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US-News

FAQ: Wer oder was sind eigentlich die „Midterms“?
Ganz Österreich blickt gespannt auf die Midterm-Wahlen in den USA, obwohl niemand hierzulande so recht weiß, was die Midterms überhaupt sind. Wie wird Trump auf die Wahl reagieren? Wer ist dieser Gerry und was findet er so toll am Mandering? Die Tagespresse klärt auf.

Was sind die Midterms?
Die Midterm-Elections sind ein traditionelles Ritual, bei dem die US-Bevölkerung den amtierenden Präsidenten exakt zwei Jahre nach der Wahl abwatscht, um zwei Jahre später dann doch wieder seine Partei zu wählen.

Was wählen die US-Amerikaner heute?
Offenbar das gesamte US-Repräsentantenhaus, 35 der 100 Senatoren und einige Gouverneure. Was genau die Midterms eigentlich sind, wissen aber nicht einmal die Amerikaner selbst. 60 Prozent können nicht sagen, wer sie im Kongress repräsentiert. Die Midterms wurden im Jahr 1889 eingeführt, um CNN zwischen den Präsidentenwahlen bessere Einschaltquoten zu verschaffen.

Welche Auswirkungen hat die Wahl?
Halten die Republikaner ihre Mehrheit im Kongress, kann Trump weitermachen wie bisher. Verlieren die Republikaner ihre Mehrheit, kann Trump weitermachen wie bisher, aber halt mit Executive Orders.

Wie viel Geld geben die Kandidat:innen für ihren Midterm-Wahlkampf aus?
Geschätzt werden zwölf Milliarden Dollar, das sind rund 48 US-Dollar pro Wahlberechtigtem. Diese völlig geistesgestörte Summe entspricht jener Summe, die Österreichs Parteien heuer an staatlicher Förderung erhalten (umgerechnet rund 48 Dollar pro Wahlberechtigtem). Und das, obwohl bei uns heuer gar keine wichtigen Wahlen stattfinden.

Warum ist der Wahlkampf in den USA eigentlich so teuer?
Nur millionenteure TV-Spots können einen Farmer in Ohio davon überzeugen, dass sein dringendstes Problem nicht die Inflation ist, sondern eine Drag-Queen-Vorlesung in einer Privatschule in Los Angeles.

Was sind Super-PACs?
Politische Organisationen, die unbegrenzt Geld für Wahlwerbung ausgeben dürfen, solange sie sich nicht direkt mit den Kandidaten absprechen. Sie stellen sicher, dass auch der normale, schwer arbeitende Milliardär eine Stimme in Relation zu seinem Geldbeutel bekommt.

Was ist Gerrymandering?
Gerrymandering ist ein innovatives Konzept, bei dem Wahlbezirke willkürlich neu gezogen werden. Somit können sich nicht die Wähler ihre Politiker aussuchen, sondern die Politiker ihre Wähler. Das wäre in Österreich ungefähr so, als hätte nicht die Partei mit den meisten Stimmen das Sagen, sondern jene mit den meisten Landeshauptleuten. Völlig absurd!

Wieso gibt es Aufregung in Michigan?
Dort hat die prominente Demokratin Haley Stevens zur Wahl eines Republikaners aufgerufen, um den israelkritischen Spitzenkandidaten Abdul El-Sayed als Senator zu verhindern. Der Nahostkonflikt ist damit in Michigan als Thema so dominant wie sonst nur auf der Wiener Angewandten.

 
US-Midterms: Erste Erfolge für Demokraten
Die Demokraten haben bei den US-Midterms erste große Erfolge zu verzeichnen. Im Bundesstaat North Carolina eroberte der Demokrat Roy Cooper den Senatssitz von den Republikanern, in weiteren Bundesstaaten verteidigten amtierende demokratische Senatoren ihre Sitze im Senat. Die ersten Wahlergebnisse deuten auf ein generell starkes Abschneiden der Demokraten hin.

Liveticker
 
Erste schwarze Gouverneurin in US-Geschichte
Die Demokratin Keisha Lance Bottoms gewinnt laut CNN die Gouverneurswahl in Georgia und wird damit die erste schwarze Gouverneurin in der Geschichte der USA.
 
