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News aus dem Irak (Sammelthrad)

"Trump hat versehentlich mit uns gesprochen" – Irak klärt Missverständnis um angebliche Verhandlungen zwischen USA und Iran auf
Bagdad (dpo) - Die Verwirrung war groß, als der Iran Aussagen von US-Präsident Trump dementierte, wonach es Verhandlungen zwischen beiden Ländern gegeben haben soll. Dennoch hielt Trump an seiner Behauptung fest. Irans Nachbarland Irak löste das Missverständnis nun auf: Offenbar hatte sich der US-Präsident aufgrund einer Verwechslung in Bagdad statt in Teheran gemeldet.

"Wir haben uns auch ein bisschen gewundert, als Mr. Trump uns aufforderte, sofort die Straße von Hormus freizugeben und Schiffe nicht länger an der Weiterfahrt zu hindern", erklärte der irakische Präsident Abdul Raschid. "Selbstverständlich haben wir da zugesagt."

Zusätzlich habe der Irak den USA versprochen, keine Raketen auf Israel, Saudi-Arabien, Katar und weitere US-Verbündete abzuschießen. "Hatten wir ja auch sowieso nicht vor."

Trump habe sich sehr erfreut über die Antworten der irakischen Regierung gezeigt. "Sehr gut! Damit ist mir der Friedensnobelpreis sicher", soll der US-Präsident demnach gesagt haben. Und: "Gut. Dann tschö und sorry für die Sache mit eurem Obermullah, den wir weggebombt haben! Ach ja! Und hört bitte auf damit, Urak anzureichern."

In dem Moment sei den Irakern Trumps Verwechslung aufgefallen. "Aber da hatte er leider schon aufgelegt und eine Minute danach auf Truth Social gepostet, dass er kurz vor einem Deal steht", so Raschid.

 
Irak: Kämpfer von pro-iranischem Netzwerk getötet
Bei einem Angriff im Norden des Irak sind drei Kämpfer des pro-iranischen Netzwerks Hasched al-Schaabi getötet worden. Vier weitere Kämpfer seien bei dem Angriff nahe dem internationalen Flughafen von Kirkuk gestern verletzt worden, erklärte die Gruppe.

Sie machte die USA und Israel verantwortlich. Laut Behörden wurden zudem sechs irakische Soldaten bei dem Angriff verletzt. Zudem starben zwei Polizisten bei einem Angriff der USA und Israels auf eine Polizeiwache in Mossul.

Seit Beginn des Iran-Kriegs wurden bereits mehrfach Stellungen von Hasched al-Schaabi angegriffen. Es handelt sich dabei um ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs. Offiziell wurde das Bündnis in die irakischen Streitkräfte eingegliedert, agiert aber weitgehend autonom.

Nur einen Tag vor den neuerlichen Angriffen hatten die Regierungen in Washington und Bagdad eine „intensivierte Zusammenarbeit“ angekündigt, um Angriffe zu verhindern und dafür zu sorgen, dass irakisches Gebiet nicht für Angriffe auf US-Einrichtungen am Golf genutzt wird.

 
Bagdad, offener Zugriff am helllichten Tag – Bewaffnete zerren US-Journalistin von der Straße in ein Fahrzeug
Es war heller Tag. Eine belebte Straße im Zentrum von Bagdad, Verkehr, Menschen, der gewöhnliche Lärm einer Stadt, die längst gelernt hat, mit dem Ungewöhnlichen zu leben. Dann greifen bewaffnete Männer zu. Sie zerren die amerikanische Journalistin Shelly Kittleson von der Straße in ein Fahrzeug und verschwinden. Kein versteckter Zugriff, kein abgelegener Ort, keine Nacht als Verbündete. Wer so vorgeht, braucht keine Deckung. Er hat gelernt, dass die Öffentlichkeit kein Hindernis ist. Dass sie, im schlimmsten Fall, einfach wegschaut.

