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Nachrichten aus Österreich

Restitutionskrimi fördert Brisantes aus der NS-Zeit zutage
Die Klage auf Rückgabe von Gustav Klimts "Bildnis Fräulein Lieser" fördert Unschönes zutage: Denunziationen in der NS-Zeit ebenso wie jahrelange Streitereien unter Erben

Die Anfang Juni gegen eine Österreicherin und das Auktionshaus "im Kinsky" in New York eingebrachte Klage auf Rückgabe von Gustav Klimts Bildnis Fräulein Lieser (1917) sorgte auch international für medialen Wirbel. Dem STANDARD liegen Dokumente vor, die ein brisantes Kapitel in der Familiengeschichte der Klägerin offenbaren, deren Großmutter die Machtergreifung der Nationalsozialisten zum eigenen Vorteil zu nutzen wusste.

Zu den Konsequenzen gehörte ein Erbstreit, der bis in die 1980er-Jahre die Gerichte beschäftigen sollte und jetzt offenbar wieder aufflammt. Davon abgesehen hat Patricia Leahy eines ihrer Ziele als Klägerin erreicht: Das Gemälde bleibt vorerst unverkäuflich – obwohl sich die derzeitige Eigentümerin und die Erben nach Adolf Lieser (1859-1919) und jene seiner Schwägerin Lilly Lieser (1875-1943) längst handelseinig waren. Und zwar trotz der ursprünglichen Versäumnisse im Hinblick auf eine gründliche Provenienzforschung, die "im Kinsky" zwar vertraglich zugesichert haben soll, jedoch am Ende schuldig geblieben war.

Als das Bild im April 2024 in Wien zum Verkauf angeboten wurde, war offiziell noch nicht einmal klar, wem genau es in der NS-Zeit entzogen worden war oder wen Klimt hier überhaupt porträtiert hatte. Schlampigkeiten, die sich im Nachhinein rächen, wie in der Klageschrift nachzulesen ist. Denn die Identifikation der Porträtierten dokumentiert rückwirkend die Verbindung zu jenem Familienzweig, der Eigentumsansprüche geltend machen könnte. Dem Auktionshaus wirft die Klägerin nun vor, das Werk gezielt "umbenannt" zu haben, indem der Vorname der Dargestellten "entfernt" worden sei.

 
Österreichs junge Unternehmer: „Wir brauchen mehr Mut, Dinge groß zu denken“
Eine neue Generation von Gründerinnen und Gründern sucht Antworten auf die großen Fragen. Drei junge Unternehmen zeigen, wie Österreich auch bei KI, Klima und Kosmos eine tragende Rolle spielen kann.

In einem Dachgeschoß in der Neustiftgasse im siebten Wiener Bezirk riecht es nach Aufbruch. Im Eingangsbereich lehnen Getränkekisten mit Matetee und anderen koffeinhaltigen Flaschen, um auch in Zwölf-Stunden-Schichten noch ausreichend Hirnschmalz aktivieren zu können. Durch die großen Fenster knallt die Sonne gnadenlos in die offene Bürofläche.

 
Jährlich 200 Mädchen von Zwangsheirat betroffen (Videobericht im Link)
Zwangsverheiratungen sind eine schwere Menschenrechtsverletzung und trotz Verbots betrifft dieses Problem in Österreich laut Schätzungen rund 200 Mädchen pro Jahr. Häufig werden die Ehen im Ausland während der Sommerferien geschlossen.

 
Ja, die KPÖ macht eigentlich die Politik die die SPÖ machen sollte
KPÖ gewinnt und legt weiter zu
Die Grazer Gemeinderatswahl ist geschlagen, alle Sprengel sind ausgezählt. Das vorläufige Ergebnis inklusive Wahlkartenprognose: Die KPÖ entscheidet die Wahl klar für sich und gewinnt sogar Stimmen dazu. Die Grünen liegen noch vor der FPÖ, verloren aber, ebenso ÖVP und NEOS. Neuerlich historisch sind die Verluste der SPÖ.

Laut der Foresight-Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose im Auftrag des ORF erreicht die KPÖ mit Spitzenkandidatin Elke Kahr 35,8 Prozent der Stimmen, ein Plus von 7,0 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Wahl 2021. Das übertrifft sogar die Umfragen im Vorfeld der Wahl, die Kahr bereits einen Wahlsieg voraussagten – mehr dazu in Aktuelle Umfrage sieht KPÖ auf Platz eins (6.6.2026). Die ÖVP sichert sich Platz zwei mit 25,2 Prozent der Stimmen und blickt auf leichte Verluste von 0,8 Prozentpunkte.

