skenderbegi
Ultra-Poster
Die Schuldenzahlen für heute sind falsch. Woher hast Du diesen Dummsinn her?
was noch niemand gefragt hat ist vorallem woher der zürich die zahlen hat.....
weil er diese zahlen ohne quellen-angaben hier gepostet hat.
[FONT=Arial,Helvetica]Zu diesem Zeitpunkt ist die Verfügungsgewalt über Devisen bereits so weit regionalisiert, daß die Hauptdeviseneinnahmequellen des Bundes der Tourismus und die Überweisungen der ArbeitsemigrantInnen sind, die in Devisen auf die Banken kommen, jedoch in Dinar ausgezahlt werden. Die Schulden Jugoslawiens werden anteilig auf die Republiken verrechnet, so daß alle Republiken Schulden zu zahlen haben, von deren Aufnahme zum überwiegenden Teil nur die nordöstlichen Republiken profitierten. Die ärmeren Republiken sind überhaupt nicht in der Lage ihren Schuldenanteil zu zahlen. 1988 beträgt die Gesamtschuldenlast Jugoslawiens 21 Mrd. $ (7).[/FONT]
[FONT=Arial,Helvetica]Quellen: Der Teil "Grundlagen und Entwicklungen Jugoslawiens" folgt wo nicht anders angegeben in der Darstellung der Broschüre des Osteuropaarchivs Berlin: Jugoslawien: Klassenkampf-Krise-Krieg. (1) NZZ Folio 9/92 (2) Zahlen für 1947, SAG: Der Zerfall Jugoslawiens und der Krieg auf dem Balkan (3) Zeit 26.7.91 (4) Zeit 5.6.92 (5) Kommunismus udn Klassenkampf 11/80 (6) Osteuropaarchiv (7) ebenda (8) NZZ Folio 9/92 (9) Osteuropaarchiv (10) NZZ 12.9.92 (11) Zeit 2.11.90 (12) FAZ 7.4.87 (13) Zeit 26.7.91 (14) Zeit 2.11.90 (15) Meurer, Vollmer, Hochberger: Die Intervention der BRD in den jugoslawischen Bürgerkrieg (16) ebenda (17) Zeit 26.7.91 (18) NZZ 13.8.92 (19) Daten von vor dem Kriegsbeginn, NZZ Folio 9/92 (20) Knaurs Lexikon A-Z (21) Osteuropaarchiv, Vollmer et al., Lokalberichte Hamburg 17/92, Zeit 26.7.91, 5.6.92 (22) Osteuropaarchiv, NZZ Folio 9/92, SAG: Der Zerfall Jugoslawiens und der Krieg auf dem Balkan, FAZ 26.2.87, 2.3.87, 7.4.87.[/FONT]
Die Argumentation Weißenbachers, welche er auf fast 500 Seiten voluminös ausbreitet, kann sich auf einige aussagekräftige Daten stützen. So zeigt der Autor, wie im Laufe der 1970er Jahre der Schuldenstand Jugoslawiens im Ausland von etwas über zwei Milliarden US-Dollar (1970) auf über 18 Milliarden US-Dollar (1980) rapide anwuchs. In den 1980er Jahren lag Jugoslawien damit nach einer Einstufung der Weltbank nach Brasilien, Mexiko, Argentinien, Nigeria, den Philippinen und Venezuela an siebter Stelle der Gruppe der „Highly Indebted Countries“. Den Höchststand der Verschuldung erreichte die SFRJ 1987 mit 22,471 Mrd. US-Dollar. Mit den anderen Entwicklungsländern teilte Jugoslawien dabei folgendes Problem: Hatten internationale Gläubigerbanken im Verlauf der 1970er Jahre – nicht zu letzt aus eigenem Interesse – ausgiebig Kredite erteilt, verteuerte sich deren Rückzahlung mit der von den USA Ende der 1970er Jahre eingeleiteten Hochzinspolitik schlagartig.
Innenpolitisch brisant wurde diese Politik vor allem aus drei Gründen: So stellte erstens die von der Regierung Branko Mikulić (1986-1988) unter dem Druck der Finanzkrise eingeleitete immer offenere Abkehr vom Sozialismus das ideologische Selbstverständnis des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens (BdKJ) und der Verfassung in Frage. Zweitens forderte eine in Folge der Austeritätspolitik schnell wachsende Arbeitslosigkeit und Verarmung eine Welle sozialer Proteste heraus. Laut Weißenbacher haben in den Jahren 1987 und 1988 insgesamt über eine halbe Million Beschäftigte an über 2.600 Streiks in Industriebetrieben teilgenommen (S. 210). Drittens verschärfte gleichzeitig diese Politik die Verteilungskämpfe zwischen den sechs Republiken und zwei autonomen Regionen der Föderation. Nach der Verfassung von 1974 verfügten diese über weitgehende wirtschaftspolitische Kompetenzen, die sie nun in einem für die gesamt-jugoslawische Volkswirtschaft destruktiven Konkurrenzwettkampf um die knapper werdenden Ressourcen einsetzten.
Interessant ist dabei ein Aspekt, auf den Weißenbacher besonderes Augenmerk legt. Entgegen einer innerhalb und außerhalb der Nachfolgerepubliken Jugoslawiens häufig anzutreffenden Auffassung, der Staat sei „vom Westen zerschlagen worden“, setzten nach Darstellung des Autors die internationalen Finanzinstitutionen – und auch die Politik der USA und der EG – zumindest bis 1990 klar auf eine Stärkung der zentralen Bundesinstitutionen in Belgrad, weil nur diese potentiell in der Lage gewesen wären, das Finanzsystem der Föderation zu sanieren und die Austeritätspolitik effektiv durchzusetzen. Dieser Versuch gipfelte in der westlichen Unterstützung der letzten funktionsfähigen gesamtjugoslawischen Bundesregierung unter Ministerpräsident Ante Marković, der im März 1989 mit einem Programm der marktwirtschaftlichen Schocktherapie antrat. Die Politik der ausdrücklich auf den Staatserhalt zielenden Marković-Regierung stieß dabei aber trotz der Popularität des Ministerpräsidenten auf Blockade und Widerstand in den Republiken, vor allem im wohlhabenden Slowenien und Kroatien. Laut Weißenbacher verfolgten diese nämlich längst eine nationalistische Exit-Strategie aus dem jugoslawischen Wirtschaftschaos und strebten – ab Frühjahr 1991 vor allem von Deutschland und Österreich unterstützt – als selbständige Republiken in die EG. Das Fazit des Autors lautet deshalb: „Der IWF hatte auf die Stärkung des jugoslawischen Staates gesetzt, trug aber zu dessen Desintegration bei“ (S. 398).
Osteuropa-Institut: Rezension 31