Das irakische Innenministerium hat die Entführung bestätigt. Sicherheitskräfte reagierten sofort, nahmen die Verfolgung auf und konnten ein Fahrzeug ausmachen, das mit der Tat in Verbindung steht. Bei dem Versuch zu fliehen kam es zu einem Unfall, das Fahrzeug überschlug sich. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, eines der eingesetzten Fahrzeuge sichergestellt. Die Suche nach den weiteren Tätern läuft. Was das bedeutet, in einem Land, in dem Suchen nicht immer Finden bedeutet, weiß jeder, der hier schon länger arbeitet.

Shelly Kittleson arbeitet seit Jahren in Konfliktregionen, unter anderem für BBC, Politico und Foreign Policy. Sie kennt die Abläufe, kennt die Risiken, kennt das Gefühl, in einem Raum zu stehen, der jederzeit kippen kann. Und dennoch. Dass sie am helllichten Tag von einer belebten Straße gezerrt wird, ist kein Zeichen von Nachlässigkeit ihrerseits. Es ist ein Zeichen dafür, wie wenig Kontrolle selbst in zentralen Bereichen dieser Stadt noch vorhanden ist. Manchmal schützt kein Wissen, keine Erfahrung, keine Vorsicht. Manchmal kommt es einfach.

 
Journalistin im Irak entführt: USA arbeiten an Freilassung
Im Irak ist nach staatlichen Angaben eine ausländische Journalistin entführt worden. Das Innenministerium teilte gestern laut Nachrichtenagentur INA mit, die Journalistin sei am Abend in Bagdad „von Unbekannten entführt“ worden. In der Stellungnahme wurde nicht deutlich, um welche Journalistin es sich handelt.

Ein Vertreter des US-Außenministeriums schrieb allerdings auf der Plattform X, man habe Kenntnis über die berichtete Entführung einer amerikanischen Journalistin in Bagdad.

Man werde sich weiterhin mit der Bundespolizei FBI abstimmen, um eine schnellstmögliche Freilassung sicherzustellen. Eine Person mit Verbindungen zu der dem Iran nahestehenden Miliz Kataib Hisbollah, die mutmaßlich an der Entführung beteiligt gewesen sei, sei von den irakischen Behörden festgenommen worden.

In der irakischen Stellungnahme hieß es ebenfalls, dass bei Fahndungsmaßnahmen ein mutmaßlicher Entführer festgenommen worden sei. Weitere Maßnahmen liefen, um die Journalistin zu befreien und die Beteiligten aufzuspüren.

Der Vertreter des US-Außenministeriums betonte, man rate Amerikanern und Amerikanerinnen weiterhin, nicht in den Irak zu reisen beziehungsweise das Land unverzüglich zu verlassen.


 
Irak beginnt mit Öltransport per Lkw durch Syrien
Der Irak hat mit dem Transport von Rohöl per Lastwagen durch das Nachbarland Syrien begonnen. Syrien werde die sichere Passage sicherstellen, erklärte das irakische Erdölministerium gestern Abend.

Die Exporte würden schrittweise erhöht, fügte das Ministerium hinzu, ohne weitere Angaben zu machen. Es hieß, es seien bisher 178 von 299 geplanten Lkws in der syrischen Hafenstadt Banias angekommen.

Export über das Meer blockiert
Die Lieferung sei aus dem Irak über den Grenzübergang Al-Tanf nach Syrien eingefahren worden, sagte ein Sprecher des staatlichen Ölunternehmens Syriens. Im Terminal von Banias würden die Schwerfahrzeuge entladen und das Öl für die weitere Ausschiffung auf Tanker verladen.

 
Irak kämpft auf beiden Seiten – und niemand weiß wie das enden soll
Zehn Jahre haben amerikanische Soldaten und irakische Milizionäre Schulter an Schulter gekämpft, in Mossul, in den Städten, die der sogenannte Islamische Staat sich genommen hatte, und jetzt bombardieren die Amerikaner dieselben Männer in der Provinz Anbar, töten mindestens 15 von ihnen, und Washington nennt sie Terroristen und Bagdad nennt sie Soldaten der nationalen Armee, und beide haben recht, was die Lage zu dem macht, was sie ist, nämlich unlösbar.