Trumps Geheimdienste zerstritten: Ausgerechnet vor einem möglichen neuen Krieg gegen Iran fehlen Washington entscheidende Lageberichte
Unter Donald Trump ist die Zusammenarbeit der amerikanischen Geheimdienste schwer beschädigt worden. Nach Angaben von 8 gegenwärtigen und ehemaligen Regierungsvertretern wurden Informationen über Iran und andere internationale Bedrohungen verzögert, teilweise sogar vollständig zurückgehalten.
Die CIA stellte 2025 ihre gemeinsame Arbeit an bestimmten Lageanalysen mit dem National Intelligence Council ein, der die Erkenntnisse der 18 amerikanischen Nachrichtendienste zusammenführen soll. Besonders brisant: Seitdem wurden nach Angaben von 5 Regierungsvertretern keine entsprechenden Analysen zum Iran-Krieg erstellt, während Washington über neue Angriffe nach den Kongresswahlen nachdenkt.
Unter Tulsi Gabbard erhielten Kongressabgeordnete zeitweise keine Geheimdienstberichte, nachdem amerikanische Streitkräfte im Juni 2025 in Iran interveniert hatten und Nicolás Maduro im Januar 2026 festgenommen worden war. Gleichzeitig berichten frühere Geheimdienstmitarbeiter, Analysten würden kritische Einschätzungen aus Angst vor politischen Konsequenzen zurückhalten.
Der Machtkampf zwischen CIA und der nationalen Geheimdienstkoordination eskalierte derart, dass Trumps Stabschefin Susie Wiles mehrfach eingreifen musste; zeitweise verweigerte auch das FBI dem National Counterterrorism Center bestimmte Informationen.
Der neue Geheimdienstdirektor Jay Clayton hat die Unterrichtungen des Kongresses über Wahlbedrohungen inzwischen wieder aufgenommen, während die CIA betont, sie beteilige sich weiterhin an gemeinsamen Bewertungen. Frühere Geheimdienstverantwortliche warnen vor einer gefährlichen Zersplitterung der Erkenntnisse, die ausgerechnet jene Schwächen wiederbeleben könnte, deren Überwindung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zur Neuordnung der amerikanischen Nachrichtendienste geführt hatte.
 
Trump sucht einen verschwundenen Sullivan, Stevens findet einen Republikaner: Amerikas Wahltag gerät zur politischen Groteske
Donald Trump hat am Morgen des amerikanischen Wahltags einen möglichen Entführungsfall ausgerufen. Der Vermisste heißt Daniel J. Sullivan Jr., kandidiert in Alaska für den Senat und trägt beinahe denselben Namen wie der republikanische Amtsinhaber Dan S. Sullivan. Für den Präsidenten genügt diese Namensgleichheit inzwischen, um aus einem Wahlzettel eine Verschwörung zu machen. In einem nächtlichen Beitrag erklärte Trump, der angeblich falsche Kandidat sei verschwunden. Niemand könne ihn finden. Vielleicht hätten ihn korrupte demokratische Anwälte entführt, die aus Angst vor einer Strafverfolgung wegen Wahlbetrugs handelten.

Die Geschichte hat einen erheblich prosaischeren Ausgangspunkt. Sullivan, ein pensionierter Grundschullehrer aus Petersburg, wurde nach Angaben von Ortsansässigen bereits am vergangenen Montag beim Besteigen eines Flugzeugs nach Anchorage gesehen. Ein Bekannter berichtete außerdem, Sullivan und seine Frau seien für ausgedehnte Reisen bekannt. Sein weiterer Aufenthaltsort blieb zunächst ungeklärt. Eine Entführung belegt das nicht. Trump bevorzugt eine Welt, in der selbst eine Flugreise zum Gegenstand strafrechtlicher Fantasien taugt. Hinter dem Streit steht ein ernstes Wahlrennen. Mary Peltola fordert den republikanischen Senator heraus. Der parteiunabhängige Daniel J. Sullivan Jr. steht ebenfalls auf dem Stimmzettel. Recherchen zufolge hätten Personen mit Verbindungen zu Peltolas Wahlkampf seine Kandidatur unterstützt. Peltola bestreitet, davon gewusst zu haben; auch die Demokraten weisen eine Beteiligung zurück. In Alaska laufen Untersuchungen zu den Umständen der Kandidatur. Eine strafrechtliche Schuld ist damit keineswegs festgestellt.

