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Wirtschaft Weltweit

Macron: G-7 gibt bis zu 100 Mio. Barrel Diesel und Rohöl frei
Die G-7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt. Das solle in den kommenden vier Monaten geschehen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron anlässlich einer Videokonferenz der G-7-Vertreter zur Energiekrise heute. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner dazu gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.

Die EU-Kommission hatte sich vor der Einigung der G-7 „bereit für gemeinsames Handeln im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA)“ erklärt und sich „kategorisch“ gegen eine Exportsperre ausgesprochen.

Die Treibstoffpreise waren in den vergangenen Wochen infolge des Iran-Krieges erneut deutlich gestiegen. Das erhöhte den Druck auf Trumps Republikaner, die sich rund einen Monat vor den Kongresszwischenwahlen in den USA im Umfragetief befinden.

 
Nichts gelernt – Trump gibt sich eine Eins plus, und die G7 öffnen ihm die Dieseltanks
Ein Notvorrat wartet auf den Tag, an dem nichts mehr geht. Er liegt still in seinen Tanks, unberührt von Kursen und Kampagnen. Seit Freitag hat dieser Tag ein Datum. Es steht im amerikanischen Wahlkalender.

Die G7, der Kreis der wohlhabenden Demokratien, kündigten am Freitag an, in den kommenden Wochen 100 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte freizugeben, umgerechnet rund 16 Milliarden Liter. Den Anfang mache Diesel, und zwar in „erheblichen“ Mengen. Binnen 20 Tagen solle „sofort“ eine vorgezogene, umfangreiche Freigabe beginnen, der Rest folge über vier Monate. Donald Trump verkündete selbst im Netz, der Diesel fließe „sofort“.

Er hat es eilig. Am 3. November sind Zwischenwahlen, und die Republikaner stehen unter Druck, die Preise in den Griff zu bekommen. Die Zustimmung zu Trumps Wirtschaftspolitik ist laut einer aktuellen Umfrage auf einen neuen Tiefstand gefallen. Der Krieg gegen Iran läuft seit acht Monaten, seine Handelskonflikte verteuern zusätzlich Öl und andere Waren. Trump hat wiederholt erklärt, der Preis lohne sich, solange Iran keine Atomwaffen bekomme.

 
Welthandel entwickelt sich stärker als erwartet
Der Welthandel entwickelt sich in diesem Jahr deutlich besser als erwartet. Die Welthandelsorganisation (WTO) hob ihre Wachstumsprognose beim Warenhandel von 1,9 Prozent auf 3,9 Prozent an.

Zentraler Grund sei der starke Anstieg der Investitionen in künstliche Intelligenz (KI). Im ersten Halbjahr sei die Nachfrage nach Halbleitern, Rechenzentren und digitaler Infrastruktur für einen Großteil des weltweiten Wachstums des Warenhandels verantwortlich gewesen, so die WTO.

Die Belastung des Welthandels durch den Nahost-Konflikt mit der zeitweisen Sperrung der Straße von Hormus sei zwar erheblich, werde aber durch den KI-Boom mehr als ausgeglichen. 2027 erwartet die WTO ein Plus von 4,1 Prozent beim Warenhandel. Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum des Welthandels 4,6 Prozent.

Lieferketten passen sich an
„Die Zahlen belegen die Widerstandsfähigkeit des Handels in der Praxis“, sagte WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala. Die Erhöhung der Prognose sei ein Zeichen dafür, dass sich die globalen Lieferketten an die Störungen auf den Energie- und Düngemittelmärkten angepasst hätten, hieß es.

 
KI-Boom stützt Weltwirtschaft, IWF warnt aber vor Blase
Künstliche Intelligenz hat sich aufgrund der hohen Investments zu einer wichtigen Stütze für die Weltwirtschaft entwickelt. Doch die Kreuzbeteiligungen im Sektor bergen enorme Sprengkraft

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) polarisiert. Wie sehr die Meinungen, Hoffnungen und Ängste dabei auseinandergehen, zeigt sich auch an den aktuellen Berichten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Betrachtet man die Chancen, die in dieser Technologie stecken, ergeben sich selbst hier zwei Seiten: Mit KI könne der Rückgang der Erwerbsbevölkerung in Teilen Asiens ausgeglichen werden, heißt es etwa in einem neuen Buch des IWF, das IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Montag in Bangkok vorstellte. Dort findet diese Woche die aktuelle Herbsttagung der Finanzorganisation statt. Länder wie China, Japan und Südkorea könnten bis zum Jahr 2050 fast 25 Prozent ihrer Erwerbsbevölkerung verlieren. Dies könne durch KI-bedingte Produktivitätsgewinne ausgeglichen werden. Sollten die Länder das KI-Potenzial ausschöpfen, würden sie den demografischen Druck mehr als ausgleichen.

 
IWF-Bericht
Öl und KI bestimmen Weltwirtschaft
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet erst nächstes Jahr mit einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft. Allerdings sei der Ausblick „zweigeteilt“, wie die Organisation am Dienstag in Bangkok mitteilte. Die Industrieländer hätten sich angesichts der seit dem Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise widerstandsfähig gezeigt. Sie hätten auch von steigenden Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) profitiert. Ärmere Länder, die aus diesem Boom keinen Nutzen zögen, stünden angesichts der Energiepreise vor schweren Entscheidungen.

„Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, doch diese Widerstandsfähigkeit steht unter Druck“, gab IWF-Chefökonomin Silvana Tenreyro an, die von einer Reihe von Risiken sprach. Der Krieg im Iran zum einen und der KI-Boom zum anderen hätten zu einer „fragmentierten“ Weltwirtschaft geführt, erklärte der IWF in dem Bericht.

