Korrespondenten Christophe Kohl und Christian Wehrschütz haben den US-russischen Dieseldeal eingeordnet. Kohl stellte infrage, ob US-Präsident Donald Trump damit tatsächlich die Spritpreise senken könne, betonte aber, dass Russland so jedenfalls seine „Kriegskassen auffüllen“ könne.

Videobericht
 
3 Angriffe, 6 Länder betroffen: Russlands digitale Infrastruktur bricht an mehreren Stellen zusammen
Drei Drohnenangriffe auf Rechenzentren des russischen Technologieunternehmens Yandex innerhalb von 4 Tagen, und plötzlich funktionieren selbst alltägliche Dinge nicht mehr. Nach dem Angriff auf eine Anlage in Wladimir am 11. Oktober breiteten sich die Störungen über sechs Länder aus. In Russland konnten Menschen zeitweise keine Taxis bestellen, Einkäufe bezahlen oder Lebensmittel liefern lassen. Selbst die Echtzeitanzeige öffentlicher Verkehrsmittel verschwand aus den digitalen Karten. Elektroroller ließen sich teilweise nicht mehr mieten. Betroffen waren zahlreiche Yandex-Dienste, darunter Yandex Go, Yandex Pay und Yandex Music. Auch der Filmabrufdienst Kinopoisk und die vernetzte Haustechnik mit dem Sprachassistenten Alice fielen teilweise aus.

Besonders unangenehm wurde die Angelegenheit für Unternehmen, die ihre Geschäfte auf fremden Rechnern betreiben. Bei Dodo Pizza konnten Kunden zeitweise weder eine Lieferung noch eine Abholung bestellen, teilweise funktionierte sogar die Bestellung im Restaurant nicht. Bereits bezahlte, aber nicht gelieferte Bestellungen sollten erstattet werden. Die Elektronikkette M.Video meldete Störungen ihrer Internetseite und Anwendung. Auch Supermarktketten wie Magnit und Lenta waren betroffen. Hinzu kamen Probleme bei Banken und Verkehrsdiensten. Die Unternehmen verwiesen teilweise auf Ausfälle eines Anbieters von Rechenleistungen, ohne ausdrücklich Yandex zu nennen. In Sankt Petersburg war sogar die Internetseite des Flughafens Pulkowo vorübergehend unerreichbar. Flugzeuge starteten und landeten weiterhin. Beim Autovermieter Delimobil mussten neue Kundendokumente zeitweise von Hand geprüft werden.

Noch schwerer wiegen die Folgen für staatliche Einrichtungen. Die russische Landwirtschaftsaufsicht versetzte am 11. Oktober um 6 Uhr Moskauer Zeit zwei landesweite Informationssysteme in den Notbetrieb. Über „VetIS“ werden tierische Erzeugnisse wie Fleisch und Milch kontrolliert. Das angeschlossene System „Merkur“ verfolgt ihren Weg vom Hersteller bis zum Geschäft. „Saturn“ überwacht den Einsatz von Pestiziden und anderen landwirtschaftlichen Chemikalien. Darüber werden seit März 2026 auch Imker über geplante Pestizideinsätze informiert. Die Behörde führte die Störungen auf den Stromausfall in der Region Wladimir zurück. Eine unmittelbare Verbindung dieser staatlichen Systeme zur Yandex-Rechnerwolke bestätigte sie allerdings nicht.

Auch außerhalb Russlands mussten Menschen die Folgen tragen. In Kasachstan und Kirgisistan funktionierten Taxibestellungen und Lieferdienste nur eingeschränkt. In Usbekistan konnten Kunden teilweise weder Fahrpreise abfragen noch Busbewegungen verfolgen. Belarus meldete Probleme mit Fahrdiensten und Essensbestellungen, Armenien ebenfalls Ausfälle in Jerewan. Yandex erklärte, die technische Infrastruktur sei auf verschiedene Länder verteilt. Falle ein wichtiger Bestandteil aus, könne das Nutzer treffen, deren Daten auf Rechnern ganz anderer Länder gespeichert seien. Eine bemerkenswerte Abhängigkeit, die erst auffällt, wenn der Bildschirm nicht mehr reagiert.