 
Georgia schreibt Geschichte: Keisha Lance Bottoms wird Gouverneurin und beendet 28 Jahre republikanischer Herrschaft
In Georgia hat Keisha Lance Bottoms die Gouverneurswahl gewonnen. Die frühere Bürgermeisterin von Atlanta wird damit die erste schwarze Frau an der Spitze eines amerikanischen Bundesstaates. Zugleich endet in Georgia eine politische Ära: Seit 1998 hatte dort kein Demokrat mehr eine Gouverneurswahl gewonnen. Bottoms besiegte den republikanischen Milliardär und Gesundheitsunternehmer Rick Jackson, der seine Niederlage am Wahlabend eingestand. Jackson gratulierte seiner Gegnerin und erklärte, die Wähler hätten gesprochen und er respektiere ihre Entscheidung. Nach einem Wahlkampf, in dem politische Feindseligkeit längst zum amerikanischen Alltag gehört, klingt selbst diese Selbstverständlichkeit beinahe ungewöhnlich.
Der demokratische Senator Jon Ossoff verteidigte gleichzeitig seinen Sitz mit deutlichem Vorsprung. Er hatte Bottoms bereits Monate zuvor zu seinen Wahlveranstaltungen eingeladen, auch zu einem gemeinsamen Auftritt mit Barack Obama. Die Erfolge beider Demokraten zeigen, wie deutlich sich Georgia an diesem Abend von den Republikanern abgewandt hat. Ossoff sprach vor Hunderten Anhängern in Atlanta von einer entschiedenen Zurückweisung Trumps. Während wohlhabende Kreise von politischen Vergünstigungen profitierten, würden amerikanische Familien mit wirtschaftlicher Gleichgültigkeit behandelt, erklärte er.
In Florida entschieden sich die Wähler dagegen für den Republikaner Byron Donalds als neuen Gouverneur. Donalds bedankte sich nach seinem Sieg bei seinem demokratischen Gegner David Jolly für den Wahlkampf und berichtete von einem Telefonat mit Trump. Florida bleibe republikanisch, versicherte er dem Präsidenten unter dem Jubel seiner Anhänger. Die beiden Bundesstaaten liefern damit unterschiedliche Ergebnisse. In Georgia zieht erstmals eine schwarze Frau in das Gouverneursamt ein, während Florida bei den Republikanern bleibt. Die Entscheidung in Atlanta besitzt allerdings eine historische Bedeutung, die weit über die Grenzen Georgias hinausreicht.
 
Talarico gewinnt Senatssitz in Texas
Der 37-jährige James Talarico hat die Senatswahl in Texas gewonnen und damit erstmals nach fast vier Jahrzehnten den Posten im konservativen Südstaat für die Demokraten erobert.

Talarico, der ein protestantisches Priesterseminar besucht hat, hat mit christlichen Botschaften und Wirtschaftspopulismus offensiv um von Trump enttäuschte Republikaner geworben und auf Ausgleich statt Spaltung gesetzt. Trump hat ihn als „Talafreako“ verunglimpft und wahrheitswidrig behauptet, er wäre Veganer, verabscheute texanische Steaks und hielte Gott für ein Transgender-Wesen.
 
US-Heimatschutzminister: Wollen „jede Stimme prüfen“
US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin will nach den Zwischenwahlen prüfen lassen, ob Menschen ohne Wahlberechtigung abgestimmt haben. Man werde nach der Wahl alle Daten und die „Wahlprotokolle sammeln, diese durchgehen und sicherstellen, dass niemand illegal gewählt hat“, so Mullin in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News.

Auf welcher rechtlichen Grundlage Mullin die Unterlagen prüfen lassen will, lässt er offen. Das Abhalten der Wahlen liegt in den USA im Wesentlichen in Verantwortung der Bundesstaaten. Für die Vorwürfe angeblichen Wahlbetrugs durch abstimmende Ausländer liefert die Regierung bisher keine Belege.
 
Ja, klar. Dass weltgrößte A....loch hätte gewonnen, der Typ ist wirklich Hirnamputiert
Trump: „Hätte gewonnen“
Wenn sein Name auf dem Wahlzettel gestanden hätte, hätten die Republikaner „einen Erdrutschsieg“ eingefahren, so Trump in einem Posting auf seiner Plattform Truth Social, kurz nachdem sich die Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus manifestiert hat.
 
Läuft (fast) perfekt für die Demokraten
Demokraten stellen auch Gouverneurin von Texas
Die Demokratin Gina Hinojosa wird die erste Gouverneurin in Texas lateinamerikanischer Abstammung. Sie beendet damit die mehr als drei Jahrzehnte währende Vorherrschaft der Republikaner in diesem Amt.

Der Demokrat Xavier Becerra wird zum Gouverneur von Kalifornien gewählt und tritt damit die Nachfolge von Gavin Newsom an.
 
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