Hass mit Tradition – Erdogans Kurdenproblem
Dass Recep Tayyip Erdogan die Kurden in der Türkei und Syrien fürchtet und verabscheut, ist bekannt. Aber, wieso noch gleich? Und überhaupt: Wer sind die Kurden eigentlich?
Verachtung kostet nicht nur Kraft und Zeit, sie erfordert echte Leidenschaft. An der mangelt es dem türkischen Präsidenten bekanntlich nicht, wenn es um seinen Erzfeind geht. Nun ist dieser allerdings kein Oppositioneller, Medienmogul oder ausländischer Staatschef. Es ist das größte Volk der Welt ohne eigenes Land, das Recep Tayyip Erdogan keine Ruhe lässt.
Warum?
Wer sind die Kurden?
Die Kurden sind ein Volk. Genau wie Deutsche, Franzosen, Briten, Türken. Sie eint eine gemeinsame Herkunft, Kultur und Sprache (mit verschiedenen Dialekten) – aber keine übergreifende Religion, obwohl die Mehrheit der Kurden sunnitische Muslime sind. Die Schätzungen, wie viele Menschen sich als Kurden identifizieren, gehen auseinander, vermutlich sind es weltweit zwischen 25 und 35 Millionen.
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Erdogan und die Kurden
Als Autokrat in spe setzt Erdogan auf Nationalismus und nationale Sicherheit – ein Feindbild ist also schlicht nützlich. Wann immer ein politischer Gegner gefährlich wird, suggeriert er eine Verbindung zur PKK, die die Einheit der Türkei bedroht. So erging es einst der linken Partei HDP.
Seit dem Putschversuch des Militärs 2016 wittert Erdogan Feinde an jeder Ecke. Er ließ schätzungsweise 50.000 Menschen festnehmen und verstärkte die Angriffe auf kurdische Separatisten – oder solche, die es sein könnten. Solange er die PKK-Ableger im Nahen Osten militärisch in Schach hält, glaubt Erdogan eine geeinte, länderübergreifende kurdische Revolution im Keim ersticken zu können.
Dass Erdogan Kurden in der Türkei und Syrien fürchtet und verabscheut, ist bekannt. Aber, wieso noch gleich? Und überhaupt: Wer sind die Kurden eigentlich?
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