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Wirtschaft Weltweit

Der Weltwirtschaft geht die Luft aus – Das Wunder war nur geliehen
Eine Weile lang ging die Rechnung der Pessimisten nicht auf. Die amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran im Februar lösten die größte Störung der weltweiten Energieströme aus, die je gemessen wurde. Der Ölpreis sprang, der Krieg im Nahen Osten weitete sich aus. An den Tankstellen wurde der Sprit knapp, die Teuerung zog an. Der Absturz, den alle erwarteten, blieb aus. Die meisten Volkswirtschaften kamen durch, mühsam, aber sie kamen durch. Der Preis dieser Ruhe stand nur noch nicht in den Büchern.

Jetzt wird der Spielraum eng, während die Aussichten sich verdüstern. Ein Blick auf die letzten Tage genügt. Ein Angriff zwang Saudi-Arabien, eine seiner wichtigsten Pipelines stillzulegen. Die Huthi-Miliz nahm eine strategisch gelegene Insel im Roten Meer samt einer Hafenstadt ein, was die Schifffahrt weiter einschnüren dürfte. Verhandlungen der Golfstaaten platzten, kaum dass sie angesetzt waren. Jeder dieser Vorgänge für sich wäre zu verkraften, zusammen nehmen sie der Lage die Luft zum Atmen. Der Ölpreis schoss in Richtung 110 Dollar je Fass.

Die Rechnung dafür wird an ganz anderen Orten beglichen. In den Philippinen bleiben die Fischerboote im Hafen, weil der Sprit zu teuer ist. In Bangladesch legen Stromausfälle die Fabriken für Stunden lahm. In Guatemala brennen Reifen auf den Straßen. Von Asien bis Lateinamerika reihen sich Stromsperren und Rationierung. Dazu der Zorn derer, die nichts entschieden haben und alles zahlen.

 
106 Dollar pro Fass
Steigende Schulden, neue Raffinerien, mächtigeres China: Die unerwarteten Folgen des hohen Ölpreises
Üblicherweise bemerkt man vor allem an den Zapfsäulen, wenn der Ölpreis steigt. Doch die Auswirkungen gehen weit darüber hinaus. Eine Aufschlüsslung in fünf Punkten

Mehr als 50 Prozent. So viel höher als zum Jahresbeginn liegt aktuell der Ölpreis, Marke Brent. Im Jahresverlauf kratzt er derzeit mit rund 105 Dollar pro Barrel an den Höchstmarken, die er nach Trumps Angriff auf den Iran im Frühjahr erreicht hatte. Mit Blick auf viele Jahre lag er nur einmal deutlich höher als heute: Das war während der globalen Finanzkrise 2008, als die Angst vor dem Kollaps der Weltwirtschaft umging.

Im Alltag bemerkt man es vor allem an den Zapfsäulen, wo sich vor allem Diesel extrem verteuert hat. Ein Liter kostet deutlich mehr als zwei Euro. Doch der Ölpreis schlägt so vielfältig durch wie wohl kein anderer Rohstoffpreis – auf Zinsen, Gesamtwirtschaft, generellen Wohlstand. Wie genau? Fünf Punkte zur Erläuterung:

 
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