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Nordkorea News

99,93 Prozent, und die restlichen 0,07 sind vermutlich hingerichtet
Kim Jong-un hat die Parlamentswahlen in Nordkorea gewonnen. Mit 99,93 Prozent der Stimmen, was bedeutet, dass irgendwo im Land ein kleiner Bruchteil von Menschen entweder sehr mutig oder sehr unvorsichtig war. Wahlen in Nordkorea erfüllen eine bestimmte Funktion, und diese Funktion hat nichts mit Auswahl zu tun. Sie sind ein organisiertes Nicken, das einmal pro Legislaturperiode stattfindet und danach wieder in der Schublade verschwindet. Das Erstaunliche ist nicht das Ergebnis, sondern die Mühe, die man sich gibt, es zu verkünden. 100 Prozent wäre zu offensichtlich, also lässt man die 0,07 stehen, als kleines Zeichen von Realismus. Darin kann man wahrscheinlich eine eigenartige Ehrlichkeit sehen: ein System, das so sicher ist, dass es sich den Anschein von Unvollkommenheit leisten kann. Die Wähler erscheinen, setzen ein Kreuz, gehen nach Hause. Was sie dabei denken, weiß niemand, und genau das ist der Punkt.

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Ach du Scheiße, diesen Wahnsinnigen gibt es ja auch noch
Nordkorea testete neuen Raketenantrieb
Im Beisein von Machthaber Kim Jong Un hat Nordkorea laut Staatsmedien einen neuen Raketenantrieb getestet. Der Test des Feststoffraketenantriebs sei „Teil des nationalen Verteidigungsentwicklungsplans im Zeitraum des neuen Fünfjahresplans“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute.

Wann und wo der Test ausgeführt wurde, berichtete die Nachrichtenagentur nicht. Es war der erste bestätigte Test eines antriebsstarken Feststoffraketenantriebs seit vergangenem September. Nach Angaben von KCNA wurde bei dem neuen Test die Schubkraft im Vergleich zum September deutlich übertroffen.

Fachleute vermuten, dass Nordkorea die Antriebe für ballistische Interkontinentalraketen nutzen will. Nordkorea-Spezialist Hong Min sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Führung in Pjöngjang wolle Raketen entwickeln, die Ziele auf der ganzen Erde treffen und Luftabwehrsysteme überwinden könnten.

 
2.288 Tote auf einer Wand, die niemand bauen wollte
In Pjöngjang stehen jetzt Säulen. In Stein. Mit Buchstaben. Jeder Buchstabe war einmal ein Mensch, der nicht nach Russland wollte und trotzdem dort gestorben ist.

In der Hauptstadt Nordkoreas wurde ein Museum eröffnet. Es heißt Museum für Kampfleistungen bei Auslandseinsätzen. Ein langer Name für eine kurze Wahrheit, dass nordkoreanische Soldaten in einem Krieg gestorben sind, der nie ihrer war. Daneben stehen Mauern aus Stein, in die Namen eingraviert wurden. Mindestens 2.288 Namen, so die Recherchen, die möglich waren. Vor wenigen Monaten waren es noch 101, die Pjöngjang öffentlich erwähnt hat. Jetzt: über zweitausend. Auf einmal.

Bei der Eröffnung waren der russische Verteidigungsminister Andrej Belousow und der Vorsitzende der russischen Staatsduma Wjatscheslaw Wolodin dabei. Wolodin hat einen Gruß von Wladimir Putin verlesen. Darin stand, die nordkoreanischen Soldaten hätten außerordentlichen Mut bewiesen, und ihre Hilfe werde für immer im Herzen jedes russischen Bürgers bleiben.

Im Herzen. Für immer. Sätze, die schön klingen sollen, wenn die Lebenden den Toten zuhören. Die Toten hören nicht zu. Die Toten haben jetzt einen Platz auf einer Wand.

Wie aus 11.000 plötzlich 15.000 wurden

Die NATO hat 2024 gemeldet, dass Nordkorea 11.000 Soldaten nach Russland geschickt hat, um in der Region Kursk gegen die ukrainischen Streitkräfte zu kämpfen. Etwa 1.500 sind damals gefallen. 3.500 wurden verwundet. Anfang 2025 hat Pjöngjang noch einmal 3.500 Soldaten geschickt. Der südkoreanische Geheimdienst spricht inzwischen von rund 15.000 Soldaten insgesamt. Etwa 6.000 sollen getötet oder verwundet worden sein. Etwa 2.000 davon tot. Andere Schätzungen, andere Zahlen, dasselbe Muster, dass die Zahlen wachsen, je länger man hinschaut, und nie kleiner werden.

 
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