 
Gedenken an Massaker am Peršmanhof
Knapp ein Jahr nach dem umstrittenen Polizeieinsatz am Peršmanhof in Eisenkappel ist am Sonntag dem Massaker kurz vor Ende des 2. Weltkrieges gedacht worden. Eine SS-Polizeieinheit ermordete elf Zivilisten, unter ihnen sieben Kinder. So löste der Polizeieinsatz gegen Teilnehmer eines antifaschistischen Camps im Vorjahr große Empörung aus.

25. April 1945: Ein SS-Polizeiregiment stürmte nach einem erfolglosen Feuergefecht mit Partisanen den Peršmanhof in Eisenkappel. Elf Menschen wurden getötet, nur drei überlebten.

7. Juli 2025, also vor rund einem Jahr, kam es wieder zu einem Polizeieinsatz, angeordnet vom stellvertretenden Leiter des Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung. Teilnehmer des Antifa-Camps werden zur Identitätsfeststellung aufgefordert. Offizieller Anlass waren Verwaltungsübertretungen. Das Innenministerium kam später zum Schluss, dass der Einsatz in Teilen rechtswidrig und unverhältnismäßig war. Aktuell laufen noch Ermittlungen gegen Verantwortliche des Einsatzes.

Obmann: Ereignisse nicht direkt vergleichen
Beim Gedenken war der Einsatz Thema. Der Verein Peršmanhof will die Ereignisse aber nicht direkt vergleichen, Obmann Markus Gönitzer: „Uns als Museum ist es wichtig klarzustellen, dass wir die beiden Ereignisse nicht direkt miteinander vergleichen wollen. Das Massaker ist unvergleichlich in seiner Brutalität. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass das Museum in seiner Geschichte schon eine Kontinuität an Repression und politischen Gegenwind erfahren hat.“

 
Ohne Klimaanlagen geht es nicht mehr – die rechtlichen Hürden müssen fallen
Würden Sie sich von Ihren Nachbarn das Heizen verbieten lassen? Eben. Nicht anders sollte es künftig bei Klimaanlagen sein. Es wird nicht mehr kühler

Man muss dieser Tage kein Hellseher sein, um zu erkennen: Die Städte dieses Landes sind auf die Hitzewellen der kommenden Jahre nicht vorbereitet. Das liegt – nicht nur, aber auch – an einer tief sitzenden Ablehnung gegenüber Klimaanlagen, die weite Teile der Gesellschaft durchzieht und sich in unserer Rechtsordnung festgefressen hat.

Ein Beispiel: Wer ein Klimagerät installieren will, ob als Mieter oder Vermieter, stößt oft auf kaum überwindbare Hürden. Legen sich die anderen Hausparteien quer, gibt es meist keine Chance, die Wohnung auf verträgliche Temperaturen herunterzukühlen – selbst dann nicht, wenn die Hitze gesundheitliche Probleme verursacht. Anderswo macht das sogenannte Ortsbild einen Strich durch die Rechnung. Zu allem Überdruss fördert die aktuelle Rechtslage die ineffizienteste, aber derzeit oft einzige Möglichkeit zur Kühlung: mobile Klimageräte.

Rechtliche Änderungen
Letztlich geht es um etwas sehr Grundlegendes: Wie schaffen wir es, im Sommer ein gesundes Arbeits-, Schul- und Wohnumfeld zu gewährleisten?

 
Riesige Mure: 28 Personen geborgen
In Untertal bei Schladming (Bezirk Liezen) ist Sonntagabend im Zuge eines Unwetters eine riesige Mure abgegangen. Eine Straße wurde auf einer Länge von rund 600 Metern vermurt. 28 Personen mussten aus dem Gebiet in Sicherheit gebracht werden.
Sonntagabend zog ein heftiges Gewitter über Teile des Bezirks Liezen. Eine Gewitterzelle blieb etwa 45 Minuten über dem Bereich Untertal, hieß es von der Feuerwehr. Durch die heftigen Regenfälle löste sich eine Mure.

Straße vier Meter hoch vermurt
Die Untertalstraße wurde auf einer Länge von rund 600 Metern und teilweise bis zu vier Meter hoch verschüttet und damit unpassierbar. Im Untertal wurden dadurch 28 Personen – Wanderer, Hüttenbetreiber und Personal – eingeschlossen, hieß es am Montag von der Polizei. Sie wurden noch am Abend von der Feuerwehr und der Bergrettung in Sicherheit gebracht.