Aufnahmen aus dem Süden des Irak. Schiitische Milizen, bewaffnet, organisiert, ihre Fahnen und religiösen Zeichen offen getragen wie eine Antwort auf eine Frage die niemand gestellt hat. Die Bewaffnung ist schwer, die Präsenz ist nicht versteckt, sie sind da und sie wollen dass man es weiß.

Die Volksmobilisierungskräfte, auf Arabisch Haschd asch-Schaabi, sind seit 2016 offiziell Teil der irakischen Streitkräfte, sie bekommen Gehälter aus dem Staatshaushalt, Ränge, Renten, medizinische Versorgung in Militärkrankenhäusern, rund 3,5 Milliarden Dollar jährlich aus Bagdad, und gleichzeitig weitere geschätzte acht bis elf Milliarden durch Geschäftsaktivitäten, legale und illegale, Bau, Logistik, Landwirtschaft sowie Geldwäsche-Strukturen einzelner Fraktionen wie Kataib Hizballah oder Asaib Ahl al-Haq, denen enge Verbindungen zum iranischen Revolutionsgarden-Korps vorgeworfen werden, weshalb das von Kataib Hizballah gegründete Konglomerat Muhandis General Company längst unter amerikanischen Sanktionen steht, genauso wie der Kommandeur der Volksmobilisierungskräfte Falih al-Fayyad, dem die USA grobe Menschenrechtsverletzungen vorwerfen.

 
in der stadt kirkuk im nordirak wurde ein türkmene erstmal zum gouverneur gewählt

die einheimischen türkmenen feiert diese wahl in der stadt
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Irak: Unternehmer soll Regierung bilden
Ein politisch weitgehend unbekannter Geschäftsmann ist im Irak zum designierten Ministerpräsidenten ernannt worden und soll nun eine neue Regierung bilden.

Staatspräsident Nisar Amedi beauftragte Ali al-Saidi mit der Aufgabe, für die der studierte Jurist und Banker jetzt 30 Tage Zeit hat. Nach der Zeremonie gestern in Bagdad rief Amedi die politischen Blöcke in einer Mitteilung dazu auf, Saidi zu unterstützen.

Ziel sei eine Regierung, die alle Irakerinnen und Iraker vertritt, die öffentlichen Dienste verbessert und die Wirtschaft stärkt. Die Parlamentswahl im Irak liegt bald ein halbes Jahr zurück. Seitdem kommt es zu monatelangem politischem Stillstand, weil sich die größten Blöcke nicht auf geeignete Kandidaten für die wichtigsten Ämter einigen können.

Vor allem schiitische, sunnitische und kurdische Parteien verhandeln bei dem Prozess oft monatelang über wichtige Ämter oder Zugeständnisse zu einzelnen Themen. Der Prozess im Rahmen der Verfassung „lässt keine weitere Verzögerung“ zu, teilte Amedi mit.

 
Trumps neuer Favorit für Bagdad stand selbst wegen Iran-Verbindungen im Visier der USA
Ali Al Zaidi soll mit Unterstützung Donald Trumps neuer Ministerpräsident des Irak werden. Genau darin liegt derzeit einer der größten politischen Widersprüche in Washington. Denn derselbe Mann kontrolliert eine Bank, die von den amerikanischen Behörden bereits 2024 vom Dollar-System ausgeschlossen wurde. Der Vorwurf damals: mögliche Verbindungen zu proiranischen Milizen und Finanzstrukturen rund um die Revolutionsgarden. Wir berichteten ausführlich darüber. Trotzdem gilt der irakische Unternehmer inzwischen als wahrscheinlichster Kandidat für die Führung der Regierung in Bagdad. Trump soll ihm persönlich Unterstützung zugesichert und ihn bereits nach Washington eingeladen haben. Gleichzeitig verlangt das Weiße Haus nun von genau diesem Kandidaten, den Einfluss iranischer Milizen im Irak zurückzudrängen und sie aus der neuen Regierung herauszuhalten.

