...diese massenansammlungen in autoritären systemen kann man aber nicht als maßstab für die überzeugung für die jeweils herrschenden nehmen...stichwort widerstand, den mangelnden in deutschland den du kritisiert hast, zwar berechtigt aber doch übertrieben...wie hätte es den deiner meinung nach aussehen sollen zu jener zeit...die nazis haben jahrelang systematisch angst verbreitet...ich nehme kurz mal den "widerstand" im arabischen frühling als beispiel, wo sich die massen mittels twitter u facebook organisieren konnten...also hätte sich in den 30ern zB eine gruppe in rosenheim gebildet...bis die in hamburg davon erfahren hätten wären die anderen schon im kz gelandet...wir brauchen nicht über das leid anderer völker durch die nationalsozialisten zu sprechen, da ist alles klar...aber wer sich als deutscher im deutschen reich gegen die nazis stellte war nicht nur mutig sondern auch lebensmüde...
Das erschreckende ist ja gar nicht mal, wie wenig Widerstand es gab, sondern wie viel Begeisterung überall zu finden war. Und das ist keine linke Behauptung, sondern vielfach ja bewiesen durch Zeitzeugenaussagen, zb. Wenn es um die Reichsparteitage in Nürnberg geht, da erzählen die Leute nur davon, wie toll das alles war und dass man endlich mal die ganzen netten Leute aus ganz Deutschland zu Gast hatte und man Fremde bei sich schlafen ließ usw. Genauso die diversen Kraft durch Freude Fahrten. Und auch die Tatsache, dass man auch nach dem WK2 einige Widerstandskämpfer für Verräter hielt zeigt das deutlich. Und letztlich waren die Konsequenzen für Widerstand überall ähnlich, sonst wäre es zb. Nicht zu El Shatt gekommen. Da wurde dann sogar die ganze Familie abgeschlatet. So war es, in Anbetracht der kollektiven Begeisterung, fast schon Widerstand, wenn man ins Exil ging.
Man kann aber natürlich generell darüber sprechen, ob es mutig oder lebensmüde ist, irgendwo bewaffnet Widerstand zu leisten.