Ein länger andauernder Krieg in Nahost und anhaltende geopolitische Spannungen könnten „den Inflationsdruck wiederbeleben“, die Budget- und Außenhandelslage belasten und „energieimportierende sowie einkommensschwache Länder am härtesten treffen“, fuhr der IWF fort.

Warnung vor Ende des KI-Booms
Das Institut warnte zugleich vor Risiken auf den Märkten: Sollte sich der KI-Hype als ungerechtfertigt erweisen und die Erwartungen enttäuscht werden, könne das zu einem Rückgang von Investitionen führen und die finanziellen Rahmenbedingungen verschärfen, was das globale Wirtschaftswachstum dämpfen könnte.

 
Bericht: VW will Gehälter weltweit bis 2030 einfrieren
Der kriselnde deutsche Autohersteller Volkswagen will laut einem Medienbericht weltweit die Gehälter vieler seiner Beschäftigten bis 2030 einfrieren. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag-Ausgabe) schreibt, geht das aus internen Unterlagen hervor, die dem Blatt vorliegen.

Der VW-Konzern fährt derzeit einen harten Sparkurs: Insgesamt sollen in den nächsten Jahren rund 100.000 Stellen gestrichen werden, in Deutschland stehen bis zu vier Werke vor dem Aus.

Einkommensverlust von zehn Prozent droht
Der Verzicht auf Lohnerhöhungen könnte für die Betroffenen wegen der Inflation den Angaben zufolge einen realen Einkommensverlust von rund zehn Prozent bedeuten. Die Pläne könnten somit weitere Einschränkungen für die 275.000 Beschäftigten des Konzerns in Deutschland bedeuten.

 
Musks SpaceX mit Milliardenquartalsgewinn
Elon Musks Firma SpaceX hat im vergangenen Quartal nach einer langen Durststrecke einen Milliardengewinn erwirtschaftet. Auslöser waren vor allem kräftige Zuwächse im Geschäft mit Internet aus dem All sowie mit KI-Rechenzentren. Unter dem Strich verbuchte SpaceX schwarze Zahlen von 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Mrd. Euro), wie das Unternehmen gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

Im dritten Quartal des Vorjahres hatte es noch einen Verlust von gut einer Milliarde Dollar gegeben. Der Umsatz sprang von rund 5,58 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 14,58 Milliarden Dollar hoch. Analysten hatten im Schnitt eher mit einem Umsatz bei 12,7 Milliarden Dollar gerechnet.

Kräftiges Plus bei Starlink und KI
Beim Internet aus dem All mit dem Satellitendienst Starlink stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Zum Stichtag 30. September kam Starlink auf 13,6 Millionen Kunden. Inzwischen ist der Dienst unter anderem in 3.800 Flugzeugen verfügbar. Auch die Ukraine ist darauf angewiesen, um sich im russischen Angriffskrieg zu verteidigen. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs wurde mit knapp 2,37 Milliarden Dollar in etwa verdoppelt.

 
Musk bestätigt: Tesla und SpaceX prüfen Zusammenschluss
Die von Elon Musk geführten Unternehmen Tesla und SpaceX prüfen einen rekordträchtigen Zusammenschluss. Der E-Autokonzern und die Weltraumfirma hätten dafür auf Wunsch von Aktionären spezielle Ausschüsse gebildet, sagte Musk gestern in einer Videokonferenz zu den Quartalszahlen von SpaceX. Er sei wegen möglicher Interessenkonflikte nicht Teil davon.

Musk ist Großaktionär beider Firmen – und diese Anteile sind die Basis seines Vermögens von geschätzt rund 920 Milliarden Dollar (820 Mrd. Euro), das ihn zum derzeit reichsten Menschen der Welt macht.

Zustimmung von Tesla-Aktionären notwendig
Über eine Fusion von Tesla und SpaceX wird schon lange spekuliert, Musk äußerte sich dazu bisher ausweichend. Jetzt sagte er, er persönlich finde, ein solches Zusammengehen sei eine gute Idee. Es wäre aber „übertrieben“ zu sagen, dass es „mit Sicherheit“ dazu kommen werde, schränkte er ein.

Musk verwies unter anderem darauf, dass für einen solchen Schritt die Zustimmung von mindestens 50 Prozent aller Tesla-Aktionäre notwendig wäre. SpaceX ist an der Börse aktuell mehr als 1,9 Billionen Dollar und Tesla rund 1,5 Billionen Dollar wert. Es wäre damit die bisher gewichtigste Fusion zweier Firmen.

Schwarze Zahlen nach langer Durststrecke

 
Anthropic machte im Halbjahr 80 Milliarden Dollar Verlust
Laut "WSJ"-Bericht - im Vorjahreszeitraum waren es noch 13 Milliarden Dollar

Das KI-Start-Up Anthropic hat im ersten Halbjahr einem Zeitungsbericht zufolge einen Nettoverlust von mehr als 80 Milliarden Dollar (71,3 Milliarden Euro) verbucht. Im Vorjahreszeitraum habe das Minus noch bei 13 Milliarden Dollar gelegen, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf einen vorläufigen Börsenprospekt.

Der Großteil des Verlusts in Höhe von 72 Milliarden Dollar gehe auf Bilanzierungseffekte zurück. Diese resultierten aus Wertänderungen von Wandelanleihen und anderen Finanzinstrumenten, die das Unternehmen zur Kapitalbeschaffung ausgegeben habe. Eine Stellungnahme von Anthropic lag zunächst nicht vor.

 
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