Dieser Wahn wird nicht so schnell schwinden
Das Phänomen des terroristischen Islamismus richtet sich nicht nur, aber vor allem gegen Juden. Kein Befreiungskampf, sondern Mordlust
Muss man das Unerträgliche ertragen? Menschen jüdischen Glaubens können sich schon seit langer Zeit nicht mehr unbesorgt zum Feiern versammeln, sei es zu einer religiösen Feier wie Chanukka an dem australischen Strand oder sei es zu einem Rave in der Negev-Wüste. Über all dem schwebt die Möglichkeit des Horrors. Fast immer und fast überall auf der Welt. Das ist eine ungeheure seelische Last.
Das beliebte Spiel – "ja, aber das hat ja alles Ursachen" – ist hier fehl am Platz. Ja, der Nahostkonflikt hat (irrsinnig komplizierte) Ursachen, aber hier geht es darum, dass jüdische Zivilisten ermordet werden, weil sie Juden sind. Das ist kein Befreiungskampf, sondern Mordlust. Es gibt auch islamistische Anschläge auf Weihnachtsmärkte – der Islamismus betrachtet wie alle Radikalideologien im Grunde die ganze Welt als Feind, auch die eigenen, "fehlgeleiteten Brüder" –, aber der islamistische Judenhass ist noch einmal etwas ganz anderes.
Wird nicht aufhören
Eine realistische Betrachtungsweise führt zu der Erkenntnis, dass das nicht aufhören wird. Die Islamisten sehen sich wirklich in einer weltweiten, fundamentalen Auseinandersetzung – nicht nur mit den Juden, aber vor allem mit den Juden. Das ist ein Wahn, der nicht so schnell verschwinden wird. Es bleibt nur das Bewusstsein, dass es doch noch anderes gibt – so wie den Obsthändler Ahmed al Ahmed, der sich auf einen Attentäter stürzte und ihn entwaffnete. (Hans Rauscher, 15.12.2025)
Das Phänomen des terroristischen Islamismus richtet sich nicht nur, aber vor allem gegen Juden. Kein Befreiungskampf, sondern Mordlust
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