Aktuelles

Facebook, Instagram und Co.

Facebook und Co lassen Hassrede oft stehen, nachdem sie gemeldet wird
Der Transparenzbericht des Appeals Centre Europe zeigt klare Defizite im Umgang mit Nutzerbeschwerden und Durchsetzung eigener Richtlinien

Es gibt viel zu tun beim Appeals Centre Europe. Die Organisation hilft Userinnen und Usern bei der Durchsetzung ihrer im Digital Services Act (DSA) verbrieften Rechte. Genauer gesagt, und wie es der Name auch schon andeutet, bei der Beeinspruchungen der Entscheidungen großer Plattformen im Umgang mit Postings und Videos. Wer mit einer Entscheidung zu einem eigenen oder einem gemeldeten Inhalt nicht einverstanden ist, kann sich dorthin wenden. Es ist als Einrichtung für die außergerichtliche Beilegung von solchen Disputen gemäß dem DSA benannt. Zuständig ist man für Facebook, Instagram, Pinterest, Threads, Tiktok und Youtube.

Insgesamt hat man bereits über 30.000 Einsprüche von Einzelpersonen und Organisationen bekommen, davon alleine 24.000 zwischen April 2025 und März 2026. Mehr als die Hälfte davon fiel in den Tätigkeitsbereich der Organisation und enthielten auch genug Informationen für eine Bearbeitung. Der Trend zeigt stark nach oben. Im vergangenen März erhielt man bereits neun Mal so viele Beschwerden, wie noch im April des Vorjahres. Gezählt wurden hierbei ebenfalls nur zulässige Einreichungen. Der neueste Transparenzbericht (PDF) stellt den Plattformen kein gutes Zeugnis aus.

Häufig bleiben zurecht wegen Hassrede gemeldete Postings stehen, nachdem User sie melden.

Hass wird oft nicht gelöscht
Die Organisation kümmert sich um Einsprüche gegen die Löschung von Inhalten, Seiten oder Gruppen, aber auch Content, der als regelwidrig gemeldet, aber stehen gelassen wurde. Ebenso nimmt man sich Revisionen bezüglich Accountsperren an. Vor zwei Monaten wurde der Aufgabenbereich auch um Accounts und Inhalte erweitert, die "beschränkt" wurden – etwa mit Warnhinweisen beim Öffnen eines Postings oder mit absichtlich verringerter Sichtbarkeit.


Ja, da kommt dann "kein Verstoß gegen unsere Gemeinschaftsregeln".
 
Suchtgefahr bei Instagram und Facebook: Verfahren gegen Meta
Instagram und Facebook bergen laut vorläufigen Ergebnissen einer EU-Untersuchung zu große Suchtgefahren für Kinder und Jugendliche. Die Europäische Kommission sieht Risiken unter anderem durch stark personalisierte Empfehlungen sowie das automatische Abspielen neuer Videos, wie es heute in Brüssel hieß. Die Kommission treibt nun ein Verfahren gegen den Mutterkonzern Meta voran.

Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission sind das Resultat einer zweijährigen Untersuchung. Meta wies die Vorwürfe zurück. „Wir stimmen diesen vorläufigen Ergebnissen nicht zu“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Sie berücksichtigten nicht die „bedeutenden Schritte“, die Meta zum Schutz von Teenagern unternommen habe.

Die für Technik zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen sagte jedoch: „Unserer Einschätzung nach ist das Design zu süchtig machend, und es müssen Änderungen vorgenommen werden.“ Entweder ändere Meta sein Design, oder es folge eine Entscheidung über die Nichteinhaltung der Vorschriften.

 
Ab heute lassen sich Telegram-Kanäle nicht mehr im Browser öffnen, ob dies vorübergehend oder dauerhaft ist, bleibt abzuwarten.

