Wer sich Blau-Schwarz im Bund wünscht, sollte zur Abschreckung nach Sankt Pölten schauen
Während manche in der Volkspartei weiter von einer blau-schwarzen Bundesregierung träumen, zeigen ÖVP und FPÖ in Niederösterreich, warum das keine gute Idee wäre
Ja, die wahrscheinliche nächste Bundesregierung wird nicht gerade ein Selbstläufer. Zu verschieden ticken ÖVP, SPÖ und Neos in zentralen politischen Fragen. Dass nicht wenige in der Volkspartei lieber mit der FPÖ koalieren würden, ist dennoch erstaunlich. Wegen der Bilanz der bisherigen schwarz-blauen Bundesregierungen, die stets mit Neuwahlen und Gerichtsprozessen endeten; aber auch wegen aktueller Koalitionserfahrungen, zum Beispiel in Niederösterreich.
"Hass und Lügen" in Sankt Pölten
"Die FPÖ zeigt einmal mehr, dass sie den politischen Diskurs mit verrohter Sprache und haltlosen Unterstellungen vergiftet", tönte es jüngst per Aussendung aus Sankt Pölten. "Hass und Lügen" seien "immer schon das bevorzugte Werkzeug" der Freiheitlichen gewesen. Diese Einschätzungen kommen aber nicht etwa von einer auf Krawall gebürsteten Opposition. Sondern von ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner, dessen Partei mit der FPÖ koaliert. Letztere hatte im Vorfeld der nahenden Gemeinderatswahl vor einer "Schreckensherrschaft" und einer "Diktatur der ÖVP in Niederösterreich" gewarnt.
Dass Zauner ausgerechnet über jene Partei so bilanziert, die die schwarze Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in die Koalition holte, ist umso bemerkenswerter, weil die Landesschefin seit Wochen lautstarke Kritik an den türkis-rot-pinken Verhandlungen in Wien äußert. Wenn der schwarze Landesgeschäftsführer also zu diesem vernichtenden Befund über das Wesen der Blauen kommt, sollte er das vielleicht nicht nur per Aussendung der Öffentlichkeit nahebringen – sondern auch seiner Chefin Mikl-Leitner. (Martin Tschiderer, 2.1.2025)
www.derstandard.at
Während manche in der Volkspartei weiter von einer blau-schwarzen Bundesregierung träumen, zeigen ÖVP und FPÖ in Niederösterreich, warum das keine gute Idee wäre
Ja, die wahrscheinliche nächste Bundesregierung wird nicht gerade ein Selbstläufer. Zu verschieden ticken ÖVP, SPÖ und Neos in zentralen politischen Fragen. Dass nicht wenige in der Volkspartei lieber mit der FPÖ koalieren würden, ist dennoch erstaunlich. Wegen der Bilanz der bisherigen schwarz-blauen Bundesregierungen, die stets mit Neuwahlen und Gerichtsprozessen endeten; aber auch wegen aktueller Koalitionserfahrungen, zum Beispiel in Niederösterreich.
"Hass und Lügen" in Sankt Pölten
"Die FPÖ zeigt einmal mehr, dass sie den politischen Diskurs mit verrohter Sprache und haltlosen Unterstellungen vergiftet", tönte es jüngst per Aussendung aus Sankt Pölten. "Hass und Lügen" seien "immer schon das bevorzugte Werkzeug" der Freiheitlichen gewesen. Diese Einschätzungen kommen aber nicht etwa von einer auf Krawall gebürsteten Opposition. Sondern von ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner, dessen Partei mit der FPÖ koaliert. Letztere hatte im Vorfeld der nahenden Gemeinderatswahl vor einer "Schreckensherrschaft" und einer "Diktatur der ÖVP in Niederösterreich" gewarnt.
Dass Zauner ausgerechnet über jene Partei so bilanziert, die die schwarze Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in die Koalition holte, ist umso bemerkenswerter, weil die Landesschefin seit Wochen lautstarke Kritik an den türkis-rot-pinken Verhandlungen in Wien äußert. Wenn der schwarze Landesgeschäftsführer also zu diesem vernichtenden Befund über das Wesen der Blauen kommt, sollte er das vielleicht nicht nur per Aussendung der Öffentlichkeit nahebringen – sondern auch seiner Chefin Mikl-Leitner. (Martin Tschiderer, 2.1.2025)
Wer sich Blau-Schwarz im Bund wünscht, sollte zur Abschreckung nach Sankt Pölten schauen
Während manche in der Volkspartei weiter von einer blau-schwarzen Bundesregierung träumen, zeigen ÖVP und FPÖ in Niederösterreich, warum das keine gute Idee wäre
