Millionen Amerikaner glauben inzwischen selbst Anschläge auf Trump könnten inszeniert sein
Fast jeder vierte Amerikaner hält den Angriff auf die Washingtoner Pressegala im April inzwischen für gestellt. Genau das zeigt eine neue Umfrage, die von NewsGuard in Auftrag gegeben und zusammen mit YouGov durchgeführt wurde. Sie macht deutlich, wie tief das Misstrauen in den Vereinigten Staaten inzwischen geworden ist. Besonders bemerkenswert dabei: Die Zweifel kommen nicht nur aus den üblichen Fake News Internetecken, sondern reichen weit in die politische Mitte hinein.
Laut der Umfrage glauben rund 24 Prozent der Befragten, der Angriff auf Donald Trump bei der Veranstaltung im Washington Hilton sei inszeniert gewesen. Unter demokratischen Wählern liegt der Anteil sogar deutlich höher. Etwa ein Drittel der Demokraten hält die Tat demnach für gestellt. Bei Republikanern liegt der Wert wesentlich niedriger.
Der mutmaßliche Täter Cole Tomas Allen wurde inzwischen von einer Grand Jury in Washington angeklagt. Ihm werden unter anderem versuchter Mord an Donald Trump sowie weitere schwere Straftaten vorgeworfen. Trotzdem halten sich die Spekulationen hartnäckig. Kurz nach dem Angriff verbreiteten sich online zahlreiche Behauptungen, wonach die Tat politisch genutzt oder sogar bewusst inszeniert worden sei, um Unterstützung für Trump und seine politischen Projekte zu mobilisieren.
Besonders auffällig ist, wie stark solche Theorien inzwischen alle politischen Lager erreichen. Auch frühere Attentatsversuche auf Trump werden von vielen Amerikanern angezweifelt. Rund ein Viertel der Befragten glaubt inzwischen sogar, der Angriff in Butler sei gestellt gewesen. Beim Vorfall auf dem Golfplatz in Florida liegt der Anteil niedriger, aber ebenfalls deutlich messbar. Der eigentliche Schaden liegt dabei längst nicht mehr nur in einzelnen Falschbehauptungen. Die Zahlen zeigen vor allem, wie stark das Vertrauen in Institutionen, Regierung und Medien inzwischen zerfallen ist. Immer mehr Menschen glauben eher anonymen Beiträgen im Netz als offiziellen Ermittlungen oder öffentlichen Erklärungen.
Gleichzeitig trägt Donald Trump selbst seit Jahren zu genau diesem Klima bei. Kaum ein anderer Politiker hat Verschwörungserzählungen in den vergangenen Jahren so massiv genutzt wie er selbst. Jetzt richtet sich genau diese Dynamik zunehmend auch gegen ihn. Damit entsteht eine politische Lage, in der selbst reale Gewaltakte von Millionen Menschen nicht mehr eindeutig als Realität akzeptiert werden. Genau das macht die Entwicklung so gefährlich.
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