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FPÖ (Un)Wahrheiten, Hetze und Märchen

So macht es die FPÖ: Taktik & Methode
Gestern haben wir gezeigt, wer diesmal am Pranger steht: die NGOs.
Heute geht es um das Wie.
Die FPÖ konstruiert ihre Feindbilder nicht spontan, sondern nach einem knallharten Drehbuch. Schritt für Schritt, kalkuliert, immer gleich. NGOs sind nur das aktuelle Beispiel – das Muster zieht sich durch alle Kampagnen.
1. Schlagworte setzen
„Asylindustrie“. „NGO-Business“. „Steuergeldfresser“. Drei Worte, die in Reden, Parteizeitungen und Plakaten immer wiederkehren. Kurz, aggressiv, sofort einprägsam – darum werden sie gebetsmühlenartig wiederholt.
2. Kanäle kontrollieren
Die FPÖ verlässt sich nicht auf zufällige Berichterstattung. Sie hat ihre eigene Medienmaschine:
• FPÖ-TV als Dauerverstärker.
• Telegram-Kanäle für die rohe Zuspitzung.
• Facebook und TikTok für Clips, Memes und Schlagzeilen.
• Parteizeitungen und Inserate für jene, die offline erreicht werden sollen.
Alles läuft synchron, damit jede Botschaft gleichzeitig überall präsent ist.
3. Zahlen aufblasen
Die Anfrage vom 27. Juni 2025: 2 175 Fragen, 228 Seiten, 725 NGOs. Kein Skandal, keine Enthüllung – aber so aufgeblasen, dass es nach „riesiger Affäre“ klingt. Die Masse allein soll den Verdacht erzeugen.
4. Schlagzeilen erzwingen
Am 25. Juli 2025 folgte die Anzeige gegen die EU wegen angeblich „verschwundener“ 17 Milliarden Euro NGO-Förderungen. Beweise? Keine. Aber das Schlagwort „Untreueverdacht“ reicht, um die Schlagzeilen zu dominieren. Genau das ist das Ziel.
Fazit
Das Drehbuch ist simpel: Schlagwort – Dauerbeschallung – Zahlenwust – Schlagzeile. Keine Fakten, keine Lösungen. Alles läuft auf eines hinaus: ein Feindbild, das laut genug ist, um die FPÖ im Gespräch zu halten.

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Umgehende gehandelt :lol27:
Onlinepostings: FPÖ-Gemeinderat ausgeschlossen
Ein Gemeinderat aus dem Bezirk Neunkirchen ist aus der FPÖ ausgeschlossen worden, nachdem Facebook-Beiträge bekanntgeworden sind, in denen er u. a. Juden und Homosexuelle beschimpft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Verhetzung.

Ins Rollen gebracht hat den Fall eine Sachverhaltsdarstellung, wie auch der „Kurier“ berichtete. Der Grünen-Nationalratsabgeordnete Lukas Hammer hatte sie aufgrund mehrere Facebook-Postings bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt eingebracht. Zu prüfen sei demzufolge ein etwaiger Verstoß gegen den Verhetzungsparagrafen oder das Verbotsgesetz.

Die in der Sachverhaltsdarstellung erwähnten Beiträge, die noe.ORF.at vorliegen, zeigen etwa, dass der Gemeinderat sich dafür ausspricht, Israel von der Landkarte zu löschen. Juden, Ukrainer und homosexuelle Menschen werden als „Parasiten“ bezeichnet. Auch ein Video, das zeigt, wie ein Dunkelhäutiger beschimpft wird, teilte der Mann mit dem Kommentar „Brauchst nur die Hautfarbe anschauen“.

FPÖ Niederösterreich: „Umgehend gehandelt“
Die FPÖ Niederösterreich reagierte am Dienstag nach Medienberichten mit dem Parteiausschluss. Der Lokalpolitiker werde von „all seiner Funktionen enthoben“, hieß es in einer Aussendung der Freiheitlichen.


