Schon klar, wenn es die eigene Haut betrifft, dann war es nicht sachlich
„Nicht sachlich“: Kritik an Postenvergabe unter Ex-Arbeitsminister Kocher
Eine langjährige Mitarbeiterin des Arbeitsressorts bekam eine Leitungsfunktion nicht und beschwerte sich. Eine Kommission stellte fest, dass die Frau auch wegen ihrer SPÖ-Nähe diskriminiert wurde.
Für das Arbeits- und Wirtschaftsministerium war die Sache klar: Die Vergabe eines Abteilungsleiterpostens im Jahr 2024 sei „ohne jegliche Rücksichtnahme auf politische Gesinnungen“ erfolgt. In einer aktuellen Entscheidung sieht das die Bundes-Gleichbehandlungskommission anders: Das Ministerium habe nicht darlegen können, dass „objektiv nachvollziehbare, sachliche Gründe“ bei der Postenvergabe „maßgeblich waren“. Eine Bewerberin sei „aufgrund des Alters und der Weltanschauung beim beruflichen Aufstieg“ diskriminiert worden.
Die Entscheidung ist öffentlich abrufbar, einige Details sind anonymisiert. Wie der „Presse“ im nun SPÖ-geführten Arbeits- und Sozialministerium bestätigt wurde, betraf der Fall eine Jobvergabe unter Arbeits- und Sozialminister Martin Kocher (ÖVP) im Jahr 2024. Kocher ist seit September 2025 Gouverneur der Österreichischen Nationalbank. Ein Sprecher von Kocher hielt auf „Presse“-Anfrage fest, dass Kocher während seiner Zeit als Minister eine Vielzahl an Personalentscheidungen getroffen habe und anonymisierte Einzelfälle ohne entsprechende Unterlagen nicht im Detail kommentiert werden können: „Grundsätzlich gilt, dass Postenbesetzungen stets auf Basis strukturierter Verfahren und fachlicher Kriterien getroffen wurden. Dinge wie die jeweilige Weltanschauung spielten dabei keine Rolle.“
„Aura der Selbstsicherheit“
Auf den Abteilungsleiterposten im Arbeits- und Wirtschaftsressort bewarb sich damals A., die jahrelang in der Abteilung gearbeitet und diese stellvertretend geleitet hatte. Als die damalige Leiterin das Ressort verließ, übernahm A. die vorübergehende Leitung der Abteilung. Den Posten bekam B., die zuvor nicht im Bundesdienst gearbeitet hatte. Details zu ihrer Karriere sind in der Entscheidung anonymisiert, laut Arbeits- und Sozialressort war die Frau zuvor bei der Industriellenvereinigung tätig.
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„Nicht sachlich“: Kritik an Postenvergabe unter Ex-Arbeitsminister Kocher
Eine langjährige Mitarbeiterin des Arbeitsressorts bekam eine Leitungsfunktion nicht und beschwerte sich. Eine Kommission stellte fest, dass die Frau auch wegen ihrer SPÖ-Nähe diskriminiert wurde.
Für das Arbeits- und Wirtschaftsministerium war die Sache klar: Die Vergabe eines Abteilungsleiterpostens im Jahr 2024 sei „ohne jegliche Rücksichtnahme auf politische Gesinnungen“ erfolgt. In einer aktuellen Entscheidung sieht das die Bundes-Gleichbehandlungskommission anders: Das Ministerium habe nicht darlegen können, dass „objektiv nachvollziehbare, sachliche Gründe“ bei der Postenvergabe „maßgeblich waren“. Eine Bewerberin sei „aufgrund des Alters und der Weltanschauung beim beruflichen Aufstieg“ diskriminiert worden.
Die Entscheidung ist öffentlich abrufbar, einige Details sind anonymisiert. Wie der „Presse“ im nun SPÖ-geführten Arbeits- und Sozialministerium bestätigt wurde, betraf der Fall eine Jobvergabe unter Arbeits- und Sozialminister Martin Kocher (ÖVP) im Jahr 2024. Kocher ist seit September 2025 Gouverneur der Österreichischen Nationalbank. Ein Sprecher von Kocher hielt auf „Presse“-Anfrage fest, dass Kocher während seiner Zeit als Minister eine Vielzahl an Personalentscheidungen getroffen habe und anonymisierte Einzelfälle ohne entsprechende Unterlagen nicht im Detail kommentiert werden können: „Grundsätzlich gilt, dass Postenbesetzungen stets auf Basis strukturierter Verfahren und fachlicher Kriterien getroffen wurden. Dinge wie die jeweilige Weltanschauung spielten dabei keine Rolle.“
„Aura der Selbstsicherheit“
Auf den Abteilungsleiterposten im Arbeits- und Wirtschaftsressort bewarb sich damals A., die jahrelang in der Abteilung gearbeitet und diese stellvertretend geleitet hatte. Als die damalige Leiterin das Ressort verließ, übernahm A. die vorübergehende Leitung der Abteilung. Den Posten bekam B., die zuvor nicht im Bundesdienst gearbeitet hatte. Details zu ihrer Karriere sind in der Entscheidung anonymisiert, laut Arbeits- und Sozialressort war die Frau zuvor bei der Industriellenvereinigung tätig.
„Nicht sachlich“: Kritik an Postenvergabe unter Ex-Arbeitsminister...
Eine langjährige Mitarbeiterin des Arbeitsressorts bekam eine Leitungsfunktion nicht und beschwerte sich. Eine Kommission stellte fest, dass die Frau auch wegen ihrer SPÖ-Nähe diskriminiert wurde.