Ähm er triffts finde ich gar nicht... deutlich besser die Frau Hübsch.
Sie erwähnt auch richtigerweise das sich die Ärzte und Forschung da bisher eben noch nicht einig sind ob es denn so große Nachteile gibt bzw. ob Vor- oder Nachteile überwiegen.
Vielleicht hätte man hier dies besser klären sollen und die verschiedenen Untersuchungsergebnisse zusammen führen und dann mal beurteilen bevor man sowas beschließt.
Vielleicht hätte man auch mal mit den Urologen kommunizieren sollen, die solche OPs durchführen, und Rücksprache mit dem jüdischen und muslimischen Verbänden halten sollen...
Ein Riesenprobem ist doch die Bevormundung, die hier stattfindet, und gleichzeitig hat das ganze so einen voyeuristischen Aspekt- plötzlich schauen 80.000.000 Deutsche auf jüdische und muslimische Penisse... Hier werden ja nicht nur religiöse gefühle verletzt, hier wird ja völlig übers ziel hinausgeschossen.
Erinnert mich an ein Interview mit einer beschnittenen Frau, die sich gegen beschneidungen einsetzte, sie fühlte sich irgendwann von den Fragen der Interviewerin zu ihrer Vagina so bedrängt das sie die Diskussion abschnitt mit "Dramatisieren Sie nicht, ich lebe mein sexuelles Leben." Selbst bei dieser sehr viel eindeutigeren Situation ist es den europäischen Verbündeten Journalisten nicht gelungen, einer Frau gegenüber, die auf derselben Seite steht, die in einer derartig intimen Dikskussion notwendige Distanz und den Respekt aufrechtzuerhalten. Wenn es aber nicht um Respekt geht- worum dann?
Es gehört doch einiges Feingefühl dazu, zu unterscheiden wann ein eurozentrierter Kampf um Emanzipation und Menschenrechte umschlägt in ein postkolonialistisches Bevormundungsgebaren. Eine körperliche Veränderung ist auch ein Zeichen für Identität, und die wird immer von den Eltern geprägt, in welcher Form auch immer. Jetzt entscheidet der deutsche Staat, dass dieser zentrale (!)Teil jüdischer und muslimischer Identität falsch ist und gegen Kinderrrechte verstößt - es gibt überhaupt keine Möglichkeit, dass Juden und Muslime beschämt den Kopf senken, sagen :" Ja ist schon so, ihr habt voll recht, danke das ihr uns die Augen geöffnet habt, voll scheiße, was wir da seit Jahrtausenden machen, wir lassen das jetzt einfach und alles ist gut, O.k.?" und mich wundert, dass soviele ernsthaft in Betrachtung zu ziehen, dass ein derartiger Verzicht auf identität einfach akzeptiert wird - oder die gesetzliche Forderung danach richtig oder realistisch ist.
Ansonsten müßte man sich fragen, wo die denn sind, die schwertraumatisierten Beschnittenen...