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Iran und Oman: Neue Route durch Straße von Hormus
Der Iran und Oman haben sich nach Angaben aus Teheran auf eine neue Route durch die Straße von Hormus verständigt. Beide Seiten hätten sich auf die „geografischen Koordinaten“ für die Route durch die Meerenge geeinigt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, heute nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Eine gemeinsame Erklärung werde derzeit fertiggestellt.

 
Iran: Kommunikation mit Modschtaba Chamenei „sehr schwierig“
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Kommunikation mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, als „momentan sehr schwierig“ bezeichnet. „Es ist momentan sehr schwierig, mit ihm zu kommunizieren, aber auf jeden Fall ist seine Anwesenheit eine sehr große Quelle der Kraft für uns, um weiterzumachen“, sagte Peseschkian gestern.

Ajatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte, war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden.

Keine öffentlichen Auftritte
Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen, trat bisher aber nicht öffentlich auf. Auch an den sechstägigen Trauerfeiern für seinen getöteten Vater nahm er offenbar nicht teil.

 
Teheran: Hormus-Vereinbarung mit Oman fast fertig
Die an die Straße von Hormus grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge.

Die beiden Länder hätten sich auf geografische Koordinaten für die Passage geeinigt, zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA Außenamtssprecher Ismail Baghai. Eine gemeinsame Erklärung sei so gut wie fertig, allerdings dürfe keine andere Partei mehr in den Prozess eingreifen.

Keine Stellungnahme des Oman
Vom Oman gibt es bisher keine öffentliche Stellungnahme zu der angeblich bevorstehenden Einigung. Die USA sollen nicht daran beteiligt gewesen sein. Der iranische Machtapparat betont immer wieder, nicht mit den USA verhandeln zu wollen.

Teheran will eine Gebühr von Schiffen einheben, die die Meerenge passieren – was die USA vehement ablehnen. Noch vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump den Iran gewarnt, das Land werde sehr hart angegriffen, sollte die für den globalen Handel mit Öl, Flüssiggas und Dünger wichtige Meerenge nicht bald geöffnet werden.

 
Russland soll Irans Shahed-Drohnen aufgerüstet haben
Iran soll modernisierte Shahed-Drohnen aus Russland erhalten haben. US-Dienste vermuten auch Hilfe bei der Zielauswahl für Angriffe im Nahen Osten.
Der Iran soll von Russland modernisierte Shahed-Drohnen und zusätzliche Zieldaten für Angriffe auf US-Streitkräfte und strategische Ziele im Nahen Osten erhalten haben. Damit wäre die militärische Zusammenarbeit beider Staaten deutlich enger als bisher bekannt. Das zeigt eine Auswertung des Institute for the Study of War (ISW), die sich auf US-Geheimdienste beruft.

Demnach hat Moskau nicht nur Drohnen des Iran übernommen und im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt, sondern die dort gewonnenen Erfahrungen an Teheran zurückgegeben. Aus den iranischen Typen Shahed-131 und Shahed-136 entwickelte Russland die Modelle Geran-1 und Geran-2, die nach vielen Einsätzen technisch überarbeitet wurden.

Geran-2 soll robuster und präziser geworden sein
Die kleinere Geran-1 dient vor allem taktischen Angriffen, so das Fachmagazin „Army Recognition“. Die Drohne trägt einen Sprengkopf von 10 bis 20 Kilogramm.

Die größere Geran-2 wurde im Ukraine-Krieg zum wichtigsten russischen Langstreckensystem dieser Art. Sie ist rund 3,5 Meter lang, trägt meist 40 bis 50 Kilogramm Sprengstoff und soll 1500 bis 2500 Kilometer weit fliegen können. Bei ihr gab es mehrere Änderungen:

 
Drohende Ölkatastrophe vor Küste von Oman
Vor der Küste von Oman droht wegen eines auf Grund gelaufenen Öltankers eine Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß. Bei dem 270 Meter langen Tanker „Caroline Bezengi“, der Russlands „Schattenflotte“ zugerechnet wird, treten Satellitenaufnahmen zufolge immer größere Mengen Öl aus.

Der Ölteppich sei inzwischen auf eine Fläche von rund 600 Quadratkilometern gewachsen, teilte die Umweltorganisation Greenpeace gestern mit.

Die „Caroline Bezengi“ liegt in einer ökologisch sensiblen Region vor der omanischen Küste. Gefährdet sind Greenpeace zufolge unter anderem Korallenriffe, Meeresschildkröten, Zugvögel und Meeressäuger. In den Gewässern um die geschützten Inseln in dem Gebiet, wo Seevögel brüten und Schildkröten ihre Eier ablegen, lebt auch der seltene Arabische Buckelwal.

