Nikos
Agentopoulos
1. Christentum und Hellenismus sind nicht das Gleiche..
Das habe ich auch nie behauptet. Ich sagte lediglich, dass sich die Griechen der Neuzeit durch den christlichen Glauben und der hellenischen
Sprache bzw. Kultur identifizierten.
2. Muss man fairerweise anmerken, dass die Osmanen die Balkanvölker - trotz aller Unterdrückung, die sicherlich vorhanden war, das leugne ich nicht! - nicht mit dem Schwert massenweise zum Religionswechseln gezwungen haben, wie es die Araber z.B. mit den Türken taten.
Das habe ich auch nie behauptet. Ich sprach von religiösem und kulturellen Druck, den es auch gab.
Ich weiß, dass ich damit den Heldenmythos vieler Balkaner angreife.
Das tust du wahrscheinlich auch, nur nicht bei mir, weil ich diesen "Mythos" schon längst hinter mir gelassen habe.
Wäre man wie die ISIS/IS im Irak vorgegangen, wärst Du heute wahrscheinlich Moslem.
Nein, dann wäre das Osmanische Reich schon in Kleinasien zerfallen.
Na ja, ob man die Griechen, die christlich blieben, als "dem Hellenismus treu" sehen kann ist diskutabel
Da hast du Recht. Romähismus wäre wohl der passendere Ausdruck gewesen.
(schon die Übernahme der christlichen Religion war eine Identitätsveränderung, wie auch die spätere Übernahme des Islams);
Der hellenische Aspekt ging aber mit dem übertritt zum Islam verloren. Selbst mit der Selbstbezeichnung "Römer" distanzierte man sich von den "echten"
Römern bzw. den Lateinern und behielt ein griechisches Selbstbewusstsein, welches sich vor allem durch die Sprache und Kultur von den Lateinern
unterschied.
diese Sache ist sowieso sehr kompliziert, es kann da verschiedene Sichten geben.
Stimme ich voll zu.
Und zu den Arvaniten und Vlachen muss man natürlich auch Türkophonen, Slawophonen und Roma hinzufügen.
Die Roma sind kein Teil der Griechischen Nation wie die Arvaniten und Vlachen. Bei den beiden anderen Beispielen muss man differenzieren.
Das sagt auch nichts gegen die These der "Bruderschaft" (es muss klar sein, dass es sich dabei um ein Metapher handelt).
Selbstverständlich. Als Bruder kann man jeden sehen.
Hast gute Beiträge.
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Also, so weit ich gelesen habe, kann man die ethnographischen Karten von 19. Jahrhundert nicht ganz vertrauen. Welche waren dann die neutralen Quellen? Die meisten waren so weit ich weiß von Europäern hergestellt, die man natürlich besonders in dieser Zeit schwer für neutral halten kann.
Was man auf keinen Fall als seriös nehmen darf sind die ethnographischen Karten der Balkanstaaten.
Vor allem serbische, bulgarische und griechische Karten waren in der Regel pure Propaganda.
Hier einige Beispiele von Propaganda:
Dies ist eine griechische ethnographische Karte aus 1877.
Denke brauche nicht viel dazu zu sagen.
Dies ist eine serbische Karte. Wie man sehen kann soll es laut dem serbischen Nationalisten (Autor) Jovan Cvijic[SUP][/SUP] keine Bulgaren in der
geographischen Region Makedonien geben nämlich vorrangig Serben und "Makedonier", was den Anspruch Bulgariens auf Makedonien
verhindern sollte. Auch genießt der griechische Verbündete gute Positionen in Epirus und vor allem in Thrakien.
Die "besten" Karten waren meistens die ausländischen. Hier eine der besten Karten dieser Zeit.Atlas Général Vidal-Lablache, Librairie Armand Colin, Paris, 1898.