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Iran News....

Israel und die USA müssen den Krieg im Iran gewinnen
Europa sollte sich an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligen. Im Golfkrieg steht wirtschaftlich, politisch, moralisch und militärisch viel auf dem Spiel
Gut drei Wochen nach dem israelisch-amerikanischen Angriff gegen das Mullahregime im Iran ist ein rasches Ende des Krieges nicht abzusehen. Die EU-Regierungschefs haben beim Gipfel vergangene Woche zur Deeskalation aufgerufen. Sie zittern vor steigenden Öl- und Gaspreisen. Aber nach Zurückhaltung sieht es nicht aus. Mehrere Golfstaaten haben die USA zuletzt gebeten, „den Job abzuschließen“, sprich: den Iran zu entwaffnen.

Das deckt sich mit den Zielen der Regierung in Israel, die von der Opposition und der großen Mehrheit der Bevölkerung unterstützt werden. Sie werden vom Iran samt seinen Vasallen von Hisbollah, Hamas bis Huthi seit Jahr und Tag mit Raketen und Drohnen beschossen. Nicht nur das Massaker vom Oktober 2023, auch der Beschuss am Krieg nicht beteiligter Golfstaaten, die Angriffe auf die internationale Schifffahrt an der Meeresstraße von Hormus, verändern gerade viele Sichtweisen.

Unterschiedliche Einschätzungen
Die Einschätzungen, wie der Krieg ausgehen wird, könnten nicht unterschiedlicher sein. Die einen hoffen, dass dem Terror der Theokraten in Teheran nach 47 Jahren endlich ein Ende gesetzt wird. Das eint Israelis mit der Mehrheit der Iraner. Die anderen befürchten, dass es damit erst richtig losgehen wird, wenn sich die Führung im Iran an der Macht halten sollte.

 
Zwischen Krieg und Verhandlung – Eine Region im Dauerzustand ohne klare Linie
Während Raketen einschlagen und Drohnen Infrastruktur treffen, wird parallel über Gespräche gesprochen, die es offiziell nicht gibt. Karoline Leavitt erklärt aus dem Weißen Haus, man werde nicht über die Presse verhandeln, alles sei in Bewegung und nichts entschieden. Genau das ist der Punkt, an dem sich dieser Konflikt aktuell befindet. Donald Trump spricht von produktiven Kontakten mit Teheran, Iran weist das zurück, gleichzeitig laufen über mehrere Kanäle Gespräche, Telefonate, Sondierungen. Pakistan bietet sich als Gastgeber an, Shehbaz Sharif nennt mögliche Gespräche „bedeutend und abschließend“, China drängt zur Nutzung jeder Gelegenheit für Frieden, Wang Yi telefoniert mit Abbas Araghchi. Ägypten, Oman, mehrere Golfstaaten versuchen parallel, den diplomatischen Faden nicht komplett reißen zu lassen. Es ist ein Zustand, in dem alle reden, aber keiner bestätigt, und genau deshalb bleibt alles offen.

Während diese Gespräche im Hintergrund laufen, verschärft sich die Lage sichtbar. In Teheran laufen die Angriffe auf die Stadt, Israel meldet weitere Angriffswellen auf Produktionsstandorte, Iran antwortet mit wiederholten Raketenangriffen. Zehn Angriffswellen allein an einem Tag, Einschläge im Süden Israels, Verletzte, darunter ein Baby. In Tel Aviv schlägt ein Sprengkopf mit rund 100 Kilogramm Explosivstoff in ein Wohngebiet ein, Gebäude beschädigt, Menschen in den Trümmern. Gleichzeitig geraten andere Länder immer stärker hinein. Bahrain wird mit Raketen und Drohnen angegriffen, ein ziviler Auftragnehmer der Vereinigten Arabischen Emirate stirbt, mehrere Menschen werden verletzt. Im Irak sterben Milizionäre bei Luftangriffen, im Libanon werden Raketen abgefangen, Einschläge beschädigen Häuser. Israel droht offen damit, im Süden Libanons ganze Ortschaften zu zerstören und eine Sicherheitszone bis zum Litani-Fluss zu kontrollieren. Libanon reagiert politisch und weist den iranischen Botschafter aus. Die Frontlinien sind längst nicht mehr klar zu ziehen, der Krieg hat die Region vollständig erfasst.