Für Al Zaidi entwickelt sich das zu einem gefährlichen Balanceakt. Denn die bewaffneten Gruppen sind inzwischen tief in Politik, Wirtschaft und Sicherheitsapparat des Irak eingebunden. Viele entstanden während der amerikanischen Besatzung und kämpften später auch gegen den Islamischen Staat. Gleichzeitig werfen die USA mehreren dieser Gruppen seit Jahren enge Verbindungen zu Iran vor. Besonders brisant ist dabei die Rolle von Al Zaidis Bank „Al Janoob Islamic Bank“. Amerikanische Behörden verhinderten 2024 Dollartransaktionen der Bank, nachdem Geheimdienstinformationen auf Kontakte zu Shibl Al Zaidi hingedeutet haben sollen. Dieser gilt als einflussreicher Milizenführer mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden und zur libanesischen Hisbollah.

Zusätzlich stehen Vorwürfe im Raum, die Bank habe enge Kontakte zur Miliz Kataib Hezbollah gehabt. Die Gruppe greift seit Jahren amerikanische Einrichtungen im Irak an und wird von den Vereinigten Staaten als Terrororganisation eingestuft. Seit Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen Iran sollen proiranische Gruppen laut Washington mehr als 600 Angriffe auf amerikanische Militär- und Diplomatenstandorte im Irak durchgeführt haben. Ali Al Zaidi weist sämtliche Vorwürfe zurück. Sein Umfeld erklärt, die Anschuldigungen basierten lediglich auf Gerüchten und Spekulationen. Auch direkte Verbindungen zu Shibl Al Zaidi werden bestritten. Beide gehörten lediglich demselben Stamm an und seien weder geschäftlich noch familiär miteinander verbunden.

Doch genau diese Verbindungen machen seine mögliche Ernennung politisch explosiv. Während Washington öffentlich einen härteren Kurs gegen iranische Netzwerke fordert, setzt Trump gleichzeitig auf einen Kandidaten, dessen wirtschaftliches Umfeld selbst unter amerikanischem Verdacht stand. Genau das zeigt, wie kompliziert die Machtstrukturen im Irak inzwischen geworden sind.

Hinzu kommt der Druck aus Teheran. General Esmail Qaani von den Revolutionsgarden soll irakische Politiker bereits davor gewarnt haben, Milizen aus der Regierung auszuschließen oder ihre Entwaffnung anzustreben. Jeder Versuch, ihren Einfluss zurückzudrängen, könnte neue Gewalt auslösen. Der Irak steht damit erneut zwischen Washington und Teheran. Und ausgerechnet Ali Al Zaidi, ein politischer Außenseiter ohne Regierungserfahrung, soll nun versuchen, dieses Machtgefüge zusammenzuhalten.

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Druck der USA: Einige Milizen im Irak beginnen Entwaffnung
Eine einflussreiche schiitische Miliz im Irak hat unter der neuen Regierung ihre Waffen abgegeben – Berichten zufolge nach Druck der USA. Die Gruppierung Saraja al-Salam (Brigade des Friedens) habe in Samarra nördlich von Bagdad ihre Waffen an die irakische Armee übergeben, berichtete die Staatsagentur INA gestern.

Der neue irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi als Oberbefehlshaber der Streitkräfte überwache die Umsetzung des Plans. Der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr hatte Saraja al-Salam 2014 nach dem Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegründet.

Heute zählt sie schätzungsweise 20.000 bis 50.000 Kämpfer. Sadr ist ein Verbündeter des Iran, wehrt sich aber dagegen, dass der Irak sich dem Einfluss des Nachbarlands komplett unterwirft.

Mächtige Milizen lehnen Entwaffnung weiter ab
Sadr hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Miliz vollständig in staatliche Militärstrukturen eingegliedert werde. Die Ankündigung wurde als ein Versuch gewertet, den öffentlichen Druck auf politische Rivalen zu erhöhen und die mit ihnen verbündeten Milizen zu ähnlichen Schritten zu drängen.

 
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