Der technische Schaden ist erheblich. Laut eigener Störungsmeldung verlor Yandex Cloud gleichzeitig 2 Serverstandorte: ru-central1-a in Wladimir und ru-central1-b, der bereits seit dem Angriff auf Sasowo am 8. Oktober ausgefallen war. Die verbliebenen Standorte ru-central1-d und ru-central1-e arbeiteten weiter. Zahlreiche Datenbanken konnten umgeschaltet werden, andere blieben unzugänglich oder erlaubten lediglich das Lesen vorhandener Daten. Beim Datenspeicher S3 schlug das Schreiben teilweise fehl, das Überwachungssystem Yandex Monium war außer Betrieb. Selbst der Kontakt zur technischen Unterstützung funktionierte nur eingeschränkt. Yandex empfahl seinen Kunden, auf andere Rechenzentren auszuweichen.

In Sasowo standen zudem die Supercomputer „Tscherwonenkis“ und „Ljapunow“, in Wladimir der Rechner „Galuschkin“. Ob diese Anlagen beschädigt wurden, ist unbekannt. Am 9. Oktober traf ein weiterer Angriff das Rechenzentrum in Kaluga, wo mehrere technische Einheiten vollständig ausfielen. Yandex hatte bereits mit anderen Anbietern eine beschleunigte Verlagerung betroffener Kundendienste vereinbart. Mitte 2026 nutzten 64.000 Kunden die Rechnerwolke des Unternehmens. Wie viele jetzt betroffen sind, bleibt offen. Schon am 10. Oktober ergänzte Yandex seine Vertragsbedingungen um einen Haftungsausschluss für außergewöhnliche Ereignisse, ausdrücklich auch für Drohnenangriffe und Raketenbeschuss. Das Unternehmen hatte seine juristische Absicherung damit bereits erweitert, bevor am folgenden Tag das nächste Rechenzentrum getroffen wurde.

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Russlands Verluste im September waren zehnmal höher als die der Ukraine
Zu Beginn des Herbstes verlor Russland in der Ukraine mehr als 50.000 Soldaten durch Tod oder Verwundung. Die Verluste der Ukraine beliefen sich auf rund 5.000 Mann. Dies berichtet Bloomberg unter Berufung auf einen hochrangigen NATO-Vertreter. Seiner Einschätzung nach könnten bis zu 28.000 russische Soldaten ums Leben gekommen sein.

Die russischen Truppen setzen ihre Offensive fort, erleiden jedoch aufgrund von Drohnen, Minen und Artilleriebeschuss schwere Verluste.
 
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Auftragsmörder der organisierten Verbrecherbande „Orechowskaja“ im Ukraine-Krieg getötet
Der 55-jährige Alexander Scharapow war bereits im Mai in der Region Donezk verschwunden. Nach Angaben pro-kremlnaher Telegram-Kanäle erhielten seine Angehörigen vor Kurzem eine Sterbeurkunde. Die Überführung der Leiche nach Hause ist bislang nicht gelungen.

Scharapow war 2001 international zur Fahndung ausgeschrieben und 2017 festgenommen worden. Er hatte sich mit seiner Familie in einem Dorf bei Susdal versteckt. Dem ehemaligen Auftragsmörder werden fünf nachgewiesene Morde im Auftrag der „Orechowskaja“-Bande zur Last gelegt.
 