 
Muslimische Jugend: Mit Bildung gegen „politischen Islam“
Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) hat am Montag ihre bereits zuvor angekündigte bundesweite Bildungsoffensive gegen den „politischen Islam“ vorgestellt. Als Unterstützung holte die Jugendorganisation dafür den ehemaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) ins Boot.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz betonten Vertreter und Vertreterinnen der Jugendorganisation ihre Motivation: Man wolle selbst ernannten TikTok-Predigern die Stirn bieten. „Die österreichischen Werte und die muslimischen Werte stehen nicht im Widerspruch – das ist die Message, die ich den jungen Menschen geben will“, sagte MJÖ-Vorstandsmitglied Cemile Atasoy.

Auch wenn konkrete Details zur Bildungsoffensive noch ausstehen, sind die Schwerpunkte bereits gesetzt: So sollen etwa die Fragen geklärt werden, wer hinter den Narrativen islamistischer Akteure steht und wie diese Jugendliche beeinflussen. Mit dem Projekt „Gemeinsam gegen den politischen Islam“ sollen Partner und Partnerinnen aus Politik, Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um Jugendliche vor demokratiefeindlichen und frauenverachtenden Einstellungen zu schützen und zu „immunisieren“. Atasoy: „Als muslimische Zivilgesellschaft haben wir diese Auseinandersetzung zu lange anderen überlassen. Das ändern wir heute.“

 
Schülerunion-Chats sorgen für Aufregung
Publik gewordene Chats aus einer Gruppe der Schülerunion haben heute für scharfe Kritik der SPÖ-nahen Schülerorganisation Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS) und bei der NEOS-Jugendorgansation JUNOS gesorgt.

Die AKS sprach in einer Aussendung von „schockierenden Chats“ aus der ÖVP-nahen Schülerunion, diese würden vor „rassistischen, sexistischen und menschenverachtenden Inhalten“ strotzen. Seitens der Schülerunion zeigte man sich bestürzt. Man distanziere sich von den Nachrichten.

Die AKS verwies darauf, dass unter den Mitgliedern der Chatgruppe neben Landesfunktionärinnen und -funktionären auch Bundes- und Landesschülerinnenvertreter und -vertreterinnen gewesen seien – und „auch mehrere Mitglieder des aktuellen Bundesvorstandes der Schülerunion“. „Dieses Gedankengut scheint also tief in der Organisation verwurzelt“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Personelle Konsequenzen gefordert
Ello Wachter vom Bundesvorsitz der AKS Österreich sowie der Bundesvorsitzende der JUNOS Schüler:innen, Marcus Lieder, sahen nun die Schülerunion „am Zug, diese Chats vollständig aufzuklären“. Auch personelle Konsequenzen wurden gefordert.


Kein Wunder, dass die ÖVP immer zur FPÖ schielt.
 
Klimapolitik mit "Hausverstand"
Von Kickl zu Kurz – eine Hitparade der Realitätsverweigerung

Während Europa und Österreich in der größten Hitzewelle seit Menschengedenken verschmachten, checken wir, was so einige unserer aktuellen und künftigen Politiklenker zum Thema Klimawandel und Erderwärmung zu sagen haben/hatten.

Also der aktuell zuständige Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig fährt eine mittlere Linie. Klimapolitik ist schon gut, aber sie darf die "Wettbewerbsfähigkeit" und die "Nahrungsmittelversorgung" (= Dieselprivileg der Landwirte) nicht gefährden. Brav.

Der Chef der stärksten Partei und möglicher Kanzler, Herbert Kickl hingegen, hat für "Klimahysterie", den "sogenannten Klimawandel" und die "überschießende Klimapolitik, die uns von Brüssel auferlegt wird", nichts übrig. Übersetzung: Der Klimawandel ist so eine Erfindung wie Corona, mit der "die Menschen in „Angst und Panik versetzt" werden sollen. Kickl ist für "Klimapolitik mit Hausverstand". Passt eh, denn der "Hausverstand" ist ja sehr oft ein Synonym für Indolenz und Ignoranz.

Dann gibt es noch einen möglichen künftigen Koalitionspartner von Kickl, den seinerzeitigen Kanzler Sebastian Kurz, der jetzt wieder das Gespräch mit Kickl sucht. Der sagte seinerzeit, Klimapolitik könne ohne weiteres "ohne Verzicht" für die Menschen ermöglicht werden – man müsse nur auf Technologie setzen.

Mit dieser frohen Botschaft verabschieden wir uns in den nächsten 39-Grad-Tag. (Hans Rauscher, 29.6.2026)

 
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