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US-News

Gegen Trumps Willen: Der heimliche Boom der Windkraft in den USA
Die amerikanischen Techkonzerne brauchen Unmengen an zusätzlicher Energie. Öl und Gas dominieren die Schlagzeilen. Doch Europas Hersteller profitieren vom unerwarteten Aufschwung einer anderen Branche. Neben dem Know-How haben die Europäer hier noch einen zweiten großen Vorteil.

Welches Land baut die meisten Windkraftanlagen? Erraten, es ist China. Und die meisten Solaranlagen? Schon wieder China. So weit, so langweilig. Aber die europäischen Windkrafthersteller (die hiesige Solarindustrie ist ja ohnedies schon weitgehend tot) haben davon herzlich wenig. Peking baut sich die Kraftwerke für seinen Erneuerbaren-Boom selbst, Europas Anbieter müssen draußen bleiben. Doch sie haben einen überraschenden Ersatz gefunden.

Niemand spreche gerne laut darüber, aber die allermeisten Windkraftanlagen verkaufe die Branche gerade in den USA, erzählen mehrere Produzenten bei ihrer Branchenmesse WindEurope in Madrid. Aber hat der erklärte Windkraftgegner Donald Trump der Technologie in Amerika nicht gerade erst den Kampf angesagt, Steuererleichterungen gestrichen und Total Energies jüngst sogar eine Milliarde US-Dollar bezahlt, damit sich der Konzern aus Offshore-Windprojekten zurückzieht? Alles richtig. Dennoch seien „die USA neben China der mit Abstand größte Markt für Onshore-Windkraft der Welt“, sagt Sulai Fahimi, Manager beim Windkrafthersteller Vestas zur „Presse“. Zwischen dem, was die Regierung in Washington sage, und dem, was in der Wirtschaft wirklich passiere, herrsche eine merkliche Diskrepanz. Und das hat handfeste Gründe.

 
Trump vergleicht sich mit Martin Luther King
Dort hat Martin Luther King seine große Rede gehalten. Er hatte eine Million Menschen, und ich hatte genau die gleiche Menge, vielleicht sogar ein bisschen mehr … Ich hatte tatsächlich mehr Leute, aber das ist schon in Ordnung

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Donald Trump steht auf dem Boden, auf dem Martin Luther King stand, als er die Worte sprach, die eine Generation veränderten. Kein neutraler Ort, kein zufälliger Hintergrund – ein Platz, der für Millionen Menschen aufgeladen ist mit einer Bedeutung, die weit über Marmor und Granit hinausgeht. Und Trump spricht. Eine Million Menschen seien damals da gewesen, sagt er. Bei ihm sei es genauso gewesen. Vielleicht sogar mehr.

Ein Satz, der beiläufig klingt und trotzdem alles verschiebt. Nicht weil er falsch ist oder richtig, sondern weil er zeigt, wie jemand Geschichte liest, der in ihr nur eines sucht – sich selbst. Martin Luther Kings Rede vom 28. August 1963 hat nicht überlebt, weil so viele Menschen auf der Mall standen. Sie hat überlebt, weil sie etwas sagte, das größer war als der Moment, größer als der Redner, größer als die Zahl. Einen Kampf für Bürgerrechte, für Gleichberechtigung, für eine Würde, die damals täglich verweigert wurde und für die Menschen ihr Leben riskierten. Trump nimmt diesen Ort und fragt, wer mehr Zuschauer hatte.

Das ist keine Unverschämtheit im klassischen Sinne. Es ist etwas Kälteres. Es ist die vollständige Unfähigkeit, Geschichte als etwas anderes zu verstehen als Kulisse. Als wäre Bedeutung eine Frage der Besucherzahl, als wäre Größe das, was man zählen kann. Pessoa schrieb einmal, dass der Mensch sich selbst am meisten dort verkleinert, wo er glaubt, sich zu erhöhen. Trump steht auf dem Platz eines der größten Momente amerikanischer Geschichte und spricht über Quoten. Der Ort bleibt, was er war. Der Satz verrät nur, wer spricht.
 
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