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US-News

Recherche zeigt, wie Hegseths Cybertruppe Amerikas Wahl bewacht und dabei die eigenen Bürger ins Visier nimmt
In Washington stehen Nationalgardisten vor einem Einwurfkasten für Stimmzettel. Jemand filmt sie. Das Video verbreitet sich in Windeseile und erntet Entrüstung. Seit über 100 Jahren hält ein Verbot Bundessoldaten von Wahllokalen fern. Was niemand filmt, liegt in San Antonio, Texas. Potranco Road 7700, ein Gebäude ohne Fenster, darin ein abgedunkelter Raum. Hier sitzt die Task Force Raider, eine Militäreinheit in einer regierungsweiten „Gruppe für Wahlsicherheit“. Sie soll die Zwischenwahlen verdeckt vor „Einmischung“ schützen. Das alte Verbot kennt Wahllokale. Vom Cyberraum weiß es nichts.

Einmischung ist ein dehnbares Wort. Es klingt nach dem Kreml, der Wahllokale hackt oder Stimmen umzählt. Die Task Force sucht etwas Weicheres, den „Einfluss“: russische oder chinesische Versuche, Meinungen zu ändern. In den Köpfen aber sitzen Amerikaner, für Washington Überträger fremden Einflusses. Die Grenze, die das Militär bewacht, verläuft quer durch jedes Gespräch am Küchentisch. Ein hoher Offizier des militärischen Nachrichtendienstes, der das Vorhaben kennt, hält die Sorge um die Wahlsicherheit für vorgeschoben. Sie solle Präsident Trump bei Laune halten und die Demokraten beruhigen. Beide fürchteten Einmischung und Mauscheleien. Nur eben nicht von fremden Küsten.

Belegt hat die Trump-Regierung nicht, dass irgendein Staat oder Ausländer eingreifen wolle oder ein Ergebnis nennenswert verändern könnte. Pentagon-Chef Pete Hegseth machte die Wahlsicherheit vergangene Woche trotzdem zur obersten „operativen Priorität“ der Cyberstreitkräfte in San Antonio. Eingeweihte sprechen von einem Auftrag, der „nicht scheitern darf“. Ein Feind, den niemand nachweist, lässt sich nie besiegen. Bekämpfen lässt er sich endlos.

 
Trump verschont Putin und setzt Russland-Sanktionen außer Kraft: Unsere Recherche über das Gesetz mit dem eingebauten Notausgang hat sich bestätigt
Bereits am 02. September 2026 haben wir in unserer Recherche „Das Russland-Gesetz mit dem eingebauten Notausgang“ offengelegt, welche politische Sprengkraft in einem Gesetz steckt, dessen Strafmaßnahmen der Präsident nach eigenem Ermessen aussetzen darf. Wir beschrieben den Mechanismus, mit dem Donald Trump Russland öffentlich mit wirtschaftlicher Härte begegnen und Wladimir Putin gleichzeitig vor deren Folgen bewahren kann. Wir warnten davor, dass der Kongress seinem Präsidenten eine Waffe gegen Moskau überlassen hatte, deren Abzug dieser jederzeit sichern konnte.

Am 16. Oktober lieferte Trump die Bestätigung. Mit seiner Unterschrift setzte er die neuen Sanktionen außer Kraft, bevor sie überhaupt wirksam werden konnten. Genau jene Möglichkeit, vor der wir gewarnt hatten, ist nun politische Wirklichkeit. Das Gesetz trägt weiterhin den Namen des verstorbenen Senators Lindsey Graham. Seinen Zweck hat der Präsident vorerst unterlaufen. Besonders schwer wiegt, dass unsere damalige Untersuchung auch die Gefahr für Europa offenlegte. Trump kann die wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen Russland aussetzen und zugleich andere Staaten mit gewaltigen Zöllen bedrohen. Dass er diese Befugnis bereits gegen europäische Regierungen eingesetzt hätte, ist damit noch nicht belegt. Doch die rechtliche Konstruktion besteht unverändert.


Hier nochmals unsere Recherche vom 02. September 2026: Recherche: Das Russland-Gesetz mit dem eingebauten Notausgang: Trump unterschreibt, behält den Schlüssel zum Nichtstun und hält Europa die Zollpistole vor
 
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