China hat kein Interesse am Ende des Ukrainekriegs – im Gegenteil
Zu glauben, Xi Jinping würde Wladimir Putin den Frieden schmackhaft machen, ist naiv. Je länger der Krieg dauert, desto besser für China
Den Bock zum Gärtner machen – auf kaum jemanden trifft das Sprichwort besser zu als auf Xi Jinping beim Thema Ukraine. Geht es nach dem deutschen Kanzler Friedrich Merz, sollte nämlich ausgerechnet Chinas Machthaber seinem russischen Kollegen Wladimir Putin bei dessen Besuch in Peking ein Ende des Krieges schmackhaft machen.
Hoffentlich ist Merz nicht wirklich so naiv, wie diese Hoffnung vermuten lässt. Wenn Xi eines nämlich nicht will, ist es ein rascher Frieden in Europa, aus dem Moskau – Stand jetzt – geschwächt hervorginge und die USA sich anderen Schauplätzen zuwenden könnten, etwa Taiwan.
Billiges russisches Öl
Je länger der Krieg dauert und Amerika beschäftigt ist, desto besser für Peking. Deshalb bemüht sich Xi nach Kräften, Putin nicht verlieren zu lassen, etwa, indem er ihm Munition und andere Güter liefert, die seine Armee gut brauchen kann. Ohne Chinas Hilfe bei der Umgehung der westlichen Sanktionen wäre Russlands Wirtschaft schon weit früher ins Trudeln geraten. Das billige russische Öl, das ihm Putin im Gegenzug liefert, nimmt Xi ohnehin gerne.
Zu glauben, Xi Jinping würde Wladimir Putin den Frieden schmackhaft machen, ist naiv. Je länger der Krieg dauert, desto besser für China
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