Der illiberale Geist ist aus der Flasche
Nur knapp sind wir an der Dritten Republik vorbeigeschrammt. Wer Ängste schürt und wahltaktisch bewirtschaftet, schadet dem Land. Das bestehende visionäre Vakuum lässt sich auch anders befüllen
Michael Landau, Präsident der Caritas Europa, schreibt in seinem Gastkommentar über die verzwickte politische Lage in Österreich und darüber, was seiner Meinung nach verlorengegangen ist.
In den vergangenen Tagen stand unser Land an der Schwelle zur Dritten Republik. Wer die geleakten Protokolle der Fastkoalitionäre genau gelesen hat – die umstrittenen Inhalte genauso wie die bereits paktierten –, der konnte erahnen: Eine solche Dritte Republik, sie wirft keinen (menschen-)freundlichen Schatten voraus.
Diese Papiere waren getragen von einem illiberalen Geist. Sie zeichneten das Bild eines Landes, in dem Menschenrechte nicht mehr uneingeschränkt gelten sollten, in dem der Sozialstaat geschwächt, Europa rück- und etwa der öffentlich-rechtliche Rundfunk abgewickelt werden sollte. Zu erahnen war ein Wandel, der sich in etlichen Ländern vollzieht: Ausdruck einer "illiberalen Konterrevolution", wie es der Politologe Ivan Krăstev nennt.
www.derstandard.at
Nur knapp sind wir an der Dritten Republik vorbeigeschrammt. Wer Ängste schürt und wahltaktisch bewirtschaftet, schadet dem Land. Das bestehende visionäre Vakuum lässt sich auch anders befüllen
Michael Landau, Präsident der Caritas Europa, schreibt in seinem Gastkommentar über die verzwickte politische Lage in Österreich und darüber, was seiner Meinung nach verlorengegangen ist.
In den vergangenen Tagen stand unser Land an der Schwelle zur Dritten Republik. Wer die geleakten Protokolle der Fastkoalitionäre genau gelesen hat – die umstrittenen Inhalte genauso wie die bereits paktierten –, der konnte erahnen: Eine solche Dritte Republik, sie wirft keinen (menschen-)freundlichen Schatten voraus.
Diese Papiere waren getragen von einem illiberalen Geist. Sie zeichneten das Bild eines Landes, in dem Menschenrechte nicht mehr uneingeschränkt gelten sollten, in dem der Sozialstaat geschwächt, Europa rück- und etwa der öffentlich-rechtliche Rundfunk abgewickelt werden sollte. Zu erahnen war ein Wandel, der sich in etlichen Ländern vollzieht: Ausdruck einer "illiberalen Konterrevolution", wie es der Politologe Ivan Krăstev nennt.
Der illiberale Geist ist aus der Flasche
Nur knapp sind wir an der Dritten Republik vorbeigeschrammt. Wer Ängste schürt und wahltaktisch bewirtschaftet, schadet dem Land. Das bestehende visionäre Vakuum lässt sich auch anders befüllen