Militärisch-industrieller Komplex
EU-Rekordsanktionen gegen Moskau
Die EU hat neue Sanktionen gegen eine Rekordzahl von Unterstützern der russischen Kriegsmaschinerie verhängt. Die EU-Außenministerinnen und -minister beschlossen am Montag, knapp 1.600 Personen, Unternehmen und andere Organisationen des russischen militärisch-industriellen Komplexes mit Strafmaßnahmen zu belegen. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will die Sanktionen auch gegen die umstrittene Dieselvereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verstanden wissen. Unterdessen gingen die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur ungemindert weiter.

Betroffen von den neuen EU-Sanktionen sind Akteure, die mit der Produktion von ballistischen Raketen zu tun haben. Zudem geht es beispielsweise um Drohnenhersteller und Werften, die U-Boote warten. Die Strafmaßnahmen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten sowie das Verbot, Gelder oder andere wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen.

Gegen Personen werden außerdem EU-Einreiseverbote verhängt. „Das wurde schon sehr lange vorbereitet“, sagte Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS), der im EU-Außenministerrat in Luxemburg Österreich vertrat. Es sei „besonders wichtig, dass wir hier mit aller Konsequenz auch diese Sanktionsliste durchziehen“.

 
MI5: Verstärkte Hybridangriffe von Iran und Russland
Der Iran verstärkt nach Einschätzung des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 seine Versuche, Ziele wie Militärstandorte in Großbritannien anzugreifen. Zugleich eskaliere Russland seine hybride Kriegsführung gegen die Verbündeten der Ukraine, sagte MI5-Generaldirektor Ken McCallum heute in seiner jährlichen Rede über die Bedrohungslage für Großbritannien.

Der britische Premierminister Andy Burnham hatte gestern erklärt, Teheran stecke „höchstwahrscheinlich“ hinter einem mutmaßlichen Anschlagsplan auf den Luftstreitkräftestützpunkt Royal Air Force (RAF) Fairford, der von US-Bombern für Angriffe auf den Iran genutzt worden war.

Der Iran hat eine Verwicklung in den Vorfall zurückgewiesen. Geheimdienstchef McCallum sagte, er könne sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu dem Vorfall in Fairford äußern. Es habe in diesem Jahr jedoch eine deutliche Verlagerung der „iranischen Ambitionen auf härtere Ziele wie Militärstandorte“ gegeben.

Der Vorfall auf dem RAF-Flugplatz Fairford sei kein Einzelfall. „Es gab bereits andere Beispiele, nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit.“

Russland „Aggressor Nummer eins“
Russland, das ebenfalls eine Beteiligung an feindseligen Handlungen in Großbritannien bestreitet, bleibe der „Aggressor Nummer eins“, sagte der Geheimdienstchef. Er verwies auf Taktiken Russlands, die knapp unterhalb eines konventionellen Konflikts lägen.

 
Russland nimmt japanischen Journalisten fest
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einem Medienbericht zufolge einen japanischen Journalisten wegen Spionageverdachts festgenommen. Dem Reporter der Zeitung „Hokkaido Shimbun“ werde vorgeworfen, Informationen über die Verteidigungsfähigkeit Russlands gesammelt zu haben, meldete die Agentur Interfax gestern.

Festnahme kurz vor Ausreise
Der Mann sei in der fernöstlichen Region Sachalin kurz vor seiner geplanten Ausreise gefasst und anschließend in U-Haft nach Moskau überstellt worden. Ein dortiges Gericht habe eine knapp zweimonatige Haft angeordnet.

Das staatliche russische TV zeigte Bilder, auf denen ein Mann auf dem Boden liegt und von drei maskierten Männern in schwarzen Uniformen in Handschellen gelegt wird. Eine Stimme aus dem Hintergrund sagt, die Person werde der Spionage verdächtigt.

Weitere Aufnahmen zeigten ihn in Begleitung von zwei FSB-Beamten beim Einsteigen in ein Flugzeug und später in einem Käfig in dem Moskauer Gerichtssaal. Von der japanischen Botschaft in Moskau gibt es dazu keine Stellungnahme.

 
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