 
Iran will Verbot für US-Schiffe in Straße von Hormus
Der Iran will in den Verhandlungen mit Oman über die künftige Regelung für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus offenbar ein Verbot für Schiffe aus den USA und Israel. Das berichtete heute die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Medienberichte aus der Region.

Außerdem wolle Teheran ein Verbot für den Transport israelischer Waren durch die strategisch wichtige Meerenge, denn nur wenige Schiffe fahren tatsächlich unter israelischer oder US-Flagge. Ein Entwurf für eine Vereinbarung wird derzeit laut der halb staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars im Parlament in Teheran geprüft.

US-Regierung schürt Hoffnung auf Einigung
Seit Tagen wird vor allem vonseiten der US-Regierung die Hoffnung geschürt, dass eine Einigung zwischen dem Iran und Oman, den beiden Anrainerstaaten, über die künftige Regelung für die Befahrung der Wasserstraße bevorsteht.

 
Naht das Ende des US-amerikanischen Zeitalters im Nahen Osten?
Der Oman versucht, mit dem Iran eine Formel für Hormus zu finden, die USA sind offiziell nicht dabei. In der Region entstehen völlig neue Allianzen

Es ist ein US-Rezept, das viel älter ist, aber gut in die Trump-Zeit passt, in seiner Protzigkeit und gleichzeitig Verzwicktheit: "Turducken", zusammengesetzt aus turkey (Truthahn), duck (Ente) und chicken (Huhn), jeweils entbeint und ins andere, größere gesteckt. Dem Iran-Experten Ali Vaez ist zu verdanken, dass es in der Hormus-Diskussion gelandet ist. Ein "diplomatisches Turducken" sei im Entstehen, schreibt er: Die iranisch-omanische Interimsvereinbarung für die Meerenge steckt in einem Memorandum of Understanding, das in einem Waffenstillstand steckt.

Während der Waffenstillstand im April und das Memorandum im Juni von den USA und dem Iran, unter führender pakistanischer Vermittlung, ausgehandelt wurden, ist Washington dieses Mal offiziell nicht involviert. Aber man kann davon ausgehen, dass der Oman, dem US-Präsident Donald Trump im Mai androhte, "in die Luft gejagt" zu werden, mit ihm im Gespräch ist.

Maskat bemüht sich um eine Formel, die Teheran dazu bringt, die Meerenge offenzuhalten, die dem internationalen Recht nicht völlig zuwiderläuft und die dann auch noch in Washington akzeptiert wird. Das klingt nach Quadratur des Kreises. In den vergangenen Tagen war jedoch zu beobachten, dass die Ölmärkte der omanischen Diplomatie das zutrauen. Mögliche "Gebühren" für die Hormus-Durchfahrt, unter welchem Namen immer sie laufen werden, scheinen die Märkte nicht sehr zu beunruhigen.

Profiteur Oman
Der Oman, neben dem Iran der zweite Hormus-Anrainerstaat, hat sich in der Krise vom reinen Vermittler zum Akteur – und sogar zum Profiteur – entwickelt. Das Sultanat, das sich auf seine leise Art stets gegen die saudische Hegemonie im arabischen Golfkooperationsrat gestemmt hat, springt auf den iranischen Trend auf, sich die Geografie zunutze zu machen. Auch Maskat wird Gebühren kassieren, auch Maskat hat einen neuen Hebel. Besonders in Abu Dhabi wird es einige saure Gesichter geben, wenngleich die territorialen Ansprüche der Vereinigten Arabischen Emirate auf die omanische Exklave Musandam nur mehr ein Hintergrundgeräusch aus der Geschichte sind.

 
Trump braucht einen Deal mit Iran – und müsste dafür ausgerechnet nachgeben
Donald Trump behauptet weiter, die USA hielten im Krieg gegen Iran alle Karten in der Hand, doch an der Straße von Hormus sieht die Wirklichkeit anders aus. Mehr als fünf Monate nach Beginn des Krieges kann Iran den Schiffsverkehr noch immer mit Raketen, Drohnen und Minen bedrohen, während durch die Meerenge normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden. Washington und Teheran erklären inzwischen, eine Vereinbarung zur Wiederöffnung sei nahe, doch genau dort beginnt Trumps Problem. Die US-Regierung lehnt jede Regelung ab, die Iran dauerhaft Kontrolle über einen Teil der Wasserstraße oder das Recht auf Gebühren verschafft.

