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Iran News....

„Humanitäre Lage ist fatal“
Der Krieg im Nahen Osten hat nach Einschätzung des Österreichischen Roten Kreuzes eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Die Lage sei „fatal“. Im Iran wurden laut iranischen Angaben zehntausend Menschen verletzt, im Libanon seien Zigtausende auf der Flucht. Helferinnen und Helfer stünden im Dauereinsatz. Eine Rückkehr zum Frieden ist derzeit nicht in Sicht.

Seit einer Woche wütet im Nahen Osten der Krieg. Für die Zivilbevölkerung ist die Lage katastrophal. Jürgen Högl vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) sagte der APA, er stünde im engen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen an Ort und Stelle, doch sei es schwer, die Lage umfassend einzuschätzen. Auch, weil ein Großteil des Kommunikationsnetzes im Iran ausgefallen ist.

Die zivile Bevölkerung in den Städten wie Teheran, Schiras, Tel Aviv und Beirut sei direkt und indirekt vom Konflikt betroffen. Die Städte befänden sich im Ausnahmezustand, der Schulbetrieb sei eingestellt, so Högl.

 
Das Dilemma für die Kurden
Der Iran-Krieg ist Deja-vu und Dilemma gleichermaßen für die Kurden in dem Land. Ihnen sei bewusst, dass das eine „historische Chance“ sein könnte. Gleichzeitig wüssten sie, dass sie von den USA schon mehrmals verraten wurden, so der Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger gegenüber ORF.at. US-Präsident Donald Trump lehnte einen Kriegseintritt der Kurden zuletzt ab.

Vor zwei Wochen, nachdem die Schwächung der Islamischen Republik mit den blutig niedergeschlagenen Jänner-Protesten offensichtlich geworden war, bildeten fünf iranisch-kurdische Parteien trotz ihrer historischen Rivalität eine Allianz. Teil dieser „Koalition politischer Kräfte des iranischen Kurdistan“ (CPFIK) sind auch die zwei größten Parteien, die Demokratische Partei Kurdistan-Iran (DPKI) und die Partei für ein freies Leben in Kurdistan (PJAK), die eine Schwesterpartei der PKK ist.

Der Iran-Experte Walter Posch verwies gegenüber ORF.at darauf, dass es bei aller Einheit, die nun beschworen werde, sehr viele tief reichende Konflikte zwischen den iranisch-kurdischen Gruppen gebe.

Gegen Regime und für Autonomie
Grundsätzlich sind laut Schmidinger die meisten Minderheiten im Iran gegen die Islamische Republik. Die Kurden beteiligten sich aktiv an der Revolution 1979, ihre Autonomiebestrebungen wurden dann aber so wie zuvor unter Schah Mohammed Resa Pahlawi auch vom neuen Regime unter dem Obersten Führer Ruhollah Chomeneini brutal unterdrückt.

Generell würden die iranischen Kurden einen Systemwechsel wollen und stattdessen ein föderales System, ähnlich wie im Irak, so Schmidinger, der sich derzeit in der Region aufhält, im Telefoninterview.

„Mehrmals von USA verraten“
Und derzeit scheinen die Voraussetzungen für einen bewaffneten Kampf zumindest auf den ersten Blick so günstig wie seit Jahrzehnten nicht: Das Regime ist von innen stark geschwächt und wird seit einer Woche von den USA und Israel schwer angegriffen.

 
Chamenei-Sohn neues geistliches Oberhaupt
Im Iran ist Modschtaba Chamenei zum neuen geistlichen Oberhaupt der Islamischen Republik ernannt worden. Er ist ein Sohn des bisherigen Oberhaupts, Ajatollah Ali Chamenei, der bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran vor rund einer Woche getötet worden war. Die Ernennung Modschtaba Chameneis hatte sich zuvor schon abgezeichnet. US-Präsident Donald Trump hatte bekräftigt, die USA sollten bei der Auswahl ein Mitspracherecht haben. „Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben“, so Trump.

Die Entscheidung für Modschtaba Chamenei wurde am Sonntagabend im staatlichen Fernsehen bekanntgegeben. Das iranische Volk wurde zur Einheit und zur Treue gegenüber dem neuen geistlichen Führer aufgerufen.

Schon Stunden vorher hatte sich die Entwicklung abgezeichnet. Hosseinali Eschkewari, ein Mitglied des Geistlichen Rates, der mit der Wahl beauftragt war, hatte in einem in iranischen Medien veröffentlichten Video gesagt, die Wahl sei abgeschlossen. „Der Name Chamenei wird weiterbestehen“, hatte er hinzugefügt, ohne aber Modschtaba beim Namen zu nennen. Dieser war zuvor bereits als wahrscheinlichster Nachfolger bezeichnet worden.

Das geistliche Oberhaupt, oft auch „Revolutionsführer“ genannt, gilt als wichtigster Mann im Iran. Unter Ali Chamenei und seinem Vorgänger, dem Staatsgründer Ajatollah Ruhollah Chomeini, hatte der Revolutionsführer das letzte Wort in allen Staatsangelegenheiten – von der Außenpolitik bis hin zu gesellschaftlichen Fragen.

Israel droht

 
Ukrainische Expertise bei Iran-Krieg gefragt (Videobericht im Link)
Seit die USA und Israel am 28. Februar ihre Angriffe auf den Iran gestartet haben, greift der Iran militärische und zivile Ziele in der Golfregion mit Raketen und Drohnen an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, Experten für Drohnenabwehr in die Golfregion zu entsenden.

