Die Ironie dahinter ist doch das es beinahe nur Christen gab, darum Frage ich mich wieso sich der muslimische Glaube so durchgesetzt hat. Es ist mir durchaus bewusst das du diese Thematik verharmlost aber wieso setzt sich so eine Konvention durch, obwohl Skanderbeg alles mögliche unternommen hatte um sich nicht dem Islam zu beugen was allerdings seine Nachfahren vergessen haben. Du willst mir also weiss machen das Zwangsheirat nichts mit der Religion zu tun hat sondern das einige von Kosovo oder Albanien diese Tradition pflegen? weil es üblich für Albaner ist ? Das wage ich schwer zu bezweifeln mein Freund
Ich bin aus Albanien, und bei uns werden Religionen eben nicht so ausgelebt. Ich weiß nicht wo du das mit der Zwangsheirat her hast, noch hab ich eigentlich was verharmlost. Wir haben eben eine andere Sicht wenn es um Religionen geht, die Kosovoalbaner sind vielleicht ein wenig religiöser, aber die einzigen Albaner die wirklich vielleicht etwas religiös auffallen sind wie gesagt aus meistens Mazedonien. Ich weiß schon bescheid was ich sage, da ich selbst Albaner bin ;-) Dementprechend bin ich besser informiert. Drum ist deine Argumentation hier schwach, ohne dich jetzt kritisieren zu wollen. Aber das ganze weicht bei dir gerade etwas aus.
Der Islam hat sich in der Summe durchgesetzt, vielleicht aus Zwang damals, vielleicht aus Selbstüberzeugung, vielleicht weil man dadurch Vorteile im osmanischen Reich hatte, usw..Wer weiß das schon. Wenn du mich fragst halte ich von Religionen überhaupt nichts, weil ich selbst aus einer religionslosen Familie abstamme, auch glaube ich an keinen Gott. Und ich verurteile zutiefst was die Religionen und ihre fanatischen Anhänger auf der ganzen Welt angerichtet hatten in der ganzen Weltgeschichte (das Auslöschen der Ureinwohner in Südamerika zum Beispiel, dass in Namen der Religion ausgeführt wurde). Aber im Endeffekt ist es einfach scheißegal ob man eine Religion hat, oder eben nicht (oder welche man hat). Das ist absolute Privatsache, und da ist es den Leuten einfach selbst überlassen was sie für eine Religion ausleben sollen. Es soll jeder das machen was er für richtig hält. Man kann den Albanern nicht einfach sagen dass sie wieder zum Christentum zurückkonvertieren sollen, da dass reinste Utopie wäre. Es interessiert sie einfach nicht. Es ist auch nicht so dass Sie die Einzigen sind die eben eine andere Glaubensbekennung annahmen.
Es hat im Laufe der Menschheit schon viele Konvertierungen auf der ganzen Welt gegeben. Viele Afroamerikaner oder Lateinamerikaner sind heute meistens strenggläubige Christen, und das obwohl diese Religionen ihren Vorfahren mit dem Tod aufgezwungen wurden. Vor allem die Afrikaner früher haben extremst darunter gelitten. Das kannst du im Grunde auf die ganze Welt eigentlich übertragen. Oder die Römer, welche die Christen früher verfolgt und getötet haben sind später zu äußerst religiöse Christen geworden. Manche Menschen aber machen heute leider eine zu große Sache aber draus, siehe Balkan. Bei den Albanern ist es hingegen so dass sich ihr Nationalismus oder Identität nicht auf Religionen beruht oder basiert wie es bei den Serben zum Beispiel der Fall ist. Bei den Slawen zum Beispiel gab es sämtliche Spaltungen unter Katholiken, Muslimen sowie Orthodoxe. Gar führte das zu blutigen Auseinandersetzungen und Konflikten in der Vergangenheit. Bei den Albanern sind all diese Konfessionen jedoch vertreten, ohne dass sie es zu sehr in ihrem Alltag miteinbeziehen, oder dass es zu Spaltungen zueinander führte. Da verharmlose ich nichts, da ich weder ein Grund dazu habe aus persönlicher Sicht, noch weil ich nationalistisch motiviert bin ;-) Das sind alles rein objektive Standpunkte und Tatsachen.
Für was Skanderbeg gekämpft hat, oder welche Überzeugungen er selbst hatte kann man heuer nie zu 100 % beurteilen da er vor einer sehr langen Zeit gelebt hat. Man muss zwischen Skanderbeg als Person, sowie Skanderbeg als Mythos unterscheiden. Er gilt für die Albaner als albanischer Nationalheld, aber im Laufe der Jahrhunderte ist er als eine Art Mythos neu definiert wurden. Das ist normal bei vielen großen Persönlichkeiten von früher, was davon wahr ist und was nicht kann man nur berätseln. Mal abgesehen davon ist es sowieso egal was man früher im Mittelalter dachte, wir leben heute im 21. Jahrhundert, und es hat sich eben vieles anders entwickelt. Früher waren die Leute natürlich noch fanatisch religiös, und dementsprechend lebten die Leute damals alle fast geradezu dumm, und ohne richtiges Vorwissen mit den Gedanken dass sie vielleicht in die Hölle kommen könnten. Erst seit der Renaissance hat sich das eigenständige Denken wirklich erst bei Menschen durchsetzen können. Worauf ich im Endeffekt aber eigentlich hinauswollte war dass bei Albanern heute die Religion kaum eine Rolle dafür spielt wer sie sind. Und man sollte bedenken dass Albanien bis vor über 20 Jahren der einzige atheistische Staat (oder der erste) jemals waren. Du siehst das ganze aus einer zu sehr religiösen Sicht aus. Das ist das Denken was Menschen früher immer alle hatten, heute dient sowas aber eher als Nachteil als von Vorteil.
Im Grunde ähneln sich Balkaner allesamt, aber in Sachen wie Religionen fallen da die Albaner verglichen zu all den anderen einfach weniger ins Gewicht. Mir persönlich ist das auch egal was wir für eine Staatsreligion ausleben, selbst wenn wir Hinduisten wären oder Shinto ;-)