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Antisemitismus:Erziehung zum Hass

Deutscher Verfassungsschutz: Auf1 ist ein Lehrbeispiel für Antisemitismus
In einer neuen Broschüre wird der Linzer Online-Sender als Beispiel für die "Globalisten"-Erzählung genannt. Chefredakteur Magnet weist die Vorwürfe zurück

Der deutsche Verfassungsschutz sieht in dem Linzer Online-Sender Auf1 ein Beispiel dafür, wie antisemitische Verschwörungsnarrative in moderner Sprache weitergetragen werden. In einer neuen Broschüre mit dem Titel "Versteckte Botschaften – Antisemitische Codes und Chiffren" analysiert die Behörde einen Telegram-Beitrag von Auf1-Chefredakteur Stefan Magnet. Sein Beitrag dient als Beispiel für die sogenannte "Globalisten-Erzählung".

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"Globalisten", so der Verfassungsschutz, bezeichnet dabei nicht eine konkret definierte Gruppe, sondern eine diffuse, angeblich im Hintergrund wirkende Elite, "die keine Bindung (mehr) an ihr eigenes Vaterland, dessen Kultur oder Traditionen" hat. Ihr wird unterstellt, politische Entscheidungen, Medien und Finanzmärkte zu steuern – unsichtbar, aber allmächtig.

Alte Narrative
Die Struktur solcher Narrative lässt sich bis zu den "Protokollen der Weisen von Zion" zurückverfolgen – einer antisemitischen Fälschung aus dem frühen 20. Jahrhundert, die eine jüdische Weltverschwörung konstruiert. Auch wenn sich Sprache und Begriffe verändert hätten, bleibt das Grundmuster erkennbar.

 

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Deutsches Hotel: "keine Juden erlaubt", Juniorchef: "Wir sind keine Antisemiten"
Der Beherbergungsbetrieb in Lam im Bayerischen Wald droht eine Anklage wegen Volksverhetzung

Cham – Keine Juden erlaubt - mit dieser Antwort an einen Gast aus Israel hat ein Hotel in der Oberpfalz im deutschen Bundesland Bayern für Fassungslosigkeit gesorgt. "Sind wir wieder in den 1930er-Jahren?", fragte die Generalkonsulin des Staates Israel für Süddeutschland auf X mit Blick auf die systematische Entrechtung und Ermordung von Juden im Nationalsozialismus. Das "Hotel zum Hirschen" in Lam im Bayerischen Wald entschuldigte sich und lud den Gast zu einem Gratisurlaub ein.

Dennoch könnte ein strafrechtliches Nachspiel folgen - Volksverhetzung steht im Raum. Öffentlich gemacht hatte den Vorfall unter anderem die Generalkonsulin Talya Lador-Fresher. In dem Post auf X zitierte sie die Antwort, die ein Mann aus Israel auf seine Buchungsfrage über die Plattform Booking.com erhalten hatte: "Sorry, there are no Jews allowed in our hotel" ("Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.").

"Dummer Irrtum"
Das Hotel ist um Schadensbegrenzung bemüht. "Wir sind keine Antisemiten", sagte Juniorchef Andreas Vogl auf Anfrage. "Das ist überhaupt nicht unser Weltbild." Im Grunde genommen sei es ein Irrtum gewesen, "ein dummer Irrtum auf unserer Seite und die falsche Reaktion darauf".

Bei dem Gast entschuldigte sich der Familienbetrieb: "Es war definitiv falsch von uns, auf diese Art und Weise im Chat zu antworten", heißt es in einer E-Mail, die auch an die Bayerische Staatskanzlei ging. Darin erläutern die Betreiber, wie es zu der Äußerung kam. Man kämpfe seit längerer Zeit mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen über eine Buchungsplattform, bei denen Nutzerdaten gestohlen worden sein sollen, so ihre Begründung.