Teheran wiederum weigert sich, zum Zustand vor dem Krieg zurückzukehren, als Hormus als offene internationale Wasserstraße genutzt wurde. Im Gespräch ist deshalb eine vorläufige Lösung, bei der Schiffe durch eine von Iran kontrollierte Route in den Persischen Golf einfahren und über eine von Oman kontrollierte Route wieder hinausfahren. Washington besteht bislang darauf, dass dabei keine Gebühren oder sonstigen Abgaben erhoben werden. Trump sagt zwar, die Meerenge sei derzeit „irgendwie offen“, doch die Zahlen widersprechen jedem Eindruck von Normalität.

In der vergangenen Woche wurden 84 Durchfahrten registriert, eine Woche zuvor waren es 45, vor dem Krieg waren es regelmäßig mehr als 700 pro Woche. Mindestens zwei Schiffe wurden allein in der vergangenen Woche getroffen, weitere meldeten Beinahetreffer oder Warnungen von Stellen, die sich auf die iranischen Revolutionsgarden beriefen. Gleichzeitig räumt Trump inzwischen ein, dass bestimmte amerikanische Munitionsbestände „ein bisschen knapper“ geworden seien, während Fachleute besonders bei modernen Abfangraketen vor sinkenden Beständen warnen. Verteidigungsminister Pete Hegseth wirbt im Kongress bereits um weitere Milliarden für das Pentagon.

Mehr als 14.000 Ziele wurden nach Angaben aus Washington inzwischen angegriffen, ohne Iran die Fähigkeit zu nehmen, den Schiffsverkehr durch Hormus zu bedrohen. Senator Mark Kelly nennt den Munitionsmangel deshalb ein selbst geschaffenes Problem eines Krieges ohne klar definiertes Ziel. Auch innenpolitisch wird die Rechnung unangenehm: Rund zwei Drittel der Amerikaner halten den Iran-Krieg inzwischen für nicht lohnenswert, die Benzinpreise bleiben hoch und die Zwischenwahlen rücken näher. Der frühere Regierungsberater David Schenker hält es deshalb für durchaus möglich, dass Trump bei Hormus nachgeben wird. Eliot Cohen sieht darin für einen Präsidenten, der Politik in Gewinner und Verlierer einteilt, ein besonderes Problem. Nach Tausenden Angriffen könnte der Weg aus dem Krieg ausgerechnet über einen Kompromiss mit jenem Iran führen, dessen Kontrolle über die Straße von Hormus Washington mit diesem Krieg brechen wollte.
 
Oman: Gespräche zu Straße von Hormus verlaufen konstruktiv
Die Verhandlungen über einen neuen Mechanismus für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus dauern nach Angaben Omans an. In einer knappen Mitteilung berichtete das Außenministerium gestern von einer „positiven und konstruktiven Atmosphäre“ bei den Gesprächen.

Der Oman warnte zudem vor Schritten, die die Gespräche oder die bisherigen Fortschritte gefährden könnten. Details nannte das Außenministerium des Sultanats nicht. Seit Wochen verhandelt der Iran mit dem anderen Anrainerstaat der Meerenge, Oman, wie Schiffspassagen in der Straße von Hormus geregelt werden sollen.

Aus iranischer Sicht würde eine Einigung mit Oman nicht direkt auch eine Öffnung der Meerenge mit sich bringen. Das hatte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden der Nachrichtenagentur Tasnim zuvor mitgeteilt. Vielmehr müssten die USA auf iranische Forderungen eingehen. Er forderte die USA auf, sich aus den Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Oman heraushalten.

 
Straße von Hormus: Neue iranische Forderungen an USA
Der Iran stellt neue Forderungen an die USA für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Die USA dürften die Islamische Republik nie wieder bedrohen, hieß es in der Nacht auf heute in einer von iranischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats. Zudem müssten sie den Krieg gegen den Iran und dessen Verbündete in der Region endgültig beenden.

Der Nationale Sicherheitsrat ist das höchste Entscheidungsgremium im Land, wird von Präsident Massud Peseschkian geleitet und steht unter der Aufsicht des obersten Führers Modschtaba Chamenei.

Als weitere Bedingung nannte der Rat, die USA müssten die Seeblockade iranischer Häfen aufheben und ihre Streitkräfte aus dem Gebiet abziehen, wie der regierungstreue Sender Press TV aus der Erklärung zitierte. Außerdem müssten sie den Iran für Kriegsschäden vollständig entschädigen, Sanktionen aufheben und eingefrorene Vermögenswerte „bedingungslos“ freigeben.

Warten auf US-Reaktion
Vonseiten der US-Regierung gab es zunächst keine direkte Reaktion. Die Forderungen hatte der Iran bereits früher genannt – als Bedingung für ein dauerhaftes Abkommen mit den USA, in dem es auch noch um das Atomprogramm des Irans ging. Nun werden sie zur Bedingung für ein Abkommen gemacht, das lediglich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus abzielen soll.

 
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