Brot wird teurer, der Triumphbogen höher
Während die Preise steigen, immer mehr Amerikaner jeden Einkauf nachrechnen und selbst die Regierung inzwischen die neue Teuerung kleinreden muss, plant Washington ein Bauwerk aus einer anderen Welt. Der Triumphbogen, den Donald Trump nahe des Lincoln Memorial errichten lassen will, soll 76 Meter hoch werden, mehr als doppelt so hoch wie das Denkmal selbst und fast halb so hoch wie das Washington Monument. Gebaut werden soll praktisch ohne Pause: zwanzig Stunden am Tag, das ganze Jahr über, in zwei Schichten, drei Jahre lang.
Die ersten Unterlagen des National Park Service lesen sich wie die Beschreibung einer Großbaustelle im Ausnahmezustand. Riesige Kräne, Betonpumpen, Gabelstapler, Dauerbetrieb. Gleichzeitig läuft das Verfahren beschleunigt, während Behörden prüfen, ob das Projekt den Flugverkehr gefährdet, Straßen belastet oder die Sichtachsen der Hauptstadt zerstört. Der geplante Standort liegt ausgerechnet auf einer Flugroute nahe dem Reagan National Airport, in jenem Luftraum, in dem vor einem Jahr ein Passagierflugzeug und ein Militärhubschrauber zusammenstießen und siebenundsechzig Menschen starben. Die Luftfahrtbehörde sieht bislang keinen unmittelbaren Einfluss auf den Betrieb, verlangt aber rote Warnlichter an der Spitze des Bauwerks.
Offiziell soll der Bogen zum zweihundertfünfzigsten Geburtstag der Vereinigten Staaten entstehen. Bezahlt werden soll er irgendwann aus privaten Geldern, Restmitteln anderer Prestigeprojekte und wohl auch aus öffentlichen Mitteln. Wie viel genau, weiß bislang niemand. Gleichzeitig wurde bereits der Ostflügel des Weißen Hauses für den neuen Ballsaal abgerissen, der Reflecting Pool am Lincoln Memorial wird umgebaut und ein öffentlicher Golfplatz entlang des Potomac neu entwickelt. Für Kritiker entsteht nicht der Eindruck einer Hauptstadtplanung, sondern der Eindruck eines Mannes, der seine Signatur in Stein, Beton und Sichtachsen hinterlassen möchte.
Der Widerstand wächst. Historiker, Veteranen und Organisationen haben Klage eingereicht. Der Vorwurf lautet nicht nur Größenwahn, sondern fehlende Transparenz. Der Kongress wurde umgangen, übliche Prüfverfahren wurden verkürzt oder ganz übersprungen. Selbst die Höhenbegrenzung, die in Washington normalerweise bei rund vierzig Metern endet, soll plötzlich keine Rolle mehr spielen. Während Millionen Menschen über Miete, Lebensmittel und steigende Lebenshaltungskosten sprechen, wird im politischen Zentrum des Landes darüber diskutiert, wie hoch ein Triumphbogen sein darf. Manche Regierungen bauen Wohnungen. Andere bauen Erinnerungen an sich selbst.
Während die Preise steigen, immer mehr Amerikaner jeden Einkauf nachrechnen und selbst die Regierung inzwischen die neue Teuerung kleinreden muss, plant Washington ein Bauwerk aus einer anderen Welt. Der Triumphbogen, den Donald Trump nahe des Lincoln Memorial errichten lassen will, soll 76 Meter hoch werden, mehr als doppelt so hoch wie das Denkmal selbst und fast halb so hoch wie das Washington Monument. Gebaut werden soll praktisch ohne Pause: zwanzig Stunden am Tag, das ganze Jahr über, in zwei Schichten, drei Jahre lang.
Die ersten Unterlagen des National Park Service lesen sich wie die Beschreibung einer Großbaustelle im Ausnahmezustand. Riesige Kräne, Betonpumpen, Gabelstapler, Dauerbetrieb. Gleichzeitig läuft das Verfahren beschleunigt, während Behörden prüfen, ob das Projekt den Flugverkehr gefährdet, Straßen belastet oder die Sichtachsen der Hauptstadt zerstört. Der geplante Standort liegt ausgerechnet auf einer Flugroute nahe dem Reagan National Airport, in jenem Luftraum, in dem vor einem Jahr ein Passagierflugzeug und ein Militärhubschrauber zusammenstießen und siebenundsechzig Menschen starben. Die Luftfahrtbehörde sieht bislang keinen unmittelbaren Einfluss auf den Betrieb, verlangt aber rote Warnlichter an der Spitze des Bauwerks.
Offiziell soll der Bogen zum zweihundertfünfzigsten Geburtstag der Vereinigten Staaten entstehen. Bezahlt werden soll er irgendwann aus privaten Geldern, Restmitteln anderer Prestigeprojekte und wohl auch aus öffentlichen Mitteln. Wie viel genau, weiß bislang niemand. Gleichzeitig wurde bereits der Ostflügel des Weißen Hauses für den neuen Ballsaal abgerissen, der Reflecting Pool am Lincoln Memorial wird umgebaut und ein öffentlicher Golfplatz entlang des Potomac neu entwickelt. Für Kritiker entsteht nicht der Eindruck einer Hauptstadtplanung, sondern der Eindruck eines Mannes, der seine Signatur in Stein, Beton und Sichtachsen hinterlassen möchte.
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