 
Seit Monaten wird die politische Berichterstattung in Österreich vorwiegend von einem Thema dominiert: dem Sparpaket der Bundesregierung. Da die letzten zwei Koalitionen aus ÖVP und Grüne bzw. ÖVP und FPÖ einen massiven Schuldenberg hinterlassen haben, wurde mittlerweile ein EU-Defizitverfahren gegen Österreich eingeleitet. Die FPÖ will aber von ihrer eigenen Verantwortung für die Budgetpolitik während der Schwarz-Blauen Regierung (2017-2019) nichts mehr wissen. Deshalb sucht sie die Schuld bei anderen und verdreht dabei Fakten so lange, bis sie ins eigene Weltbild passen. Diese Vorgehensweise ist typisch für das Verhalten der FPÖ geworden. Seit Monaten behauptet sie nun, die Bundesregierung würde „Geld ins Ausland verschenken“. Es folgt ein Fact-Check der FPÖ-Behauptungen.

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Seit Monaten wird die politische Berichterstattung in Österreich vorwiegend von einem Thema dominiert: dem Sparpaket der Bundesregierung. Da die letzten zwei Koalitionen aus ÖVP und Grüne bzw. ÖVP und FPÖ einen massiven Schuldenberg hinterlassen haben, wurde mittlerweile ein EU-Defizitverfahren gegen Österreich eingeleitet. Die FPÖ will aber von ihrer eigenen Verantwortung für die Budgetpolitik während der Schwarz-Blauen Regierung (2017-2019) nichts mehr wissen. Deshalb sucht sie die Schuld bei anderen und verdreht dabei Fakten so lange, bis sie ins eigene Weltbild passen. Diese Vorgehensweise ist typisch für das Verhalten der FPÖ geworden. Seit Monaten behauptet sie nun, die Bundesregierung würde „Geld ins Ausland verschenken“. Es folgt ein Fact-Check der FPÖ-Behauptungen.

Zu sehen ist eine Zeitungsartikel-Collage mit dem Titel „Gespart wird nur bei den Österreichern“. Die Botschaft dahinter ist klar: In Österreich ist Geld für alles da – außer für die Österreicher:innen selbst. Stattdessen verschenkt der Staat Millionen ins Ausland. Das möchte die FPÖ zumindest mit den eingeblendeten Titeln aussagen. Postings wie diese haben eine enorme Reichweite – 200.000 Menschen folgen der FPÖ auf ihrem Facebook-Account. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter diesen Aussagen?

Die FPÖ-Legende vom “verschenkten Geld ins Ausland”
Die FPÖ verfolgt mit Beiträgen wie diesem immer die gleiche Strategie: Zum Teil werden richtige Inhalte mit verkürzten, aus dem Zusammenhang gerissenen Behauptungen und irreführenden Details verknüpft. Durch die Auswahl und Zuspitzung der Informationen entsteht ein Gesamtbild, das die Medienkonsumenten in die Irre führen soll. Ziel der FPÖ ist es, Emotionen wie Empörung, Wut und Misstrauen zu schüren.

Sparmaßnahmen vs. humanitäre Hilfen: FPÖ heizt Neid-Debatte an
Das ausgewählte Facebook-Posting der FPÖ (siehe oben) veranschaulicht diese Taktik gut: Es stellt die im Budget der Bundesregierung vorgesehenen Sparmaßnahmen den humanitären Hilfen, die Österreich leistet, gegenüber. Durch diese gezielte Gegenüberstellung entsteht der irreführende Eindruck, dass Ausgaben für „das Ausland“ direkt zulasten der heimischen Bevölkerung gingen. Dabei reduziert die FPÖ politische Prozesse ohne faktische Grundlage auf Schuldzuweisungen. Denn zwischen den Sparmaßnahmen und den humanitären Hilfen besteht kein realer Zusammenhang.

 

Anhänge

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Die Kronen Zeitung hetzt weiter fröhlich gegen NGOs – und ist damit erfolgreich
Die Krone feiert sich selbst und die FPÖ. Gemeinsam habe man die Regierung zum Handeln gezwungen. Dabei setzt die Krone auf Hetze und nicht auf Fakten - obwohl sie es natürlich besser weiß. Wie Medienkritik in Österreich einfach verhallt.
Die Krone berichtet, die FPÖ reagiert. Die FPÖ reagiert, die Krone berichtet. Das Prinzip wiederholt sich. Selten haben wir es so gut beobachten können, wie beim aktuellen NGO-”Aufreger”. Am 26. August ist der bisherige Höhepunkt erreicht: Die Krone feiert sich gemeinsam mit der FPÖ auf Seite 2 dafür, dass NGOs “unter die Lupe” kommen. Endlich ist die gemeinsame Kampagne erfolgreich.