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Die Kurzdomain des Messengers Telegram wurde weltweit deaktiviert, und t.me-Links in Browsern funktionieren global nicht mehr.
Die Domain wurde auf Ebene der .me-Domainregistrierungsstelle effektiv aus dem DNS-System entfernt, Links in diesem Format funktionieren jedoch weiterhin in der App. Vorläufigen Informationen zufolge wurde die Domain von der montenegrinischen Registrierungsstelle, der die .me-Domains gehören, gesperrt. Betreiber der Registrierungsstelle ist doMEn, ein von der montenegrinischen Regierung ausgewähltes Unternehmen.

Laut WHOIS-Daten wurde die t.me-Domain von der .me-Registrierungsstelle vollständig aus der DNS-Zone entfernt. Die Telegram-Desktopversion und die App auf Smartphones funktionieren weiterhin normal. Der Grund für die Sperrung ist unbekannt. Mögliche Ursachen sind ein Rechtsstreit, eine Prüfung, behördliche Anfragen oder ein Verstoß gegen die Registrierungsregeln. Die Domain bleibt bis 2035 auf Telegram registriert.
 
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Die Sperrung der „t.me“-Kurzlinks von Telegram stand im Zusammenhang mit Vorgaben der OFAC, jener Abteilung des US-Finanzministeriums, die für die Durchsetzung von US-Sanktionen zuständig ist. Der Betreiber der .me-Domainzone teilte mit, dass die Sperre aufgehoben wurde und die Domain wieder einsatzbereit ist.

Berichten zufolge erfolgte die Sperrung irrtümlich, nachdem ein ukrainischer VPN-Dienst und dessen Betreiber mit Sanktionen belegt worden waren; als deren Adresse war zuvor ein Link zu einem Telegram-Kanal hinterlegt worden.
 
Facebook plant großen Umbau und will aussehen wie Tiktok
Die Meta-Tochter will den Usern mehr "immersive, visuelle und videoorientierte Erfahrung" bieten. Statt dem klassischen Feed soll nach dem Start der App ein Full-Screen-Video auftauchen

Facebook könnte ein fundamentaler Umbau bevorstehen, der die in die Jahre gekommene Social-Media-Plattform näher an den großen Konkurrenten Tiktok heranrücken soll. Wie Tom Alison, Head of Facebook, in einem Blogbeitrag ausführt, sei die Stimme des Volkes unüberhörbar: "Die Nutzer verdeutlichen, dass sie immersivere, visuelle und videoorientierte Erfahrungen bevorzugen – und Video ist das Medium, in dem Gespräche geführt werden, Gemeinschaften entstehen und sich zunehmend auch der Handel etabliert."

Noch heuer wolle man daher einen Testlauf für eine eingeschränkte Gruppe an Usern starten, "von denen wir glauben, dass sie schon im Moment, in dem sie die Facebook-App öffnen, Videos im Full-Screen sehen wollen". So wie es eben auf Tiktok der Fall ist. Wem das nicht gefällt, könne per Opt-out zur klassischen Feed-Ansicht zurückkehren. Ansonsten bleibt der gewohnte Facebook-Feed in einem zweiten Tab in der App abrufbar. Der Test soll in mehreren "videolastigen" Ländern stattfinden.

"Boomer-App"?
Facebook reagiert mit seinen Maßnahmen auf die seit Jahren zu beobachtende Überalterung der Plattform. Genaue Nutzerzahlen zu Facebook gibt Meta nicht bekannt. Die Zahl der Daily-Active-Users auf allen Social-Media-Kanälen des Hauses ging aber im ersten Quartal um 20 Millionen auf 3,56 Milliarden User zurück.

 
Und in Europa, da droht das weltgrößte A....loch mit Zöllen.
Ungenügender Kinderschutz: Meta muss in den USA 567 Millionen Dollar Strafe zahlen
Mit der Millionenstrafe soll laut der Gerichtsentscheidung ein Fonds zur Unterstützung von Minderjährigen finanziert werden

Menlo Park – Wegen des ungenügenden Schutzes von Minderjährigen auf seinen Online-Plattformen ist der US-Konzern Meta zur Zahlung von 567 Millionen Dollar (492 Millionen Euro) verurteilt worden. Mit dem Geld soll laut dem am Donnerstag im Bundesstaat New Mexico gefällten Richterspruch ein Fonds zur Unterstützung von Minderjährigen finanziert werden, die durch Online-Konsum zu Schaden gekommen seien.

