Russische Experten: US-Angriffsplan gegen Syrien wird kaum umgesetzt
Die Erklärung des US-Generalstabschefs Martin Dempsey, dass das Pentagon für den äußersten Fall einen Angriffsplan gegen Hunderte von Zielen in Syrien entworfen hat, der Milliardenausgaben nach sich ziehen würde, soll dazu dienen, die amerikanische Öffentlichkeit auf die mit diesem Unterfangen verbundenen enormen Kosten gefasst zu machen.
Diese Meinung äußerte der Militärexperte Wladimir Batjuk, Leiter des Zentrums für militärpolitische Forschungen des USA- und Kanada-Instituts der Russischen Wissenschaftsakademie, in einem Gespräch mit RIA Novosti.
Die USA, die die syrischen Regimegegner im Prinzip unterstützen, werden kaum einen solchen Schritt wagen, so Batjuk. „Ich glaube, dass die Erklärung von General Dempsey nicht dazu dient, die amerikanische öffentliche Meinung auf eine mögliche Intervention vorzubereiten, sondern ganz im Gegenteil - nämlich zu versuchen, die amerikanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es sich dabei um ein sehr kostspieliges und kontraproduktives Unternehmen handeln würde.“
Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch Wladimir Sotnikow, Militärexperte des Moskauer Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen: „Gegenwärtig ist es für die USA ziemlich kostspielig, sich auf ein Syrien-Abenteuer einzulassen.“
Zudem seien die mit dem Irak verbundenen Probleme immer noch nicht gelöst -
von Afghanistan ganz zu schweigen. Sollten die Amerikaner auch noch die Bürde Syrien auf sich nehmen, so wäre das zumindest unvernünftig.
„In allernächster Zukunft wird es sich ausschließlich um Waffenlieferungen an die zuverlässigen gemäßigten Gruppen der Opposition handeln“, so die Orientalistin Jelena Suponina, Leiterin des Zentrums für Asien und den Fernen Osten des Russischen Instituts für strategische Forschungen.
Die USA gehen allerdings sehr vorsichtig vor, denn in den Reihen der syrischen Opposition gebe es sehr viele Extremisten, darunter auch
Gruppen, die mit al-Qaida eng verbunden seien. Es sei äußerst schwierig, zu
kontrollieren, in wessen Hände die Waffen gelangen, so Suponina.
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