Im Endeffekt wohl schon. Allerdings ist die Art und Weise des Zerfalls durchaus auch nicht völlig losgelöst von internationalen Kontexten und Verhaltensweisen zu sehen. Gerade die deutsch-liberale Außenpolitik hat massiv die Unabhängigkeitsbestrebungen, ja Nationalismus unterstützt.
Und dann erzählt mir so Kollege, der damals als Referent im Auswärtigen Amt tätig war, dass man natürlich keine eigenen Interessen dabei verfolgte und natürlich die Kriegsentwicklungen so gar nicht dabei vorhergesehen hat. Bei diesem so ersichtlichen Pulverfass mit den allseits merklichen Spannungen...
Es geht nicht darum, großserbischen Chauvinismus und dessen Rolle für die Kriege zu leugnen. Und auch nicht darum, gewaltsam und unter Begehen von Verbrechen seine Interessen, wenn man schon Jugoslawien an sich nicht mehr halten kann, durchzusetzen. Nicht auf serbischem Territorium (auch Kosovo abgerechnet) fanden die Kriege statt. Von der Schuld daran können sich die Serben nicht frei sprechen. Aber niemand soll so tun, als hätte es nur auf serbischer Seite nationalistische Scharfmacher, auch Propaganda gegeben. Wo es dann durchaus auch möglich sein sollte ohne gleich in die Cedoecke verfrachtet zu werden, die internationale und dabei v.a. deutsche Rolle und Politik auch kritisch zu hinterfragen.