Die Vorgeschichte: In Deutschland entdecken Konservative Anfang des Jahres zivilgesellschaftliche Organisationen als Feindbild. Deutsche Boulevardmedien wie die Welt und Bild nehmen das Thema auf und finden Skandale, die sich im Nachhinein in Luft auflösen. Egal, man kann gegen “linke” NGOs und die EU hetzen. Perfekt für das Zielpublikum.

Da darf sich das größte österreichische Boulevardmedium nicht lumpen lassen.

Die Krone hat in der vergangenen Monaten immer wieder scharf gegen EU und NGOs geschossen. Schlagzeilen wie “Hier versickern die EU-Millionen” oder “EU-Milliarden für NGOs: Jetzt muss alles auf den Tisch” sollten mit den dazu passenden Artikeln zeigen, wie die EU mit Milliarden Euro an Steuergeld unseriöse Organisationen fördert.

Als die Krone die Liste der EU-Fördermittel veröffentlicht, ist der Skandal endlich perfekt: “Die FPÖ reagierte noch am Abend”, schreibt sie in ihrem aktuellen Feier-Artikel über das Ergebnis ihrer Veröffentlichung. Drei Wochen später stellt die FPÖ eine parlamentarische Anfrage zur Finanzierung von NGOs. Die Anfrage wird von allen Seiten kritisiert. Der FPÖ gehe es dabei nicht um Zahlen, sondern um Stimmungsmache gegen zivilgesellschaftliche Organisationen, wie die Sozialwissenschaftlerin Ruth Simsa betont.

Die Krone weiß es besser
Dass die FPÖ auf einen vermeintlichen Skandal aufspringt, der sich gegen EU und vermeintlich linke Organisationen wendet – geschenkt. Die Krone könnte und sollte es besser wissen. Nicht nur, dass sie im Artikel über die parlamentarische Anfrage der FPÖ sogar Kritik daran Platz gegeben hat. Ihre eigene Berichterstattung wurde auch mehrfach kritisiert und berichtigt.

Bereits am 1. Juli haben wir einen Artikel veröffentlicht, der die Berichterstattung der Krone über NGOs hinterfragt. Meine Kollegin Edith Ginz hat sich angesehen, was hinter dem vermeintlichen Skandal steckt, wo die Krone vielleicht sogar recht haben könnte, aber warum die Vorwürfe nicht haltbar sind. Schon damals war ersichtlich, dass die Zeitung vor allem Stimmung machen will.

 
Wo die FPÖ NGOs attackiert
Die FPÖ hat NGOs zum neuen Feindbild erkoren. Nicht zufällig, sondern gezielt – immer dort, wo sie maximale Schlagzeilen und Empörung ernten kann. NGOs, die für Menschlichkeit, Solidarität oder Vielfalt stehen, sind dafür perfekt geeignet.
LGBTQ-Initiativen
Organisationen, die für die Rechte von LGBTQ-Menschen eintreten, werden als „Gender-Lobby“ oder „Umerziehungs-Propaganda“ diffamiert. Die FPÖ inszeniert sie als Bedrohung für „Familie und Tradition“ – obwohl es in Wahrheit um Grundrechte geht.
Sozialprojekte
Caritas, Neunerhaus oder ähnliche Initiativen, die Obdachlosen und Armutsbetroffenen helfen, werden als „linke Sozialindustrie“ dargestellt. Wer Not lindert, wird von der FPÖ verdächtigt, ein Geschäftsmodell daraus zu machen. Zynischer geht es kaum.
Menschenrechtsorganisationen
Amnesty International, Reporter ohne Grenzen oder ähnliche NGOs geraten ins Visier, sobald sie Missstände aufzeigen. Die FPÖ stempelt sie reflexartig als „staatsfeindlich“ oder „gegen das Volk“ ab.
Nicht um Kritik zu entkräften, sondern um sie auszuschalten.
Warum?
Weil diese NGOs das symbolisieren, was die FPÖ bekämpft:
Solidarität statt Spaltung,
Vielfalt statt Einheitszwang,
Demokratie statt „starker Hand“.
Wer für Menschlichkeit steht, stört das rechte Märchen vom ewigen Feindbild und muss deshalb diskreditiert werden.
Fazit
Die Angriffe sind kein Zufall. Die FPÖ sucht sich gezielt jene NGOs aus, die für Freiheit, Menschenrechte oder soziale Gerechtigkeit stehen. Denn wer diese verteidigt, legt offen, dass die FPÖ keine Antworten will sondern ein autoritäres System, in dem Kritik nichts zu suchen hat.

