Sie klauten sogar das Klo: Ich hatte Deutschlands kriminellste Mieter
Mieter plündern Mietshaus in Wendeburg (Niedersachsen), bauen sogar Küche, Klo und Klingel aus. Polizei ermittelt wegen Diebstahls und Unterschlagung.
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Als die Beamten die Tür öffnen, wird aus einem unguten Gefühl blankes Entsetzen. Zimmer für Zimmer wird klar, was hier passiert sein muss. Die Mieter haben nicht einfach ihre Sachen gepackt und sind heimlich verschwunden. Sie haben das Haus ausgeschlachtet. Auch Toiletten, Waschbecken, Armaturen und Türbeschläge fehlen. Selbst die Anlage der Fußbodenheizung wurde ausgebaut und geklaut. „Es wurde praktisch alles mitgenommen“, sagt Schell.
Für Natalie Schell war das Doppelhaus in Wendeburg (Niedersachsen) eine Investition in die Zukunft ihrer Kinder. Erst 2024 ließ sie den Neubau errichten. In einer Hälfte wohnt sie selbst, die andere vermietete sie Anfang 2025 an eine ukrainische Familie mit sechs Kindern. 140 Quadratmeter, fünf Zimmer, alles neu. Warmmiete: 1895 Euro.
Warum sie sich für die Familie als Mieter entschied? „Ich hatte Mitleid, weil ich wusste, wie schwierig es für sie mit so vielen Kindern ist, eine Wohnung zu bekommen. Ich bin selbst erst 1995 mit meinen Eltern aus Kasachstan nach Deutschland gekommen.“
Weil sie lediglich eine einfache Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat, ersetzt die Versicherung gerade einmal 2500 Euro. Dabei hatte sie allein rund 50.000 Euro in Küche, Sanitäranlagen und Haustechnik investiert. „Wenn ich das noch einmal ausgeben muss, bin ich insgesamt fast bei 100.000 Euro.“
Besonders fassungslos machen sie die Bilder, die ihr inzwischen Bekannte zugeschickt haben. „Leute haben mir Screenshots von Instagram geschickt, die Fotos von meinem Mieter und Sohn beim Fliesenlegen in der Ukraine zeigen. Als wäre nichts passiert. Ich bin fassungslos.“