Programme für Jugendliche
Richter Bryan Biedscheid machte den Konzern hinter Facebook, Instagram und WhatsApp für eine "Störung der öffentlichen Ordnung" verantwortlich. Es war das erste Mal, dass diese juristische Einschätzung gegen Online-Plattformen getroffen wurde.

Die von Meta zu zahlenden 567 Millionen Dollar sollen laut Richterspruch über einen Zeitraum von fünf Jahren unter anderem auch in Programme zur psychischen Gesundheit und Prävention für Jugendliche fließen. Zudem müsse Meta in den kommenden Jahren Schutzmaßnahmen in seine Programme einbauen, die den Social-Media-Konsum von Minderjährige limitieren, verfügte Biedscheid.

Auch Kritik in der EU
Die neue Millionen-Summe kommt zu einem früheren Urteil einer Geschworenen-Jury in New Mexico hinzu. Diese war im März zu dem Urteil gekommen, dass Minderjährige auf Facebook, Instagram und Whatsapp nicht ausreichend geschützt werden. Meta wurde deshalb zur Zahlung einer Geldbuße von 375 Millionen Dollar verurteilt. Der Konzern hat gegen dieses Urteil inzwischen Berufung eingelegt.

 
Perverslingbrillen
Party unter Totalüberwachung: Patent zeigt Metas dystopische Vision für smarte Brillen
Geht es nach dem Instagram-Hersteller, gibt es "dank" dauernder Filmerei künftig Highlight-Reels direkt nach einer Party. Auch Emotionen und Beziehungen zu anderen sollen dabei einfließen

Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch eine gute Idee. Eine simple Weisheit, die den meisten Firmen bekannt sein dürfte. Und dann gibt es noch Meta: Während alle anderen Hersteller zumindest so tun, als würden sie über die Folgen neuer Entwicklungen für die Privatsphäre nachdenken, forscht das Unternehmen eifrig an Dingen, die wie einem dystopischen Fiebertraum entsprungen scheinen.

Überwachung, deluxe
In einem neuen Patent zeigt Meta seine Vision der Totalüberwachung des Privatlebens mithilfe von smarten Brillen, wie 404Media entdeckt hat. So wird ein Szenario beschrieben, in dem ein Meta-Glasses-User auf eine Party geht, dort mit seiner Brille alles aufzeichnet, um dann zu Hause all das Material auszuwerten und automatisch Highlight-Momente zu erstellen.

 
Spechteln mit Zuckerberg
Der Meta-Chef bewirbt sein neues Tool für den lüsternen Hingucker

Wie schön, dass unsere Tech-Giganten keine Gelegenheit auslassen, die Welt mit schweinisch guten Produkten zu fluten! Derzeit drängt sich erneut der Meta-MAGA-Mann Mark Zuckerberg nach vorne, um für eine altbacken-aufgewärmte Idee zu werben: die Perversenbrille! So nennt man diese dauerfilmende Apparatur natürlich nicht bei Meta selbst, wohl aber bei Technoskeptikern, die es nicht so super finden, wenn Heerscharen von bebrillten, häufig nur vorgetäuscht schasaugerten Spechtlern, Spannern und "Aufriss-Künstlern" herumziehen, um alles aufzuzeichnen, was ihnen an Geschlechtsmerkmalen auf der Straße unterkommt. Oder die sich vielleicht auch lieber einmal auf dem Spielplatz umsehen, wenn man mehr auf die Jugend steht?

