Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

US-News

Die US-Wahl zeigt: Die Weltlage wird nicht immer nur schlechter
In diesem Jahr haben sich westliche Demokratien als ziemlich resilient gegenüber Autokraten erwiesen, auch in Ungarn, Serbien und Brasilien

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber seit vielen Jahren höre ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ein ständiges Wehklagen über die politische Lage in Österreich, in Europa und in der Welt. Es gibt auch gute Gründe für diesen inzwischen tief verwurzelten Pessimismus: der Krieg in der Ukraine, das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und die darauffolgenden Nahostkriege, der Aufstieg rechter und rechtsextremer Parteien in Europa, die schwierige wirtschaftliche Lage, die Folgen der Erderhitzung, die schädlichen Folgen der sozialen Medien für Gesellschaft und Bildung. Seit zwei Jahren ertönt bei all diesen Warnungen vor allem ein Name: Trump, Trump und wieder Trump.

Donald Trumps zweiter Wahlsieg vor zwei Jahren und seine Rückkehr ins Weiße Haus hat bei vielen das Gefühl verstärkt, dass die sichere Weltordnung, in der wir seit einer Generation gelebt haben, unwiederbringlich zerstört ist und uns eine Zukunft bevorsteht, die eher dem grausamen 20. Jahrhundert ähnelt als der Hoffnungszeit nach 1989. Der Schaden, den Trump und seine MAGA-Leute in diesen 22 Monaten in der ganzen Welt angerichtet haben, ist dramatisch.

 
Prognose
"Demokratische Sozialistin" Nithya Raman wird neue Bürgermeisterin von Los Angeles
Mit dem Sieg der 45-jährigen bisherigen Stadträtin wird nach New York nun auch die zweitgrößte Stadt der USA von einer betont linken Bürgermeisterin regiert

Das Rennen war knapp und die Prognosen dauerten einige Tage: Nun aber ist aus Sicht mehrerer US-TV-Sender, darunter NBC, klar, dass das Rennen um den Bürgermeisterposten von Los Angeles entschieden ist. Neue Bürgermeisterin wird die "Demokratische Sozialistin" Nithya Raman.

Die in Indien geborene 45-Jährige, die bisher Raumplanerin und später Stadträtin war, verdrängt damit die Establishment-Demokratin Karen Bass von ihrem Posten. Raman liegt nach Auszählung von rund 76 Prozent der Stimmen bei 52,1 Prozent, Bass bei 47,9. Üblicherweise werden in Los Angeles weiter links stehende Wahlkreise später ausgezählt.

Wohnraum als Thema
Es ist der zweite Sieg des linken Demokraten-Flügels bei Bürgermeisterwahlen in einer US-Großstadt binnen nur eines Jahres. Am 4. November 2025 hatte Zohran Mamdani das Rennen um den Bürgermeisterposten in New York für sich entschieden. Nun werden die beiden größten Städte der USA von der linken Demokraten-Bewegung regiert.

 
Der extrem rechte Ideologe und langjährige Trump-Berater Steve Bannon im April: Wenn die Demokraten die Zwischenwahlen gewinnen, werden einige ins Gefängnis gehen, mich eingeschlossen. Okay, jetzt wäre es dann soweit

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
Demokraten erringen weitere Sitze im Repräsentantenhaus
Die US-Demokraten konnten bei den Midterms weitere Sitze im US-Repräsentantenhaus gewinnen. Sie stellen mit Stand heute Mittag (MEZ) 253 Abgeordnete, die Republikaner 157. In 25 Bezirken ist die Wahl noch offen. Für die Mehrheit waren 218 Stimmen notwendig.

Die US-Demokraten konnten bei den Midterms weitere Sitze im US-Repräsentantenhaus gewinnen. Sie stellen mit Stand heute Mittag (MEZ) 253 Abgeordnete, die Republikaner 157. In 25 Bezirken ist die Wahl noch offen. Für die Mehrheit waren 218 Stimmen notwendig.

Bisher hatten die Republikaner in der Kongresskammer eine knappe Mehrheit von 218 Abgeordneten, die Demokraten 214. Dazu kamen ein Unabhängiger, zwei Plätze waren vakant.

Offen sind auch noch zwei Sitze im US-Senat: Mississippi und Alaska. Bis zu einer Entscheidung kann es laut US-Medien noch dauern. In dieser Kammer haben die Demokraten nach den Midterms mit 54 zu 44 Sitzen ebenfalls bereits eine deutliche Mehrheit.

 
Fakt
Die linke Demokratin Nithya Raman hat das Rennen um den Posten der Bürgermeisterin von Los Angeles gewonnen. Die amtierende Bürgermeisterin Karen Bass, ebenfalls eine Demokratin, gestand nach Auszählung von 76 Prozent der Stimmen bei einem Stand von 52 zu 48 Prozent ihre Niederlage ein, berichtete die „LA Times“.