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Die FPÖ ist nicht übermächtig, hat es jemand gemerkt?
Selbstmitleid und Rätselraten herrschen vor, wenn es darum geht, die Dominanz der FPÖ zu besprechen. Es wird schicksalsergeben so getan, als würde sie immer alles richtig machen. Dagegen sei kein Kraut gewachsen. Dieser Sommer beweist: Das stimmt nicht. Natascha Strobl kommentiert.
Die FPÖ hat den ganzen Sommer über eine riesige Kampagne gefahren. Die meisten haben es nicht mitbekommen, weil es wirklich erbärmlich schlecht war. Bis auf eine Boulevard-Zeitung ist niemand darauf eingestiegen. Es ging ums Pfand.

Seit Anfang des Jahres ist das Pfand auf Dosen und Plastikflaschen ausgeweitet. Etwas, das es für viele Glasflaschen seit Jahrzehnten gegeben hat. Von allen Problemen der Welt oder auch nur Österreichs hat die FPÖ just dieses Thema als Sommerkampagne ausgesucht.

Die Mythen über das Pfand
Da wird die skurrile Behauptung verbreitet, dass das Pfand Familien mehrere hundert Euro im Jahr kostet. Irgendwer hat die Information nicht bekommen, dass man Pfand zurückbringen muss und dann bekommt man das eingesetzte Geld zurück.

Oder es werden Schreckensbilder an die Wand gemalt, dass Abstellräume überquellen vor gelagerten Dosen und Flaschen. Als ob man nicht bei jedem Einkauf das Pfand wieder zurückgeben könnte und man es gar nicht horten müsste.

 
Was hat die FPÖ davon? Wer zahlt drauf?
Montag haben wir gesehen, wen die FPÖ zum Schuldigen erklärt. Dienstag, wie sie das macht. Mittwoch, wo sie am härtesten zuschlägt. Heute geht’s um die entscheidende Frage: Was bringt der FPÖ diese Schmutzkübelkampagne – und wer bezahlt am Ende die Rechnung?
Was die FPÖ davon hat
1. Schlagzeilen ohne Inhalt
Die FPÖ lebt davon, permanent Skandale zu inszenieren. Mit Schlagworten wie „NGO-Business“ oder „Asylindustrie“ zwingt sie sich in die Medien – egal, ob Substanz da ist oder nicht. Beispiel: Die EU-Anzeige vom 25. Juli 2025 über angeblich „verschwundene“ 17 Milliarden. Beweise? Keine. Aufmerksamkeit? Riesig.
2. Ablenkung von sich selbst
Während über NGOs diskutiert wird, verschwindet die Debatte über FPÖ-Chats, Russland-Kontakte oder interne Skandale in der Versenkung. Schuldige im Rampenlicht – eigene Probleme im Schatten.
3. Mobilisierung durch Feindbilder
Mit der ständigen Diffamierung von NGOs sendet die FPÖ eine Botschaft an ihre Basis: „Wir kämpfen gegen die da oben.“ Dieses Feindbild hält die Anhänger in Dauerempörung und die Parteimaschine am Laufen.
Wer die Rechnung zahlt
1. Die NGOs
Ehrenamtliche und Mitarbeiter:innen werden zur Zielscheibe. Drohungen, Hass, Misstrauen – wer sich für Obdachlose, LGBTQ-Rechte oder Demokratie einsetzt, wird öffentlich diffamiert und im Alltag gefährdet.
2. Die Demokratie
Wenn NGOs als „staatsfeindlich“ abgestempelt werden, trifft das die gesamte Zivilgesellschaft. Kritik wird delegitimiert, Aufklärung geschwächt, Grundrechte ausgehöhlt. Genau das stärkt autoritäre Fantasien.
3. Die Gesellschaft
Am Ende zahlen wir alle: Denn jede Schmutzkübelkampagne zerstört Vertrauen, vertieft Spaltung und macht Politik zum Dauer-Theater. Lösungen sind gar nicht das Ziel – das Ziel ist die Bühne für den „Volkskanzler“-Traum.
Fazit
Die FPÖ gewinnt kurzfristig Schlagzeilen und Applaus. Bezahlt wird das Spiel von NGOs, die diffamiert werden, von der Demokratie, die geschwächt wird, und von uns allen, die am Ende mit weniger Freiheit und Zusammenhalt dastehen. Das ist kein Kollateralschaden – das ist Kalkül.

