Die Ukraine fürchtet, dass der kalte Krieg mit Belarus in diesem Sommer heiß wird
Machthaber Alexander Lukaschenko gerät zunehmend unter Druck aus Moskau, sich stärker im Krieg zu engagieren. Kyjiws Ultimatum dürfte aber Wirkung gezeigt haben
Als Meister der Pirouette war Alexander Lukaschenko zuletzt nicht bekannt. Von den 35 Jahren, in denen Belarus von der Sowjetunion unabhängig ist, ist der passionierte Eishockeyspieler 32 Jahre an der Macht. Wahlen, die daran etwas ändern könnten, lässt er fälschen. Gemessen an der Einwohnerzahl sitzen in seinen Kerkern mehr politische Gefangene ein als in Russland. Seitdem die EU ihn schneidet, weil er 2020 Proteste brutal niederschlagen ließ, richtet sich sein Blick nahezu ausschließlich gen Osten: nach Moskau.
Wertfrei betrachtet, geht es kaum geradliniger.
Umso erstaunlicher mutet die Gratwanderung an, die Lukaschenko seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine hinlegt. Einerseits hat er sein Land, das seit Jahren mit Russland in einem Unionsstaat verbunden ist, 2022 als Aufmarschgebiet für Wladimir Putins Truppen zur Verfügung gestellt. Zugleich tut er nach Außen hin gerne so, als ginge ihn der Krieg nichts an. Obwohl sich Moskau schwertut, seine Verluste an der Front zu kompensieren, bleiben die belarussischen Soldaten in ihren Kasernen.
Nun, wo Russlands Invasion zusehends stagniert, wird die Zwickmühle offenbar, in die Lukaschenko sein Land geführt hat: Im Osten macht ihm Moskau Druck, mehr zu tun, vom Süden aus will Kyjiw das um jeden Preis verhindern. Und auch die USA versuchen, Putin seinen Verbündeten mit Sanktionserleichterungen und der Aussicht auf einen Washington-Trip abspenstig zu machen.
Machthaber Alexander Lukaschenko gerät zunehmend unter Druck aus Moskau, sich stärker im Krieg zu engagieren. Kyjiws Ultimatum dürfte aber Wirkung gezeigt haben
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