Mit dem Sieg von Raman in der zweitgrößten Stadt der Landes baute der linke Flügel der Demokraten seine Position in den US-Metropolen aus. In New York regiert seit diesem Jahr Zohran Mamdani als Bürgermeister. In der Hauptstadt Washington wurde diese Woche laut Hochrechnungen Janeese Lewis George zur Bürgermeisterin gewählt, die ebenfalls der Bewegung der demokratischen Sozialisten angehört.

 
... ein Gruß aus der Kaizen Blog Wahlzentrale
😀
- 100 % ausgezählt bedeutet noch nicht zwingend, dass das Ergebnis amtlich bestätigt oder der Sieger ausgerufen wurde - bestimmt ist Trump schon am Handy

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Nach dem Sieg ist vor der Abrechnung: Was die US-Demokraten im Kongress planen
Große Mehrheiten, aber ein Präsident mit Vetomacht: Die US-Demokraten müssen entscheiden, ob sie mit Donald Trump Deals schließen oder den Kampf suchen

In der historischen Midterms-Wahlnacht trat der ranghöchste Demokrat im US-Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, in Washington auf die Bühne seiner Wahlparty und rief den Feiernden zu: "Amerika ist zurück!" Die Demokraten müssten nun einen dramatischen politischen Wandel im Land herbeiführen. Nur wenige Kilometer weiter im Weißen Haus saß derweil US-Präsident Donald Trump und postete das Bild einer roten Kappe: Statt "Make America Great Again" stand dort aber "Veto": ein Verweis auf seine weitreichenden Blockade-Möglichkeiten.

Damit sind die Fronten für Trumps letzte zwei Amtsjahre abgesteckt. Für die wiedererstarkten Demokraten im US-Kongress stellt sich nun die Frage: Braucht es einen Dealmaker an der Spitze des Trump-Widerstandes – oder einen Kämpfer?

Was die Mehrheit wert ist
Im Repräsentantenhaus mit 435 Sitzen werden die Demokraten Dutzende Mandate mehr haben, als für die absolute Mehrheit benötigt. Im Senat stellen sie mindestens 54 der 100 Senatoren, nach Auszählung der knappen Rennen in Mississippi und Alaska wohl sogar 55 oder 56. Das sind stabile Mehrheiten, aber jedes Gesetz kann Trump mit seinem Veto blockieren. Um das zu überstimmen, braucht es Zweidrittelmehrheiten (mehr als 290 bzw. 66) in beiden Kammern. Die sind ohne die Hilfe einer nennenswerten Zahl von Republikanern außer Reichweite.

 
„Wir beobachten euch“: Trump droht den eigenen Leuten, während seine Regierung vor Gericht den unerlaubten Baubeginn seines Triumphbogens einräumen muss
Donald Trump hat gerade beide Kammern des Kongresses verloren. Seine Partei sucht nach Erklärungen, ehemalige Gefolgsleute rechnen öffentlich mit ihm ab, und im Weißen Haus beschäftigt man sich mit der Frage, wer noch zuverlässig gehorcht. Am 5. November 2026 erhielten rund 3.000 konservative Organisationen ein Schreiben aus dem Verbindungsbüro des Präsidenten. Zunächst die übliche Selbstbeweihräucherung, eine Aufzählung angeblicher Erfolge und die Versicherung, die Demokraten könnten Trumps politische Hinterlassenschaft auch mit ihren neuen Mehrheiten nicht beseitigen. Dann folgte ein gelb markierter Satz: „Wie immer beobachten wir die Erklärungen, Pressemitteilungen und Medienauftritte Ihrer Organisationen.“ Aus dem Weißen Haus, das eben noch die gemeinsame politische Sache beschwor, kam plötzlich eine schriftliche Erinnerung daran, dass jedes öffentliche Wort registriert werde. Wie viel Angst vor der eigenen Gefolgschaft muss eine Regierung inzwischen haben, um ihre Verbündeten auf diese Weise anzusprechen? Nach einer Wahlniederlage könnte ein Präsident zuhören. Trump lässt beobachten.

Das Weiße Haus veröffentlichte am 4. November 2026 diese offizielle Erklärung. Nach der verheerenden Wahlniederlage der Republikaner beschimpft Trumps Regierung die Demokraten als „radikale Linke“, verunglimpft die Presse als „Fake News“ und unterstellt politischen Gegnern, sie wollten Kriminelle schützen und Kinder verstümmeln lassen.

Trump spielt längst mit mehr als nur dem Feuer. Wer nach einer demokratischen Wahl solche Feindbilder verbreitet, schürt Hass in einer ohnehin aufgeheizten Gesellschaft und nimmt weitere Eskalation in Kauf. Besonders erschreckend: Diese Hetze stammt unmittelbar aus dem Weißen Haus, dem Amtssitz des amerikanischen Präsidenten.

 
Zurück
Oben