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Ziemlich beste Feinde: FPÖ und NGOs
Die freiheitliche Anfrage ist ein Pflanz. Warum nimmt die Regierung das ernst? Der Nonprofitsektor leistet unverzichtbare Arbeit. Statt eine Taskforce einzurichten, sollte man den föderalen Wildwuchs lichten

In seinem Gastkommentar ordnet Michael Meyer, Leiter des Instituts für Nonprofit Management und Governance an der Wirtschaftsuniversität Wien, die parlamentarische Anfrage der FPÖ ein und betont die gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz von Nichtregierungsorganisationen (NGOs).
Eine Begriffsklärung vorab: Ob ich von NPOs oder NGOs spreche, hängt davon ab, ob ich wirtschaftliche Akteure meine, die keine Gewinne ausschütten (NPOs), oder politische Akteure, die nicht zum öffentlichen Sektor gehören (NGOs). Für viele Organisationen zwischen Markt und Staat gilt beides. Dieser Sektor ist historisch gewachsen und hat in Österreich drei starke Wurzeln: christlich-soziale, sozialdemokratische und ökologisch-menschenrechtliche. Deutschnationale Wurzeln gibt es zwar auch, sie tragen aber weniger Früchte. Daher tut sich die FPÖ mit NGOs schwer. Jenseits der Burschenschaften und der Identitären – "eine NGO von rechts", so FPÖ-Parteichef Herbert Kickl – ist sie (noch) unterrepräsentiert.

NGOs sind Dienstleister, schaffen sozialen Zusammenhalt, sie sind Sprachrohr und Anwalt für Anliegen, die sonst kaum Gehör fänden. Vermutlich hat die FPÖ etwas gegen bestimmte NGOs, gegen inklusive, integrative, feministische, Menschenrechts- und Klimaschutzorganisationen – kurzum: das ganze "linke NGO-Business". Öffentliche Förderungen erhalten gerade solche NGOs eher selten.

Ignoranz der Demokratie
Die FPÖ-Anfrage beruht auf einer stümperhaften Recherche. Die Liste der NGOs ist eins zu eins von der Jobplattform ngojobs.eu kopiert. Sie umfasst eine Melange von mehr als 700 Organisationen, von der studentischen Unternehmensberatung bis zum Zukunftsverein St. Johann, von der Caritas über das Rote Kreuz zur Volkshilfe. In der Anfrage finden sich auch Nicht-NGOs wie die Wirtschaftsuniversität (WU), die Technische Universität (TU) und die Universität Wien.

 
Einer fehlt – aber nicht wirklich
Kein Raunen erhebt sich nach dem Verbleib immerhin eines Volkskanzlers in spe

Seit Monaten springt der Motor nicht mehr an. Fährt der Zug nicht mehr in den Tunnel. Hebt die Rakete nicht mehr ab. Was mit der Regierung los ist, wissen wir annähernd, aber wohin ist Helmut Kickl verschwunden? Oder hieß er Herbert? Leidet der Triathlet an seiner Partei und schämt sich dafür vor der Öffentlichkeit? Stürzt ihn die Unerreichbarkeit seines Vorbilds Donald in Depressionen? Die Medien bringen ihn nur noch in effigie, ohne ein Wort des Interesses daran zu verlieren, wie lange diese Selbstausschaltung noch währen soll. Wie auch, kam doch von ihm bisher kein tröstendes Lebenszeichen. Und was das Schlimmste ist: Er scheint niemandem abzugehen. Da erhebt sich kein Raunen nach dem Verbleib immerhin eines Volkskanzlers in spe. Oder vielleicht gar eines künftigen Kärntner Landeshauptmanns. Keine Spur von Sehnsucht, ihn wie einen Phoenix aus dem Wust von 2715 Anfragen an die Regierung emporflattern zu sehen.