Keine Antisemiten, ist genau so glaubwürdig wie wenn es Ademus Papa sagen würde. "Dummer Irrtum" was für ein Scheiß
 
Juden unerwünscht? Eine Boykottbewegung im Furor
In Rom wird eine jüdische LGBTIQ-Gruppe gecancelt, in Wien gegen die Israelteilnahme am Songcontest wüst agitiert. Die politische Einstellung der Einzelnen? Egal. Längst sind alle Menschen jüdischer Herkunft bedroht

Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici schreibt in seinem Gastkommentar über die gefährlichen Auswüchse, die der Protest gegen die Politik Benjamin Netanjahus eingenommen hat.

Die Rome Pride verbannt heuer die einzige jüdische LGBTIQ-Gruppe Italiens aus ihren Reihen. "Keshet Italia", so wurde beschieden, habe nicht klar genug das verurteilt, was die Leitung der Pride als "Genozid in Gaza" brandmarkte. Es half nichts, dass Keshet Italia beteuerte, sich "dem palästinensischen Volk nahe" zu fühlen, jedoch darum bat, "mit der Sprache im Zusammenhang mit diesem Krieg vorsichtig zu sein".

Die Organisation der Regenbogenparade versicherte, sie wolle Juden an sich nicht ausgrenzen, es gehe ihnen nur um die politische Haltung. Aber das Bekenntnis zum Wertekatalog, der vom Freudenmarsch, der jährlich durch Rom zieht, um die Vielfalt zu feiern, diesmal eingefordert wird, rührt am vorherrschenden Selbstverständnis nur einer einzigen Minderheit – der jüdischen. Diese argwöhnt nicht ganz zu Unrecht, es gehe so manchen darum, die Shoah zu relativieren. Der Begriff "Genozid in Gaza" wird zum Kampfruf und zum Losungswort, ohne dem kein Zutritt gewährt wird.

Das lässt an eine biblische Geschichte denken, in der die Männer von Gilead jene feindlichen Efraimiter, die unterzutauchen versuchen, an der Art erkennen, wie sie das hebräische Wort für Strömung – "Schibboleth" – aussprechen. Die besondere Artikulation entscheidet über Leben und Tod. Bei der Rome Pride wurde die Frage, wie schwer einem "Genozid in Gaza" über die Lippen kommt, zum ideologischen Schibboleth für jüdische Positionen. Sicher: Um Leben und Tod geht es hier nicht.

 
Antisemitische Attacken bei Lueger-Denkmal
Der jüdische Künstler Alon Ishay hat am Mittwoch das umstrittene Lueger-Denkmal mit Sprühkreide und Stickern umgestaltet. Er wurde angezeigt und dann von Passanten antisemitisch beschimpft, wie „Der Standard“ zuerst berichtet hat.

Die Kunstaktion fand im Rahmen eines künstlerischen Rundgangs statt, der sich kritisch mit dem renovierten und neu aufgestellten, um 3,5 Grad gekippten Karl-Lueger-Denkmal auseinandersetzte. Lueger war von 1897 bis 1910 Wiener Bürgermeister und radikaler Antisemit.

Bei der Kunstaktion wurden Fußabdrücke mit wasserlöslicher Sprühkreide auf den Boden gesprüht und Sticker mit der Aufschrift „Schande“ am Denkmal angebracht. Unter den Teilnehmenden befanden sich unter anderen der Schriftsteller Doron Rabinovici, Lehrende der Universität für angewandte Kunst und deren Vizerektorin Gerhild Steinbuch.

Polizei zeigte Künstler und Vizerektorin an
Kurz nach Beginn der Aktion kam es zu einem größeren Polizeieinsatz. Ishay und Steinbuch wurden wegen des Verdachts der Störung der öffentlichen Ordnung angezeigt. Es gab eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung, die Polizei stellte außerdem in Aussicht, dass die Kosten des Einsatzes in Rechnung gestellt werden.

 
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