Saftige Strafen
Gewiss: Die Brille ist ein Traum-Utensil für alle mit speziellen Neigungen – und für die Meta-Datenspeicher. Freilich sollte es Zuckerberg, der das Ding mit der Allüre eines erregten Uhus bewirbt, den Intimsphärenforschern nicht zu leicht machen. In New Mexico wurden heuer schon Strafen von gut 940 Millionen Dollar wegen kinderschädigenden Produktdesigns gegen Meta verhängt. Nun dräut ein Nachfolgeprozess, bei dem es im Extremfall um 1,4 Billionen geht. Da würde es selbst Zuckerberg die Brille beschlagen – und für Meta könnte es eng oder gar letal werden. Will man sich gar nicht vorstellen, welch Verlust das wäre. Also: Besser Obacht geben, Zuck. (Christoph Winder, 17.8.2026)

 
"Instagram ist eine Droge": Meta drohen in neuem Prozess bis zu 1,4 Billionen Dollar Strafe
In Kalifornien geht es nicht mehr um gesperrte Inhalte, sondern um das Design von Instagram und Facebook: Richter könnten den Konzern zu drastischen Eingriffen zwingen

Wieder ein Prozess gegen Meta, könnte man denken. Das wird ohnehin wieder zugunsten des Tech-Konzerns entschieden, könnte man annehmen. Mitnichten. Die Zeiten haben sich geändert.

Der Wind hat gedreht und entwickelt sich für Mark Zuckerberg gerade zum Orkan: Mehrere US-Bundesstaaten haben seinen Konzern vor Gericht gezerrt. Der Vorwurf lautet auf unlauteren Wettbewerb und systematische Verletzung der Privatsphäre von Kindern. Die Kläger fordern verbindliche gerichtliche Auflagen (Structural Remedies), die Metas Kerngeschäftsmodell für Minderjährige grundlegend verändern könnten – etwa das Abschalten suchtfördernder Features, strengere Verifikationspflichten oder das Verbot bestimmter Tracking-Methoden.

Dass dieser Prozess dem Konzern gefährlich werden kann, liegt an zwei neuen Hebeln: Auf der Gegenseite sitzen keine einzelnen Familien, sondern Bundesstaaten mit enormen Ressourcen. Zudem geht es nicht um problematische Inhalte – solche Klagen liefen in der Vergangenheit meist ins Leere –, sondern um das Produktdesign selbst. Angegriffen wird diesmal die Funktionsweise von Instagram und Facebook.

Besonders die drohende Summe dürfte selbst in Zuckerbergs Chefetage die Alarmglocken schrillen lassen: Berechnet man die geforderten Strafen pro minderjährigem Nutzer und Tag, steht rein rechnerisch eine theoretische Summe von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar im Raum – was in etwa dem Börsenwert von Meta entspricht. Auch wenn Juristen einen solchen Betrag für unrealistisch halten: Bereits ein Bruchteil davon setzt den Konzern unter massiven finanziellen und strategischen Druck.

 
Meta trickst mit „Momfluencern“
Weltweit werden derzeit bei Sozialen Netzwerken die Zügel straffer angezogen. Altersgrenzen werden eingeführt, bestimmte Funktionen sollen gar gänzlich verboten werden. Immer mit dem Ziel, die Sicherheit für Kinder zu erhöhen. Doch der Social-Network-Gigant Meta kämpft gegen Regulierungen – und sucht sich laut einem neuen Report nun ausgerechnet Influencer-Eltern als Verbündete.

Die Forschungsinitiative Tech Transparency Project (TTP) hat es sich zum Ziel gemacht, „große Technologieunternehmen zur Rechenschaft zu ziehen“, wie es auf der Website heißt. Am Dienstag veröffentlichte sie einen neuen Report mit dem Titel „Einblick in Metas globalen Plan zur Bekämpfung von Kinderschutzgesetzen“.

Gleich zu Beginn heißt es: Während Verbote von sozialen Netzwerken für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnen, würde Meta gefinkelte Einflussstrategien anwenden, um diese zu untergraben.

 
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