 
Trump: USA verhandeln mit „richtigen Leuten“ im Iran
Die USA verhandeln US-Präsident Donald Trump zufolge mit dem Iran über ein Ende des Konflikts. Man spreche mit den „richtigen Leuten“, sagte er gestern (Ortszeit) vor Journalisten im Weißen Haus.

Es gebe nun eine neue Führung in der Islamischen Republik, sagte Trump weiter, ohne allerdings konkreter zu werden. Die Iraner wollten unbedingt eine Einigung erzielen. Das iranische Außenministerium und der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf haben frühere Aussagen in dieser Form allerdings dementiert.

Details zu den mutmaßlichen Verhandlungen nannte Trump nicht. Er ließ auch offen, ob die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in dieser Woche an Gesprächen teilnehmen werden. Pakistan hatte sich bereiterklärt, als Gastgeber für mögliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran aufzutreten.

 
Pentagon soll Luftlandekräfte für Nahen Osten planen
Das Pentagon plant nach US-Medienberichten eine Verlegung von Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten. Diese Kräfte sind darauf trainiert, aus der Luft per Fallschirm zu operieren.

Der Plan sehe vor, dass etwa 3.000 Soldaten in den Nahen Osten geschickt werden, um Einsätze gegen den Iran zu unterstützen, berichteten mehrere Medien gestern. Wie konkret die Pläne sind, blieb unklar.

Tausende Soldaten in der Region
Das „Wall Street Journal“ berichtete etwa, dass noch keine Entscheidung darüber getroffen worden sei, Bodentruppen in den Iran selbst zu entsenden. Die Verlegung der Soldaten eröffneten US-Präsident Donald Trump jedoch mehrere strategische Optionen.

Das US-Medium Politico schlussfolgerte, der Truppenaufbau im Nahen Osten deute etwa auf eine geplante Kontrolle der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus hin. Die „New York Times“ berichtete zuerst über die Pläne im Pentagon und schrieb, die Kräfte könnten eingesetzt werden, um den wichtigsten Ölexporthafen des Iran auf der Insel Charg einzunehmen. Es wurden bereits Tausende Marinesoldaten in den Nahen Osten verlegt. Nach früheren US-Angaben befinden sich mehr als 50.000 Soldaten in der Region.

 
Angriffe auf Energieanlagen mit Folgen
Im Krieg in Nahost gerät zunehmend auch zivile Energieinfrastruktur ins Visier der Konfliktparteien. Hilfsorganisationen warnen davor, dass sich die ohnehin schon fatale humanitäre Lage dadurch weiter verschärfen könnte. Berichten zufolge gebe es bereits mehr als 1.400 zivile Opfer. Katastrophale Folgen zeigen sich unterdessen auch beim Klima, wie aktuelle Analysen belegen.

Greenpeace warnte am Montag in einer Aussendung vor weiteren Angriffen, würden diese doch das Risiko einer humanitären Katastrophe bergen: „Die Bombardierung ziviler Strominfrastruktur ist völkerrechtswidrig“, so Jan Vande Putte, Experte für Nuklear- und Strahlenschutz bei Greenpeace International.

Das Stromnetz sei unerlässlich für Krankenhäuser, Trinkwasser, Meerwasserentsalzung und den Betrieb von Kernkraftwerken. „Ein Stromausfall gefährdet Millionen von Menschenleben.“ Eine weitere Eskalation werde das menschliche Leid nur verschärfen und die globale Instabilität verstärken, hieß es dort.

 
Trump: „Ich will das eigentlich nicht sagen, aber ich muss. Ich habe zu Pete und General Caine gesagt, ich glaube, diese Sache – der Krieg – wird sehr bald beendet sein. Sie sagten: Oh, das ist schade. Pete wollte nicht, dass er beendet wird.“

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