 
Oberbefehlshaber im Golfmodus

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Teheran in der Nacht - Dieser Krieg läuft von allen Seiten und Beteiligten vollkommen aus dem Ruder - Nach Angriffen auf Öllager schossen Flammen auf die Straße, auslaufender Treibstoff strömte in Kanalisation und Abflusssysteme. Die Aufnahmen zeigen, wie schnell sich die Zerstörung auch auf zivile Infrastruktur ausbreitet.

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54 Kilometer gegen den Rest der Welt
57 Containerschiffe stecken in der Straße von Hormus fest. Man schreibt das hin und es klingt nach einer Zahl. Es ist mehr als das. Der Tankerverkehr ist um 90 Prozent eingebrochen. Maersk hat neue Buchungen für die gesamte Region ausgesetzt. MSC leitet Ladung in sichere Häfen um. Container stehen in Ausgangshäfen und werden nicht verladen. Ware liegt am falschen Ort, und jeden Tag steigen die Lagerkosten. Das sind keine einfachen Vorgänge. Das sind Entscheidungen, die jemand treffen muss, täglich, unter Druck, mit unvollständigen Informationen und der leisen Ahnung, dass morgen alles wieder anders sein könnte.

Der Iran-Krieg hat in seiner zweiten Woche aufgehört, ein militärisches Ereignis zu sein. Er ist ein wirtschaftliches Ereignis geworden, das sich durch Frachtbörsen, Versicherungsprämien und Wechselkurse frisst, von Singapur bis Seoul, von Rotterdam bis Mumbai. Die Rechnung dafür wird nicht in Washington bezahlt. Die Straße von Hormus ist 54 Kilometer breit an der engsten Stelle. Durch sie fließt ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Gasversorgung. Es ist merkwürdig, wie viel an so wenig hängt. Wenn dieser Kanal stockt, spürt man das nicht sofort im Supermarkt, aber innerhalb weniger Wochen in der Energierechnung, im Benzinpreis, im Kühlregalpreis, im Düngerpreis. Der Zusammenhang ist direkt, auch wenn er auf dem Umweg durch Terminmärkte und Frachtbörsen läuft. Die Welt ist so gebaut worden, dass eine einzige Engstelle genügt, um sehr vieles zum Schwanken zu bringen. Niemand hat das geplant. Es hat sich so ergeben.

Seit Kriegsbeginn ist der Flugtreibstoff um 72 Prozent gestiegen und nähert sich dem Niveau nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022. Luftfracht von Asien nach Europa kostet 45 Prozent mehr. Für Sendungen in die USA ist der Anstieg weniger als halb so stark. Das ist kein Zufall, sondern Geografie. Europa und Asien liegen näher am Geschehen und sind stärker auf Energieimporte angewiesen. Maurice Obstfeld, früher Chefökonom des IWF, hat das ohne Umschweife gesagt: Schockwellen treffen sie schneller und härter. Die Logistikbranche beschreibt das mit der Sprache von Leuten, die gelernt haben, dass Stabilität kein Zustand ist, sondern eine tägliche Aufgabe. Oscar de Bok, Chef von DHL Global Forwarding, sagt, für jede Woche Stillstand brauche man mindestens eineinhalb Wochen, um aufzuholen. Alles hänge davon ab, wie stabil die Lage sei und wie viele Drohnen unterwegs seien. Eine seltsame Formel für das, was Normalität einmal war.

 
Minab, 175 Tote und eine Tomahawk – ein Video und 116 Meter
Ein neu aufgetauchtes Video aus der südiranischen Stadt Minab verschiebt die Verantwortung für einen der tödlichsten Vorfälle dieses Krieges. Die Aufnahmen zeigen den Einschlag eines US-amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpers in ein Gelände der Revolutionsgarden, unmittelbar neben der Shajarah-Tayyebeh-Grundschule. 175 Menschen sollen dort getötet worden sein, viele von ihnen Kinder. Zum ersten Mal ist visuell dokumentiert, dass die USA in genau diesem Gebiet zuschlugen.


Das Video wurde von der halbstaatlichen Agentur Mehr News veröffentlicht und anschließend von der New York Times unabhängig überprüft. Die Zeitung verglich – wie auch wir und zwei weitere Kollektive, darunter Bellingcat – sichtbare Details: einen abgenutzten Trampelpfad, Schuttberge, die Lage der Gebäude. Abgeglichen mit Satellitenbildern, die wenige Tage nach den Angriffen aufgenommen wurden. Weitere verifizierte Videos aus der unmittelbaren Nachbarschaft stützen die Echtheit der Sequenz.

 
Warum Putin seine Verbündeten in Teheran warten lässt
Für Kreml-Chef Wladimir Putin hat der Krieg gegen die Ukraine Priorität. Er setzt darauf, dass US-Präsident Trump ihm dort einen Sieg schenken wird.

Beileidsbekundungen waren alles, was der Kreml dieser Tage nach Teheran schickte. Wladimir Putin telefonierte am Freitag erstmals mit dem iranischen Präsidenten Massoud Pezeshkian. Der Krieg müsse schnellstmöglich beendet werden, sagte er demnach. Moskau verurteilte die „bewaffnete israelisch-amerikanische Aggression“. Pezeshkian soll sich für die „russische Solidarität mit dem iranischen Volk“ bedankt haben.

Trump entfernt Putins Verbündete
Schon zuvor hatte Putin dem Iran sein Beileid angesichts der Tötung des Obersten Religionsführers, Ali Khamenei, ausgedrückt – und versichert, in Russland würde man sich an Khamenei als „herausragenden Staatsmann“ erinnern, der „einen enormen persönlichen Beitrag zur Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und dem Iran“ geleistet habe. Putin hatte in einer ersten Reaktion von einer „zynischen Übertretung aller Normen von menschlicher Moral und internationalem Recht“ gesprochen. Ungenannt blieben zunächst die USA und Israel, die für Khameneis Ableben verantwortlich sind.

 
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