An der Binsenweisheit "Willst du gelten, mach dich selten" ist etwas dran, aber wenn überdehnt, könnte sich herausstellen, dass der Bedarf gar nicht so groß war. Seine Wählerinnen und Wähler haben es jedenfalls nicht verdient, seit Monaten kommentarlos mit Parteisekretären abgespeist zu werden. Wer wählt denn die FPÖ wegen Christian Hafenecker? Da ist es auch kein Ersatz, wenn sein Amtsvorgänger Norbert Hofer im Profil die Hoffnung zu nähren versucht, Kickl wäre "jemand, der jetzt nicht vom Gas geht".

Passender Anlass
Die bevorstehende Klausur der Regierung, die ihm ihre Existenz verdankt, wäre ein passender Anlass, aus der selbstgewählten Isolierung aufzuerstehen und Hofer nicht Lügen zu strafen. Steht doch schon von vornherein fest, dass es die Regierung kaum jemandem recht machen können wird, und ein besserer Wiedereinstieg ins politische Leben lässt sich gar nicht vorstellen, vor allem dann, wenn man selbst keine Ideen zur Krisenbewältigung beizutragen hat.

 
Die Abrechnung
Die FPÖ ist keine Partei mit Antworten. Sie ist eine Fabrik für Feindbilder. Ihr Geschäftsmodell heißt Schmutzkübel: jeden Tag ein neuer Schuldiger, jede Woche ein neues Opfer. NGOs sind nur das aktuelle Ziel – weil sie Menschlichkeit verteidigen, wo die FPÖ sie abschaffen will.
Der Kampfprediger
Herbert Kickl ist kein Politiker. Er ist ein Kampfprediger, der von der Empörung lebt. Seine Predigten sind Parolen, keine Programme. „Asylindustrie“, „NGO-Business“, „Steuergeldfresser“ – Schlagworte wie Prügelstöcke. Sie sollen Gegner niederknüppeln, nicht Probleme lösen. Wer so redet, will nicht gestalten – er will beherrschen.
Die Schergen
Seine Gefolgsleute spielen die gleiche Platte: 228 Seiten parlamentarische Anfrage, 2 175 Fragen, 725 NGOs ins Visier genommen. Nicht um Antworten zu bekommen, sondern um Misstrauen zu säen. Dazu Anzeigen ohne Beweise, Schlagzeilen ohne Substanz, Dauerbeschallung über FPÖ-TV und Telegram. Das ist keine Kontrolle, das ist Zersetzung.
Die Wahrheit
Die FPÖ will gar keine Lösungen. Sie will Macht. Dafür diskreditiert sie NGOs, zerstört Vertrauen und vergiftet die politische Kultur. Heute sind es Hilfsorganisationen, morgen Medien, übermorgen alle, die widersprechen. Denn ohne Schuldige bricht die Inszenierung des Kampfpredigers zusammen.
Wer zahlt drauf?
Nicht die FPÖ. Die kassiert Aufmerksamkeit und Applaus. Bezahlt wird von Ehrenamtlichen, die bedroht werden. Von NGOs, die diffamiert werden. Von der Demokratie, die ausgehöhlt wird. Am Ende zahlen wir alle – mit weniger Freiheit, weniger Zusammenhalt und einem Land, das Schritt für Schritt autoritär wird.
Fazit
Die FPÖ ist keine Opposition im Dienst der Demokratie. Sie ist eine Gefahr für die Demokratie. Wer dem Kampfprediger folgt, entscheidet sich nicht für eine andere Politik – sondern für ein System, in dem Kritik nicht mehr erlaubt ist.

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