Kennedy Center verspricht Gericht eine Pause – Trumps Name soll trotzdem zurück
Das Kennedy Center hat dem US-Bezirksgericht für den District of Columbia zugesichert, Trumps Namen frühestens nach dem 8. September wieder an der Fassade anzubringen. Vom Plan selbst rückt die Trump-nahe Leitung allerdings keinen Zentimeter ab. In einem neuen Schriftsatz erklären die Gegner des Vorhabens, der Verwaltungsrat scheine entschlossen, eine frühere gerichtliche Entscheidung zu umgehen, nach der Trumps Name bereits einmal entfernt werden musste. Das Kennedy Center will nun lediglich bis nach dem Labor Day warten, damit die juristischen Argumente ausgetauscht werden können. Die demokratische Kongressabgeordnete Joyce Beatty, die kraft ihres Amtes dem Verwaltungsrat angehört, verlangt deshalb eine frühere Entscheidung von Bundesrichter Christopher Cooper.
Ihre Anwälte halten es für wahrscheinlich, dass die Verantwortlichen unmittelbar nach dem 8. September versuchen werden, zumindest Teile ihres Beschlusses umzusetzen. Eigentlich sollte es bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrats vor allem um die geplante Sanierung und eine mögliche Schließung des Hauses gehen. Stattdessen wurde erneut darüber abgestimmt, Donald Trump dauerhaft am Gebäude zu verewigen. Der Platz vor dem Kennedy Center soll nach Trump benannt werden, an der Fassade soll künftig stehen: „The John F. Kennedy Center for the Performing Arts Restored and Renovated By President Donald J. Trump.“ Sollte der eigens eingerichtete Trump Kennedy Center Fund 100 Millionen Dollar erreichen, soll noch ein weiterer Hinweis auf Trump folgen.
Das Gericht hatte bereits im Mai entschieden, dass die zuvor angebrachten Buchstaben mit Trumps Namen rechtswidrig montiert worden waren, und ihre Entfernung angeordnet. Die Regierung scheiterte anschließend mit dem Versuch, diese Entscheidung aufheben zu lassen. Seitdem hängt über dem früheren Schriftzug eine Plane, die weiterhin dort bleiben soll. Das Kennedy Center behauptet, sie werde auch für Wassertests und Reparaturen am Dachüberhang benötigt. Gleichzeitig beschloss der Verwaltungsrat eine vollständige Schließung des Hauses für zwei Jahre. Große Veranstaltungen wie die Kennedy Center Honors und der Mark-Twain-Preis sollen in dieser Zeit an anderen Orten stattfinden. Auch das National Symphony Orchestra verteilt seine kommende Saison auf sechs Spielstätten in Washington und Umgebung.
Die Leitung beruft sich dabei auf einen Gutachter der Delta Consulting Group, der eine teilweise Schließung über vier Jahre für teurer und sicherheitstechnisch problematischer hält. Beattys Anwälte stellen dagegen die Vorbereitung der Entscheidung infrage. Wichtige Unterlagen seien den Mitgliedern erst zwei Tage vor der Sitzung übergeben worden, einige Dokumente stammten offenbar sogar aus der Zeit vor Coopers Urteil vom Mai und bezögen sich noch auf eine ursprünglich für den 6. Juli geplante Schließung. Schon eine frühere Abstimmung hatte Cooper als schlecht informiert und offenbar vorentschieden bezeichnet. Genau diese Probleme, argumentieren Beattys Anwälte, wiederholten sich nun. Das Kennedy Center steht damit erneut vor Gericht, weil seine Leitung Trumps Namen an ein Gebäude bringen will, dessen Name gesetzlich und historisch mit John F. Kennedy verbunden ist. Der erste Versuch wurde für rechtswidrig erklärt. Jetzt wartet man bis September – und versucht es danach offenbar noch einmal.